Kruso Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Kruso: Verfilmung des gleichnamigen Romandebüts von Lutz Seiler.

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Kritikerrezensionen

  • Gelungene Verfilmung des literarischen Bestsellers von Lutz Seiler über DDR-Aussteiger auf Hiddensee im Wendejahr 1989

    Mit vereinten Kräften haben sich MDR, ARD Degeto und die UFA an die Verfilmung des literarischen Bestsellers „Kruso“ von Lutz Seiler gewagt, der sowohl Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste erklimmen konnte als auch mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Sein sorgfältig recherchierter, detailreicher und höchst komplexer 500-Seiten-Roman erzählt die vergessene Geschichte von Saisonarbeitern und Aussteigern auf der Ostseeinsel Hiddensee, die vielen Republikflüchtlingen der DDR als Fluchtpunkt diente. Den gefährlichen Versuch, schwimmend das nahe Dänemark zu erreichen, haben viele nicht überlebt. Drehbuchautor Thomas Kirchner, der schon bei „Der Turm“ das Unmögliche möglich gemacht hatte und dafür mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, hat sich auch hier klug auf Personen und Erzählstränge konzentriert, und ein atmosphärisch dichtes Buch abgeliefert, mit dem auch der Autor der Vorlage glücklich war. Obendrein hat Regisseur Thomas Stuber, der zuletzt mit seiner zarten Lagerhaus-Lovestory „In den Gängen“ Publikum und Kritik begeisterte, sein besonderes Können und sein großes Gespür für Schauspielerführung eingebracht, um aus „Kruso“ eine so fesselnde wie poetische Begegnung mit deutsch-deutscher Geschichte zu machen. Im Wendejahr 1989 kommt der junge Ed nach dem Selbstmord seiner Freundin auf die Insel, um die Flucht übers Meer zu wagen. Er trifft auf die fast mythische Figur des Kruso, Sohn eines sowjetischen Offiziers, der allen „Schiffbrüchigen“, wie er die Gestrandeten, die Aussteiger und die Verzweifelten, die schwimmend fliehen wollen, nennt, drei Tage Unterschlupf auf der Insel bietet, um sie von der Möglichkeit zu überzeigen, dass man seine Freiheit auch in seinem Inneren finden kann. In der Pension Zum Klausner, in der Kruso als Spüler arbeitet, kommt auch Ed unter, und zwischen beiden entwickelt sich eine besondere Freundschaft, die in den letzten Tagen der DDR, in der eine regelrechte Fluchtwelle das Festland aber auch die Insel erfasst, auf eine harte Probe gestellt wird. Volkspolizei und Stasi sind auch in dieser Künstler- und Aussteigerenklave immer präsent, so wie der Fortgang der friedlichen Revolution über das Radio im Frühstücksraum, der aber nicht nur allen die Freiheit bringt, sondern auch das Ende von Krusos Utopie besiegelt. So sorgfältig wie Seiler sein Inselfresko im Roman inszeniert hat, so sicher in den Nuancen und Zwischentönen setzt Stuber die Geschichte um. Dabei kann er sich auf ein hervorragendes Ensemble und zwei herausragende Hauptdarsteller verlassen, Albrecht Schuch als Kruso, der für seinen Uwe Mundlos in der NSU-Trilogie mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, und besonders feinfühlig Jonathan Berlin als Ed, der zuletzt in „Die Freibadclique“ überzeugte. Thomas Stuber ist mit seinem TV-Movie großes Kino gelungen, vor allem ist es nicht nur ein weiteres Fernsehkapitel deutsch-deutscher Geschichte. Mit der auch in Deutschland erbittert geführten Flüchtlingsdiskussion, wachsen Seilers Roman und Stures Film eine ganz neue Aktualität zu. Die ARD tut gut daran, so ambitionierte und sorgfältig produzierte Filme für ihre Vorzeigesendeplätze in Auftrag zu geben. uh.

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