Lola und Bilidikid

  1. Ø 0
   1998

Lola und Bilidikid: Detaillierte Milieuschilderung, Familiendrama und Selbstfindung in der türkischen Schwulenszene Berlins.

Lola und Bilidikid Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Lola und Bilidikid: Detaillierte Milieuschilderung, Familiendrama und Selbstfindung in der türkischen Schwulenszene Berlins.

Murat ist Türke, 17 und schwul. Seinem großen Bruder Osman, Chef in der Familie, paßt das gar nicht. Dennoch macht sich Murat jede Nacht auf, streift durch die Parks und Straßen, die türkischen, schwulen Bars und Clubs von Berlin. Dort fühlt er sich zu Hause, und dort lernt er auch den singenden Transvestiten Lola und dessen Hofstaat kennen. Lola entpuppt sich als der einst von Osman verstoßene Bruder…

Murat ist 17, lebt in Kreuzberg und entdeckt allmählich sein Interesse für Männer. In einer Travestie-Bar stößt er auf seinen von der Familie verstoßenen Bruder, der nun „Lola“ heißt. Eindrucksvoll zeigt der Film die schwule türkische Subkultur Berlins.

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Kritikerrezensionen

  • Der dritte Spielfilm des türkischen Regisseurs Kutlug Ataman entführt in die türkisch-schwule Subkultur der Kreuzberger Nächte. Ein Berlin-Film, in dem die Stadt nicht nur Bühne, sondern auch „Hauptfigur“ ist.

    Der Eröffnungsfilm im „Panorama“ erzählt von einer fremden osmanischen Welt, in der schwule Türken von ihrer Umwelt geächtet und mit dem Tode bedroht werden. Der 17-jährige Murat lebt mit seiner Mutter umd dem älteren Bruder Osman, Oberhaupt und Ernährer der Familie, zusammen. Eines Tages entdeckt er ein düsteres Familiengeheimnis: Er begegnet dem verstoßenen älteren Bruder, der als „Lola“ in einer Travestie-Bar auftritt und mit seinem Lover Bilidikid von einer bürgerlichen Existenz und einem Strandcafé in der Türkei träumt. Auch Murat fühlt sich magisch von Männern angezogen, macht erste homosexuelle Erfahrungen. Als Lola ermordet aufgefunden wird, eskaliert die Situation. Bilidikid will Lolas Tod rächen und legt sich mit deutschen Schlägern an. Die Identität des wirklichen Täters ist für alle ein Schock.

    Ataman, der in Paris und London studierte, erzählt von der Härte des Prostituierten- und Strichermillieus und schildert einfühlsam die Identitätssuche eines jungen Mannes, der Konventionen über Bord wirft und sich von familiären Zwängen befreit. Es geht darum, sich selbst zu akzeptieren und von seiner Umgebung akzeptiert zu werden. Der in Istanbul lebende Regisseur will eine dokumentarische Qualität erreichen, nimmt die Stadt Berlin als Folie für Heimatlosigkeit, die Kameraführung (Chris Squires) unterstreicht die Einsamkeit der Protagonisten. Zwischen Lüge und schmerzhafter Wahrheit muß sich der Held entscheiden, muß alle Familienbande aufgeben, um Zugang zu sich selbst zu finden. Der Ausflug in die Szene wirkt auf den ersten Blick exotisch, gleichzeitig zeichnet Ataman die unterschiedlichen Charaktere aber sehr genau. Vor allem Bilidikid, der sich seiner sexuellen Neigungen schämt und nach außen den Leder Macho markiert, wird beeindruckend von Erdal Yildiz dargestellt. In Programmkinos könnte „Lola und Bilidikid“ ein aufgeschlossenes Szene-Publikum erreichen. mk.

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