Filmhandlung und Hintergrund

Drama um eine kurdische Kämpferin, die von einer französischen Journalistin begleitet wird.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Les filles du soleil: Drama um eine kurdische Kämpferin, die von einer französischen Journalistin begleitet wird.

    Die junge Französon Eva Husson will eine besonderen Gruppe von Frauen als Heldinnen feiern: ehemalige kurdische Gefangene und Sklaven des IS, die in einer eigenen Battalion für die Befreiung ihrer eigenen Heimatstadt aus den Händen des Terrorstaats kämpfen. Jede Szene, jeder Moment des Films signalisiert, dass das Thema der Filmemacherin ein Anliegen war. Aber gute Absichten machen nicht unbedingt einen guten Film. Und während „Mädchen der Sonne“, wie diese Kämpferinnen genannt werden, ein respektabler und interessanter Film ist, ist es eben kein guter. In seinen schlimmsten Momenten ist er peinlich.

    Das wird nach einem interessanten Einstieg, in dem man unscharf das mit Staub und Schmutz bedeckte Gesicht einer Frau sieht, worauf auf die Wolke einer Explosion geschnitten wird, die den blauen Himmel bedeckt. Man denkt noch „Apocalypse Now“ Clip, aber wird schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt von den wie mit der Holzsäge ausgeschnittenen Figuren, denen ein Denkmal gesetzt werden soll, die sich aber selber wie Denkmäler benehmen. Die französische Journalistin, gespielt von Emmanuelle Bercot, die die Freiheitskämpferinnen bei ihrem Himmelfahrtskommando begeliten soll, trägt eine Augenklappe, ist hartgesotten und mit allen Wassern gewaschen, muss aber in stillen Momenten an ihre Tochter denken, die Zuhause in Frankreich auf ihre Mama wartet. Die Kämpferinnen sind edel und gut und blicken auch immer edel und gut, allen voran die Anführerin Bahar, gespielt von Golshifteh Farahani, die aber noch eine ganz eigene Agenda verfolgt: Sie will ihren Sohn finden, der sich noch in dem Dorf aufhalten soll, in einer Umerziehungsschule des IS.

    Nun wären weder die französische Journalistin als Begleitperson noch dieser emotionale Kniff mit dem Kind nötig, um die Geschichte funktionieren zu lassen. Sie sind es aber auch nicht, die einem den Film madig machen: Das erledigt eine Rückblickstruktur, die einem all das noch einmal in Extenso zeigt, was in der Exposition bereits erzählt wurde, während man doch viel lieber Zeit mit diesen ungewöhnlichen Frauen verbringen würde, sie gerne über eine simple Charakterzeichnung hinaus kennenlernen würde, um mehr über sie und ihren ungewöhnlichen Zusammenhalt zu lernen. Am Ende bleibt ein Film mit einem respektablen Anliegen und einer tollen Geschichte, die gewiss auch in dieser Form beim Publikum ankommt: Bei der Premiere gab es anhaltende stehende Ovationen. Und doch ist eine verpasste Chance: Eva Husson lässt die Tugenden vermissen, die ihren „Bang Gang“ (findet man auf Amazon Prime - ein Tipp!) so überzeugend gemacht hatten, die Feinheit, der Blick auf die Zwischentöne. Das macht „Les filles du soleil“ zu einer so großen Enttäuschung. ts.

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