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La fracture

Kinostart: 13.01.2022
  • Kinostart: 13.01.2022
  • Genre: Drama
  • Produktionsland: Frankreich
  • Filmverleih: Alamode (Filmagentinnen)

Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie um die Patient*innen in einem Krankenhaus in Paris nach einer Gelbwesten-Demo.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • La fracture: Tragikomödie um die Patient*innen in einem Krankenhaus in Paris nach einer Gelbwesten-Demo.

    Tragikomödie um die Patient*innen in einem Krankenhaus in Paris nach einer Gelbwesten-Demo.

    20 Jahre nach „La répetition“ landete mit „la fracture“ die neue Regiearbeit der 1956 geborenen Französin Catherine Corsini im Wettbewerb von Cannes, dazwischen hatte sie „Trois mondes“ im Certain Regard gezeigt. Ihre bekannteste Arbeit ist „La belle saison: Eine Sommerliebe“: Damit hatte sie den Publikumspreis in Locarno gewonnen und sich drei Nominierungen bei den Lumière Awards gesichert, u. a. für den besten Film und die beste Regie. Gleich in der ersten Szene ist Valeria Bruni Tedeschi als Comiczeichnerin Raf ein Nervenbündel: Im Bett feuert sie eine SMS nach der anderen ab, an ihre Lebensgefährtin Julie, gespielt von Marina Fois, die tatsächlich gleich neben ihr schläft und nichts ahnt von dieser Attacke, aber auch nicht überrascht ist, als am nächsten Tag fast 40 Textnachrichten auf sie warten. Sie hat angekündigt, sich nach zehn Jahren trennen, eine eigene Wohnung suchen zu wollen. Das ist der Auslöser für die Handlung: Raf rennt ihr nach, rutscht aus, bricht sich den Ellbogen, muss ins Krankenhaus. Dort wird sich der Rest der Handlung abspielen, denn an diesem Tag findet auch eine Gelbwesten-Demo am Champs -Éysées statt, die schnell eskaliert. Lastwagenfahrer Yann wird von Granatensplittern im Bein getroffen und landet ebenfalls in der Notaufnahme, wo sich chaotische Szenen abspielen. Um diese beiden Hauptfiguren, Raf und Yann, kreist der Film, aber im Verlauf der sich zuspitzenden Handlung lernt man auch Schwestern und Ärzte kennen, manche mehr, manche weniger, und andere Patienten: Bei einzelnen verweilt der Film nur eine Szene, andere spielen eine größere Rolle. Dramatische Momente wechseln sich ab mit stillen Augenblicken, doch immer wieder kehrt der Film zurück zu seinen Hauptfiguren.

    Das könnte der Stoff sein für eine der zahllosen Krankenhausserien, erinnert in seiner Dringlichkeit und Unmittelbarkeit eher an „Poliezei“ von Maiwenn, der vor zehn Jahren im Wettbewerb von Cannes lief. In diesem Krankenhaus verdichten sich die aufgestauten Probleme eines Landes. Der Bruch im Titel verweist nicht nur auf den Arm der Protagonistin oder deren kaputte Beziehung, die sie, immer am Rand der Hysterie, zu kitten versucht, während um sie herum gelitten und im Einzelfall auch gestorben wird, sondern auch den Bruch, der sich durch die Grande Nation zieht. Der Film legt den Finger in die Wunde, zeichnet ein drastisches Bild eines überforderten Gesundheitssystems, ist aufregend und spannend, man nimmt Anteil. Und manchmal ist es auch einfach nur zum Schreien komisch, was Catherine Corsini in ihrem Powerplay zu Tage führt.

    Thomas Schultze.
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