Filmhandlung und Hintergrund

Komödie von Ken Loach über einen vom Glück verlassenen Postarbeiter in Manchester, der von der ManU-Legende Eric Cantona wichtige Lebenstipps erhält.

Bilderstrecke starten(10 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Looking for Eric

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. Mit der Ode an King Cantona begibt sich Englands soziales Gewissen Ken Loach in weitaus leichtere Gefilde als in früheren Werken. Immer wieder legte er mittels Thematiken wie der Ausbeutung von Arbeitskräften, Lohndumping oder ähnliche Ungerechtigkeiten den Finger auf Wunden im gesellschaftlichen System. Im Komödienstil starten viele Loach-Filme wie etwa „Raining Stones“, „The Navigators“, „Just a Kiss“ oder zuletzt „Its a free World“, bevor die harte Realität mit ganzer Wucht zuschlägt. Stets bevölkern der britische Regisseur und sein Autor Paul Laverty ihre Milieustudien mit schrägen Typen. In „Looking for Eric“ trifft man die exzentrischen Kollegen des Protagonisten, die so bezeichnende Spitznamen wie Spleen oder Meatball tragen und für die Situationskomik sorgen.

      Zu großem Teil ist Protagonist Eric Bishop dieses Mal selbst für seine Misere verantwortlich. In einem Panikanfall verließ er vor Jahrzehnten seine große Liebe, deren Eroberung in einer nostalgischen Rückblende beim Tanztunier mit Rentnerrockband zwischen Witz und Sentiment inszeniert wird. Trotz romantischer Einlagen zwischen persönlichen Differenzen und allmählicher Versöhnung verzichtet Loach erneut nicht auf dramatische Zuspitzungen. So wird Eric etwa von den Gangsterfreunden seines Sohnes verprügelt und erniedrigt, was den ruppigen Umgang in diesem Milieu unterstreicht.

      Im Moment größter Misere entsteigt in Loachs erstem Geisterfilm Fussballgott Eric Cantona einem Poster, erteilt dem Unglücksraben mit Ratschlägen wie „Lachen ist die beste Medizin“ Lebenshilfe und diskutiert über Sportphilosophie („Ändere niemals Deinen Fussballclub!“). Eric muss von seinem Vornamensvetter lernen, einfach einmal „Non“ zu sagen, so wie sich der Ex-Nationalmannschaftsspieler zuvor von niemanden etwas gefallen ließ. Als Coproduzent setzt sich der inzwischen ins Darstellerfach gewechselte Cantona („Ein Sommer auf dem Lande“) ein filmisches Denkmal, agiert dabei aber mit reichlich Selbstironie. Von Ken Loach würde man auch keine reine Selbstbeweihräucherung erwarten.

      Zwar wirken die Bausteine dieser sympathischen Mischung aus Komödie, Familiendrama und Krimi im Bestreben, einen möglichst publikumswirksamen Film zu liefern, gelegentlich konstruiert. Am Ende beschwört Ken Loach die Solidarität der Arbeiterklasse und der Fußballanhänger, um zur Zerstörung von Statussymbolen der Gegenspieler zu schreiten. Dieses plakative Element wird jedoch humorvoll aufgelöst. Selbst ein schwächeres Loach-Werk erscheint immerhin noch ansehnlicher als das Gros des derzeitigen Kinoangebots.

      Fazit: Optimistische Kombination aus Sozialkomödie und Fußball-Hommage, die ihre reißbrettartige Konstruktion schnell vergessen lässt.

    News und Stories

    • Fakten und Hintergründe zum Film "Looking for Eric"

      Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

      Kino.de Redaktion  
    • Erneut Goldene Palme für Michael Haneke

      Erneut Goldene Palme für Michael Haneke

      Drei Jahre nach "Das weiße Band" hat Michael Haneke erneut die Goldene Palme von Cannes gewonnen: "Liebe" wurde als bester Film des Festivals geehrt.

      Ehemalige BEM-Accounts  
    • Europäischer Filmpreis für Lebenswerk von Ken Loach

      Der britische Filmemacher Ken Loach wird am 12. Dezember in Bochum mit dem Europäischen Filmpreis für sein Lebenswerk geehrt. Der 73-jährige Regisseur erhält die Auszeichnung der European Film Academy für seine politisch und sozial engagierten Filme, die er seit 1967 gedreht hat. Im Jahr 2006 erhielt Loach die Goldene Palme von Cannes für das Irland-Drama „The Wind That Shakes the Barley“. Sein jüngster Film...

      Ehemalige BEM-Accounts  

    Kommentare