Leo

  

Filmhandlung und Hintergrund

Schwarze TV-Komödie um eine mörderische Erbengemeinschaft.

Nach dem Tod ihrer Mutter finden sich die erwachsenen Kinder auf dem elterlichen Bauernhof ein, um alte Rechungen zu begleichen und das Erbe aufzuteilen. Doch die alte Dame hat den Pfarrer als Alleinerben eingesetzt. Der engagiert sich für die Indianer im brasilianischen Regenwald und darf sich auf viel Geld freuen: Weil auf Omas Land demnächst ein Flugplatz entstehen soll, werden ihre Ländereien mehrere Millionen wert sein. Für die geprellten Erben gibt’s nur eins: Der Pfarrer muss weg.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Leo: Schwarze TV-Komödie um eine mörderische Erbengemeinschaft.

    Der Herr Kaplan hat ein Problem. Er glaubt an Gott und auch an Jesus, aber bei der Auferstehung hat er Zweifel. Und wenn man weiß, wie Gerlinde Wolfs Geschichte ausgeht, könnte man fest meinen: Das war ihr Motiv, dieses Drehbuch zu schreiben.

    Erst mal aber ist dieser Film mit dem schlichten Titel „Leo“ die ziemlich groteske Version eines Heimatdramas: Nach dem Tod ihrer Mutter Christa (Christa Berndl) finden sich die erwachsenen Kinder auf dem elterlichen Bauernhof ein, um erst untereinander ein paar alte Rechungen zu begleichen und dann das Erbe aufzuteilen. Doch die alte Dame hatte offenbar Grund zur Klage über die eigene Mischpoke und daher den Pfarrer (Matthias Brandt) als Alleinerben eingesetzt. Der engagiert sich, wie es scheint, ganz uneigennützig für die Indianer im brasilianischen Regenwald, und darf sich über eine kräftige Spende freuen: Weil auf Omas Land demnächst ein Flugplatz entstehen soll, werden ihre Ländereien in Bälde mehrere Millionen wert sein. Für die geprellten Erben gibt’s nur eins: Der Pfarrer muss aus dem Weg geräumt werden.

    Unter der Regie von Vivian Naefe wird aus der potenziell krachledernen Geschichte eine reizvolle Tragikomödie, die am Ende, jeder Logik trotzend, zur fröhlichen Groteske mutiert. Auch zuvor aber sorgen Naefe und Wolf mit diversen makabren Szenen für einige muntere Höhepunkte. Als Tochter Gisela (Gisela Schneeberger) von der Enterbung erfährt, zertritt sie wütend Omas Gebiss; später fallen zwei weitere Kinder zu Füßen der sterblichen Überreste wollüstig übereinander her. Fesselnder als diese Scharmützel am Rande aber sind die Szenen mit dem Kaplan, dem Omas Nachkommen erst gutwillig und dann um jeden Preis Angebote unterbreiten, die der Gottesmann jedoch standhaft ablehnt.

    Sehenswert ist „Leo“ vor allem wegen des Titeldarstellers: Matthias Brandt hat sichtlich Spaß an dieser Rolle des Zweifelnden, der zudem die gesamte Sippschaft an der Nase rumführt. Die wiederum demontiert sich gründlich selbst: Der vermeintlich erfolgreiche Chefarzt (August Zirner) ist Alkoholiker und längst entlassen. Auch Kfz-Meister Konrad (Elmar Wepper) lebt auf viel zu großem Fuß: Der angebliche Großauftrag der örtlichen Molkerei ist pure Hochstapelei; Konrads Betrieb ist pleite, für den Milchbetrieb arbeitet er bloß als Fahrer. Sohn Benno (Thomas Schmauser) ist ebenfalls ein Versager, und Tochter Clara (Dorothee Hartinger) war kürzlich nicht etwa in Sachen Berggorillas unterwegs, sondern leidet an einem inoperablen Hirntumor. Gemessen an diesen Jammergestalten ist Kaplan Leo also ein durchaus würdiger Erbe; selbst wenn auch er es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. In Sachen Auferstehung aber erlebt er schließlich noch ein veritables Wunder. tpg.

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