„Lichter der Vorstadt“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Lakonisches Drama um einen Loser, der sich von einer Frau um den Finger wickeln lässt.

Einzelgänger Koistinen (Janne Hyytiäinen) jobbt nachts als Wachmann einer Sicherheitsfirma in Helsinki. In arbeitsreicher Routine meidet er jeglichen Kontakt zu den Kollegen, die ihn ohnedies nur verspotten. Allein die Grillstandinhaberin Aila (Maria Heiskanen) bringt ihm menschliche Gefühle entgegen. So wird er zum perfekten Opfer einer kriminellen Bande und ihrem zwielichtigen Boss Lindholm (Ilkka Koivula), der das blondierte Luder Mirja (Maria Jarvenhelmi) auf ihn ansetzt. Der naive Koistinen verfällt ihr restlos und riskiert damit Beruf und Existenz.

Liebhaber dauerunterkühlter Lakonie werden an Aki Kaurismäkis („Der Mann ohne Vergangenheit„) Abschluss seiner Verlierer-Trilogie helle Freude ob des spröden Charmes der vereinsamten Figuren empfinden.

Janne Koistinen ist Wachmann einer Sicherheitsfirma in Helsinki. Von den Kollegen gemobbt, führt er ein isoliertes Leben in arbeitsreicher Langeweile. Nur die Wurstverkäuferin an der Imbissbude findet ein freundliches Wort für ihn - und empfindet offenbar sogar mehr. Anders als die schöne blonde Frau, die ihn benutzt, um im Auftrag der Gauner, für die sie arbeitet, an seinen Sicherheitscode zu kommen.

Der wortkarge, einsame Wachmann Koistinen versieht Nacht für Nacht pedantisch seinen Dienst. Da lernt er die hübsche Blondine Mirja kennen. Aber die verführerische Frau will nicht Koistinen, sondern nur dessen Schlüsselbund, den sie ihm heimlich entwendet. Kurz darauf wird ein Juwelierladen, für den der Wachmann arbeitet, ausgeraubt. Der Verdacht fällt auf ihn, er wird verhaftet und landet im Gefängnis. Als Koistinen freikommt, hofft er auf ein besseres Leben. Doch er hat die Rechnung ohne Mirja und deren skrupellosen Boss gemacht.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Lichter der Vorstadt: Lakonisches Drama um einen Loser, der sich von einer Frau um den Finger wickeln lässt.

    Einsamkeit in all ihren Facetten ist der Turf des finnischen Regietalents Aki Kaurismäki. Mit diesem letzten Teil der „Loser Trilogy“ leuchtet er zwar kein filmisches Neuland aus, sondern bewegt sich auf vertrautem „Du hast keine Chance, aber nutze sie“-Terrain. Doch am Ende erhellt immerhin ein kleines Licht die düstere Welt seiner schwermütigen Helden, wie sie so genial nur einer erschaffen kann.

    „Ich möchte hier jetzt nicht sterben“ - das dürfte der längste Satz sein, den Kaurismäkis Titelfigur Koistinen spricht (großartig in seiner Lakonie: Janne Hyytiänen, der bereits in „Der Mann ohne Vergangenheit“ spielte, in seiner ersten Hauptrolle). Eine Aussage, die vor Optimismus geradezu sprüht - und die voran gegangenen 77 Filmminuten quasi von hinten her erhellt.

    Der alltägliche Sadismus, die Indifferenz der finnischen Seele gegenüber allem Hellen, Leichten, Schönen - keiner beschreibt sie so wie er. Seine Verlierer aus der Arbeiterklasse suchen das Glück, ohne mehr als einen Schatten davon zu erhaschen.

    Für das im Retro-Look stilisierte Elend gelingen Kaurismäkis Kameramann Timo Salminen, der alle seine Filme drehte, auch diesmal wieder wunderbare Bilder. „Lights in the Dusk“ lebt von Figuren, wie nur Kaurismäki sie ausdenken, Dialogen, wie sonst keiner sie schreiben kann. Und wie die Vorgänger („Der Mann ohne Vergangenheit“, „Wolken ziehen vorüber“, 1996) fand auch der dritte Teil der ursprünglich als Serie über Arbeitslosigkeit geplanten Reihe seinen Platz im Wettbewerb in Cannes.

    Janne Koistinen ist Wachmann einer Sicherheitsfirma in Helsinki. Von den Kollegen gemobbt, führt er ein isoliertes Leben in arbeitsreicher Langeweile. Nur die Wurstverkäuferin an der Imbissbude findet ein freundliches Wort für ihn - und empfindet offenbar sogar mehr. Anders als die schöne blonde Frau, die plötzlich in seinem Leben auftaucht. Dass sie ihn benutzt, um im Auftrag der Gauner, für die sie arbeitet, an seinen Sicherheitscode zu kommen, durchschaut er nicht. Und als er die Augen schließlich nicht mehr vor der bitteren Wahrheit verschließen kann, verbietet ihm sein Ehrenkodex, auszupacken. Er ist das geborene Opfer - er schweigt und erduldet und landet schließlich für zwei Jahre im Gefängnis für einen Juwelenraub, den andere begangen haben. Doch damit sind seine Leiden noch lange nicht zu Ende. Eine einsame, hilflose moralische Instanz gegen den Rest der korrupten, brutalen Welt, das ist dieser tragische Held. Sein enger Horizont kontrastiert mit der weltgewandten Verbrecherwelt und schafft so einen interessanten Kontrast - doch Empathie will nicht recht aufkommen.

    Kaurismäki will seine Filme als „Dokumentation in Märchenform“ für zukünftige Generationen verstanden wissen. Die Realität hinter seinen Geschichten ist so dunkel, dass dem nichts hinzuzufügen ist, und diesmal erhellt auch kein trockener Humor das Szenario. Dennoch, der bewährte Kaurismäki-Kosmos, unterlegt mit einem gelungenen Soundtrack aus Tango und Rock, ist immer eine Reise wert. boe.

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