Eine Sommerliebe zu dritt

  1. Ø 5
   2016
Eine Sommerliebe zu dritt Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Eine Sommerliebe zu dritt: Romantische Komödie um eine "menage à trois".

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Jackie (Paula Kalenberg) und Martin (Florian Panzner) sind frisch nach München gezogen, wo Martin größere Karrierechancen hat. Die beiden versuchen seit zehn Jahren vergeblich, Kinder zu bekommen. Weil Martin im neuen Job viel unterwegs ist, hat Jackie mehr Zeit, als ihr lieb ist. Diese Zeit verbringt sie immer öfter mit dem charmanten Serge (Vladimir Kornejew), einem Bretonen, der in München eine Crêperie betreibt.

    „Einmal tut keinem weh“, ermuntert ausgerechnet ihre Oma (Barbara Nüsse) sie zum Seitensprung, und als Martin wieder mal nach Salzburg muss, ist es soweit; prompt wird Jackie schwanger.

    Das mag alles nicht sonderlich originell klingen, aber gespielt ist es großartig: weil die drei Hauptdarsteller völlig in ihren Rollen aufgehen. Die Dialoge hören sich nie aufgeschrieben an, die Handlungswendungen sind jederzeit plausibel; von Autorin Beatrice Meier stammt auch das Drehbuch zur leider wenig erfolgreichen Senioren-WG-Komödie „Alleine war gestern“. Regisseurin Nana Neul wiederum hat zuletzt die etwa bemüht wirkende Eric-Rohmer-Reminiszenz „Stiller Sommer“ (2014) gedreht. Dem Kinodrama fehlte exakt jene Leichtigkeit, die „Eine Sommerliebe zu dritt“ auszeichnet, zumal Neul in ihrem neuen Film zunächst alle Register der romantischen Komödie zieht. Schon der Auftakt ist verheißungsvoll, als sich Jackie und Serge beim Einwohnermeldeamt begegnen und der Franzose ihr, ganz Kavalier, aus der Patsche hilft: Ihr Rock hat sich in der Fahrstuhltür verfangen, jetzt steht sie unten ohne da; sie revanchiert sich, indem sie am Abend in seinem Lokal als Kellnerin aushilft. Serge ist es auch, der ihr zum Job verhilft: Gegenüber ist ein Dirndl- und Lederhosengeschäft, das eine Lederschneiderin sucht. Auf diese Weise wird Jackie stärker mit der bayerischen Lebensart konfrontiert, als ihr lieb ist: Für die Chefin (Irm Hermann) ist die Redensart von den „Haaren auf den Zähnen“ erfunden worden, und ihr Ehemann (Sigi Zimmerschied) ist ein typischer Alltagsrassist von der Sorte „Man wird doch wohl mal sagen dürfen…“.

    Klugerweise verzichten Buch und Regie darauf, Martin zum Antagonisten zu machen, im Gegenteil: Er mag Serge ebenfalls, und beinahe mehr als das, auch wenn ihm natürlich nicht entgeht, dass es zwischen dem Franzosen und seiner Frau funkt. Außerdem sind sich die drei als Zugereiste ohnehin näher als den Einheimischen, die sie des Öfteren schlicht nicht verstehen. Trotzdem setzt Martin dem Freund klare Grenzen, was Jackie angeht. Von einer Menage à trois im Stil von François Truffauts Klassiker „Jules und Jim“ kann also keine Rede sein, zumal sich an der Liebe zwischen Jackie und Martin nichts ändert: Sie ist eine überzeugte Verfechterin von Platons Mythos der Kugelmenschen, die irgendwann von den Göttern geteilt worden sind und seither ihre andere Hälfte suchen. Serge wiederum ist überzeugt, dass man die Dinge hin und wieder aus dem Gleichgewicht bringen muss, und das tut er dann auch, allerdings mit Folgen, die keiner wollte; und so nimmt die mit vielen stimmigen Chansons durchsetzte unbeschwerte Sommerkomödie, die auch eine Hommage an München ist, doch noch dramatisch Züge an. tpg.

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