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Ländliche Ansichten: Der Alltag

Kinostart: 30.03.2006

Filmhandlung und Hintergrund

Die Welt französischer Kleinbauern in einem Meisterwerk des Dokumentarfilms von Raymond Depardon als Requiem für eine Landschaft. Die tragische Schönheit einer Landschaft „auf Bewährung“ und die sich durch die Globalisierung ergebenden ökonomischen Probleme stehen im Mittelpunkt des zweiten Teils der Trilogie von Raymond Depardon, der nach „Profils paysans: L‘ approche“ (2000) in die südfranzösischen Gebirgsdörfer...

Im zentralfranzösischen Bergmassiv liegen die Gebiete Lozère, Ardèche und Haute-Loire, einst berühmt für ihre häufig im Familienbetrieb befindliche, ursprüngliche Landwirtschaft. Heute ist die Landwirtschaft jedoch in der Regel die Sache großer nationaler oder multinationaler Konzerne, während die verlassenen Gehöfte luxussaniert und großstädtischem Klientel als Landsitze offeriert werden. Wer der Scholle als Kleinbauer treu bleiben will, bekommt dagegen oft Probleme mit Büro- und Eurokratie.

Einfühlsames Portrait einer zu Ende gehenden Welt. Den zweiten Teil einer als Trilogie und auf zehn Jahre angelegten Langzeitstudie widmet Raymond Depardon jenen Landwirten und -wirtinnen, die sich vom Wandel der Zeit nicht beirren lassen wollen.

Die tragische Schönheit einer Landschaft „auf Bewährung“ und die sich durch die Globalisierung ergebenden ökonomischen Probleme stehen im Mittelpunkt des zweiten Teils der Trilogie von Raymond Depardon, der nach „Profils paysans: L‘ approche“ (2000) in die südfranzösischen Gebirgsdörfer der Départements Lozère, Ardèche und Haute-Loire zurückkehrt, die für ihre Landwirtschaft bekannt sind und wo Depardon Kindheit und Jugend verbrachte.

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Kritikerrezensionen

  • Die Welt französischer Kleinbauern in einem Meisterwerk des Dokumentarfilms von Raymond Depardon als Requiem für eine Landschaft.

    Die tragische Schönheit einer Landschaft „auf Bewährung“ und die sich durch die Globalisierung ergebenden ökonomischen Probleme stehen im Mittelpunkt des zweiten Teils der Trilogie von Raymond Depardon, der nach „Profils paysans: L‘ approche“ (2000) in die südfranzösischen Gebirgsdörfer der Départements Lozère, Ardèche und Haute-Loire zurückkehrt, die für ihre Landwirtschaft bekannt sind und wo Depardon Kindheit und Jugend verbrachte. Einige der Kleinbauern des ersten Teils sind verschwunden, einige Bauernhöfe, vormals im Familienbesitz, werden in Landsitze umgewandelt, Verordnungen der EU bringen finanzielle Probleme und bürokratische Hindernisse.

    Ohne je sentimental oder nostalgisch zu werden, erweist Depardon den gebliebenen Bauern und Schäfern seinen Tribut. Ihre Gesichter, der schleppende Gang, ihr Misstrauen gegenüber der Regierung, ihr Argwohn und ihre Verstocktheit machen die ohne Musikuntermalung umso eindringlicher wirkenden langen Einstellungen des Films zum Ereignis. Zu Beginn eine Beerdigung, später Gespräche in Küchen und vor den Ställen der schmucklosen Bauernhöfe, die Depardon nicht kunstvoll verkitscht aufnimmt wie Michael Haneke in den Rückblenden von „Caché“, sondern in ihrer rauen Wirklichkeit belässt. In einer bewunderungswürdigen Szene folgt seine Kamera etwa einer 87-jährigen Bäuerin mit zitternden Händen, die zufällig die Straße überquert und sich wundert: „Aber Sie filmen mich ja. Warum?“ Und sie gibt selbst die Antwort: „Weil sie eben da sind.“ So wird Depardons Arbeit, die den Niedergang der Region nie bejammert, sondern durch klare Bildsprache den Augenblick einfängt, zu einem Meisterwerk des Dokumentarfilms.

    Raymond Depardon, geboren 1942, ist Magnum-Fotograf und Frankreichs bedeutendster Dokumentarfilmregisseur. Er filmt seit 1963 und lieferte u.a. mit „Reporters“, „San Clemente“, „Faits divers“ und „Notaufnahme“ herausragende Dokumentarfilmarbeiten sowie mit „Die Gefangene der Wüste“ (mit Sandrine Bonnaire) und „Vom Westen unberührt“ ungewöhnliche halbdokumentarische Spielfilme. Seine Werke sollte sich kein Programmkino entgehen lassen. ger.

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