Liebe und Verlangen

  

Filmhandlung und Hintergrund

Eine junge Studienrätin verliebt sich in die Frau des Schuldirektors, woraufhin dieser sie wegen angeblicher Verführung einer minderjährigen Schülerin vom Dienst suspendiert.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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3 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • Liebe und Verlangen: Eine junge Studienrätin verliebt sich in die Frau des Schuldirektors, woraufhin dieser sie wegen angeblicher Verführung einer minderjährigen Schülerin vom Dienst suspendiert.

    Die Geschichte ist nicht neu: Brave Mittelstandsehe wird durch eine sexuelle Bedrohung von außen gehörig in Unordnung gebracht. Neu ist auch nicht, dass die attraktive Versuchung homosexuelle Neigungen in einem der beiden Partner weckt; ebenso wenig, dass die Handlung im Lehrermilieu angesiedelt ist. Immerhin: für einen Film vom ZDF sind die Szenen zwischen der leicht flippigen Rektorengattin und dem neuen Mitglied des Lehrkörpers ziemlich gewagt. Allerdings muss man bis zur ersten Liebesszene nicht nur fast die Hälfte des Films ausharren, der Höhepunkt ist auch gleichzeitig der Beginn des Abstiegs: Der Rektor lässt sich die Eskapaden seiner Frau nicht länger gefallen und greift zu ziemlich schmutzigen Methoden; und ihre Freundin fällt einem regelrechten Komplott zum Opfer.

    Ausgedacht hat sich die Geschichte ein Mann (Günter Schütter, lange Zeit bevorzugter Autor von Dominik Graf), doch überarbeitet und umgesetzt wurde sie von einer Frau. Die Schweizerin Judith Kennel lässt in ihrer ersten Arbeit nach ihrem Kinodebüt „Zornige Küsse“ zu keiner Zeit einen Zweifel daran, wem ihre Sympathie gehört. So wird beispielsweise die Jovialität des Rektors (Hannes Hellmann) recht bald als gönnerhafte Fassade entlarvt, die seine patriarchalischen Neigungen nur dann verbergen kann, wenn alles im Lot ist.

    Gegenentwurf ist selbstredend Jeanne, die junge, spontane, sympathische hübsche neue Kollegin (Natalia Wörner). Seltsam nur, dass quasi schon nach dem ersten Unterricht die gesamte Schule von ihrer Homosexualität weiß. Die Schüler in Kennels Films sind ohnehin ein Fall für sich. So mutig es ist, auch mal ein Mädchen in der Rolle des Klassen-Rowdys zu zeigen, so scheint die Darstellung der jungen Torchy (Mara Scherzinger) doch etwas überzogen: Ohne mit der Wimper zu zucken vergiftet sie Jeannes Hund; ohne zu Zögern stößt sie eine andere Schülerin die Treppe ‚runter.

    Vollends am Reißbrett scheint allerdings jene Figur entworfen, die im Zentrum der Geschichte steht: die Frau des Rektors (Katja Flint), ein früheres Strumpf-Model, das zu allem Überfluss „Puppa“ genannt wird. Jeanne, die kämpferische, die wie Jeanne d’Arc am Ende geopfert werden soll; Puppa, das Püppchen, die stets eine Spur zu ordinär geschminkt ist und selbst auf dem Schulfest mit einem Ausschnitt bis zum Knie erscheinen will: eine etwas simple Form des „Nomen est omen“.

    Kennel inszeniert das alles durchaus gefällig und verzichtet darauf, aus der lesbischen Liebe eine große Sache zu machen. Deutliche Schwächen hat der Film allerdings ausgerechnet bei seinen beiden Hauptdarstellerinnen; gerade bei Katja Flint wirkt das Verhalten von Puppa genauso aufgesetzt und künstlich wie die Schminke in ihrem Gesicht. tpg.

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