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Liam

Kinostart: 06.12.2001

Filmhandlung und Hintergrund

Herzergreifendes, ungeschminktes Sozialdrama um eine harte Kindheit im Liverpool der dreißiger Jahre.

Liam wächst in einer bitterarmen Familie in Liverpool in den dreißiger Jahren auf: Sein Vater ist arbeitslos und weiß nicht, wie er seinem Sohn einen Anzug zur Kommunion kaufen soll. Er schließt sich einer faschistischen Organisation an und gibt den Juden die Schuld für seine Misere. Liams Schwester arbeitet als Hausmädchen bei einer reichen, jüdischen Familie.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Liam: Herzergreifendes, ungeschminktes Sozialdrama um eine harte Kindheit im Liverpool der dreißiger Jahre.

    Stephen Frears geht zurück in die britische Wirklichkeit der dreißiger Jahre. Aus dem Blickwinkel eines Siebenjährigen erzählt er von den glücklichen Tagen der Kindheit mit ihren Entdeckungen und Überraschungen, aber auch vom sozialen Niedergang einer Familie während der Wirtschaftskrise und dem aufkommenden Faschismus.

    Ein katholischer Junge wächst in einer armen, aber ihn liebevoll umsorgenden Familie auf. Das erinnert im ersten Moment an Alan Parkers „Die Asche meiner Mutter“, ist aber trotz ähnlicher Gefühlsbreite härter und mitleidloser. Den siebenjährigen Liam treibt eigentlich nur eine Sorge um. Was muss er tun, um dem ewigen Höllenfeuer für seine Sünden zu entkommen, das der katholische Priester immer wieder an die Wand malt und damit sensible Kinderseelen in Furcht und Schrecken versetzt. Mit weit realistischeren Schwierigkeiten hat sein Vater zu kämpfen. Als „Working Class Man“ ist er stolz auf seine Arbeit, während viele seiner Kollegen schon auf der Straße stehen. Als es ihn dann doch erwischt und er seinen Job im Hafen von Liverpool verliert, sucht er die Schuldigen für sein Unglück - findet sie in den Juden, denen es seiner Meinung nach zu gut geht und bei denen seine Tochter schändlicherweise putzen muss, um die magere Haushaltskasse aufzubessern. Er schließt sich den Faschisten und ihrer antisemitischen Hetze an - mit tragischen Konsequenzen.

    Stephen Frears entwickelt eine fast dokumentarische Qualität wie in seinen Filmen „Mein wunderbarer Waschsalon“ oder „Fisch & Chips“. Seine Protagonisten sind weder Helden noch Bösewichte, sondern Menschen, die in schlechten Zeiten überleben wollen. Wenn es sein muss, auch auf Kosten einer geächteten Minderheit. Sehr wirklichkeitsnah und mit minimalen Dialogen zeichnet er das Milieu einer irisch-katholischen Arbeiterfamilie, die politische Entwicklung in ihrem kleinen Umfeld. Über dem Alltag herrscht die Knute der Religion. So kostete es ein Vermögen, Liam mit einem Anzug für die erste Kommunion auszustatten. Der jüdische Schneider muss bezahlt werden mit Geld, was der arme Katholik dem jüdischen Pfandleiher abgeluchst hat. Statt die Kirche dafür verantwortlich zu machen, dass sie die Ärmsten der Armen zwingt, ihren letzten Penny für festliche Kleidung auszugeben, richtet sich sein Hass auf die Juden. Ian Hart als Arbeitsloser bietet eine outstanding performance. Aber getoppt wird er von dem kleinen Anthony Borrows, der mit großen, naiven Augen durch die Welt geht, alles beobachtet und registriert. Der stille Junge, der bei jeder Gelegenheit ins Stottern gerät, und bei der ersten Beichte den gerechten Zorn Gottes erwartet, weil er seine Mutter zufällig nackt im Bad gesehen hat und nun glaubt, ihr Körperhaarwuchs sei die Strafe für sein böses Tun, leitet mit seiner kindlicher Perspektive durch die erst heitere, dann immer düsterer werdende Geschichte. Obgleich als TV-Film für die BBC konzipiert, entfaltet „Liam“ seine Kraft auch auf der Leinwand. mk.

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