Filmhandlung und Hintergrund

Packendes Drama über illegale Einwandere in Belgien.Ein folgenschweres Versprechen verändert deren Alltag.

Packendes Drama über illegale Einwandere in Belgien.Ein folgenschweres Versprechen verändert deren Alltag.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • La Promesse: Packendes Drama über illegale Einwandere in Belgien.Ein folgenschweres Versprechen verändert deren Alltag.

    „Une promesse de cinéma“ priesen die Cahiers den jüngsten Film der belgischen Kino-Brüder Luc und Jean-Pierre Dardenne, die es schon öfters verstanden haben, sozialkritische Stoffe in cineastische Kleinode zu verwandeln. Ihr ultrarealistisches Underdog-Drama kreist um das moralische Erwachen eines 15jährigen Lehrlings, der mit seinem Vater zusammen ein einträgliches Geschäft mit illegalen Einwanderern betreibt. Als einer dabei ums Leben kommt, gerät der Junge in schwere Gewissensnöte, weil er dem Sterbenden zusicherte, sich um dessen Frau und ihren Säugling zu kümmern.

    Eine seltsame Allianz verbindet Roger und seinen Sohn Igor, die sich mit allen Mitteln ihre eigenen vier Wände ertrotzen wollen. Im Windschatten des skrupellosen Schiebers verwaltet der Sprößling die Elendsbaracke der Flüchtlinge, treibt Wuchermieten ein oder läßt bei passender Gelegenheit die Barschaft alter Rentnerinnen mitgehen. Seltene Mitleidsregungen erstickt der väterliche Despot mit schmerzhaften Prügeln, um sich dann aber wieder fast mütterlich um den Jugendlichen zu kümmern. Auch in brenzligen Situationen weiß sich das eingespielte Team geschickt aus der Schlinge zu ziehen, wenn Behörden getäuscht oder Lokalpolitiker geschmiert werden müssen. Bis ein Afrikaner vom Baugerüst fällt und statt ins Krankenhaus beiseite geschafft wird. Von Schuldgefülen gequält und zwischen Loyalität und seinem Versprechen hin- und hergerissen, spürt Igor bald, daß er eigene Entscheidungen treffen muß.

    Mit den üblichen coming-of-age-Versionen teilt die ungeschminkte Sozialstudie nur das Thema. In den Gassen der namenlosen Stadt blitzt kein Sonnenstrahl. Armut und Arbeitslosigkeit dominieren das Leben, selbst die laute Fröhlichkeit in den Kneipen nebelt das Elend nur spärlich ein. Trotz dieser äußeren Tristesse schlägt die Intensität der schlichten, meist mit der Handkamera aufgenommenen Bilder in Bann, die mehr beobachten als erzählen. Meist aus der Halbtotalen fotografiert und durchgehend nur mit Alltagsgeräuschen unterlegt, verdichtet sich der nüchterne Blick zur packenden Schilderung einer existentiellen Not, die aus dem Verlust der (kriminellen) Unschuld resultiert. Ohne jeglichen prätentiösen Nebenklang entsteht ein hochspannendes, aufwühlendes Pubertätsporträt, das formal zwischen Reportage und Dokumentarfilm angesiedelt ist, und doch keinen Augenblick seine herausragenden kinematographischen Qualitäten verleugnet. In einschlägigen Programmkinos ist dieses ehrliche „Versprechen“ gewiß gut aufgehoben.

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