Le Bossu Poster

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Kritikerrezensionen

  • Der Hang der Franzosen zu Mantel- und Degenfilmen kann hierzulande oft nicht nachvollzogen werden. Aber das könnte sich bei der siebten Leinwandadaption von Paul Fevals 1857 entstandenem Fortsetzungsroman „Le Bossu“ ändern. Denn Altmeister Philippe de Broca verfilmt die Rache- und Liebesgeschichte aus dem 18. Jahrhundert als buntes und unterhaltendes Populärkino mit Stars wie Daniel Auteuil, Fabrice Luchini und Philippe Noiret.

    Es geht um „the same old story“, nämlich um den Widerstand eines Gerechten gegen die Mächtigen, um den Kampf eines Einzelnen gegen den Rest der Welt. In diesen Melodramen siegt traditionell das Gute gegen das Böse, die edle Seele gegen die Edelmänner, das einfache Volk gegen die hohen Herren bei Hofe. Und natürlich steht mitten im Geschehen eine schöne Frau, deren Keuschheit und Liebe verteidigt werden muß. All diese Ingredienzen mischt de Broca in diesem phantasiereich inszenierten Period Piece zu einem spannenden Action- und Abenteuerfilm zusammen. Sein Held Lagardère (Daniel Auteuil), Meister des schnellen Degens, soll den Grafen Nevers (Vincent Perez) töten, wird dann aber dessen Freund und Beschützer. Dennoch gelingt es dem finsteren Gonzague (Fabrice Luchini) aus Machtgier seinen Cousin zu töten, just an dessen Hochzeitstag. Lagardère verspricht dem sterbenden Nevers, die Verantwortung für seinen neugeborenen Erben (der sich als Erbin entpuppt) zu übernehmen. Er findet Unterschlupf beim fahrenden Volk und zieht das Mädchen wie seine eigene Tochter auf. Nach 16 Jahren ist Aurore (Marie Gillian) zu einer Schönheit herangewachsen, es naht die Zeit der Rache. Als buckliger Diener schleicht sich Lagardère in das Vertrauen von Gonzague, den die gerechte Strafe ereilt. Es triumphiert die Moral, die Ehre und – nicht überraschend – die Liebe.

    Philippe da Broca knüpft mit „Le Bossu“ an seinen schon legendären „Cartouche, der Bandit“ aus dem Jahre 1961 an, in dem Jean-Paul Belmondo nach ähnlichen Strickmuster als Taschendieb die Reichen erleichterte und den Armen half. Mit einem Budget von rund 45 Mio. Mark drehte er in 17 Wochen ein opulentes, mit märchenhaften Elementen angereichertes Werk über das ausgehende 17. und beginnende 18. Jahrhundert, sein Blick auf das Treiben in Pariser Gassen oder in die glanzvollen Säle bei Hofe erinnern an den eines neugierigen Kindes. Für die üppigen Kostüme zeichnete Christian Gasc („César“ für „Ridicule“) verantwortlich, für die beeindruckende Ausstattung Bernard Vezat („César“ für „Camille Claudel“) und Michel Carliez, dessen Vater schon den unvergeßlichen Jean Marais in André Hunebelles Version aus dem Jahre 1959 trainierte, entwarf die elegante Choreographie der Degenkämpfe. „Le Bossu“ bietet bestes Entertainment mit Humor, da verzeiht man generös überflüssige Lolita-Anleihen. Das farbenprächtige Historienspektakel könnte selbst eingefleischte Kostümfilm-Gegner überzeugen und bei richtigem Marketing sollten die klirrenden Degen auch die Kinokassen klingeln lassen. mk.

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