Kommissarin Lucas: Wenn alles zerbricht

  1. Ø 4
   2010
Kommissarin Lucas: Wenn alles zerbricht Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Kommissarin Lucas: Wenn alles zerbricht: Kommissarin Lucas ist auf der Suche nach einem verschwundenen Lehrer.

Ein Lehrer ist vom Waldspaziergang nicht nach Hause zurückgekehrt. Sein Hund ist erschossen worden, sein Auto verschwunden. Der Mann war bei seinen Schülern beliebt, hat aber kürzlich eine anonyme Morddrohung erhalten. Vor einem Jahr hatte er ein Verhältnis mit einer Kollegin, die seither auf Schritt und Tritt von ihrem eifersüchtigen Gatten beobachtet wird. Beide waren ebenfalls im Wald. Dann taucht in der Turnhalle ein Graffito auf: „Ihr werdet alle sterben“.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Pubertät ist die Zeit, in der die Eltern schwierig werden; so die Sicht der Kinder. Aber das ist ein gutes Zeichen: Wer rebelliert, lebt noch; und wer sich gegen elterliche Erziehung wehrt, weiß gar nicht, wie glücklich er sich schätzen kann. Thomas Berger, geistiger Vater von Kommissarin Ellen Lucas, erzählt in diesem Krimi, wie ein Familienleben auch aussehen kann: abwesende Eltern, gelangweilte Kinder; und ein Vakuum, das mit Killerspielen gefüllt wird. Wenn ein Lehrer dann noch eine Morddrohung bekommt und jemand mit blutroter Farbe „Ihr werdet alle sterben“ an die Wand der Turnhalle schreibt, muss man nicht paranoid sein, um einen Amoklauf zu befürchten.

    All dies aber geschieht erst später; zunächst kann von solchen Dimensionen keine Rede sein. Berger und sein Koautor Georg Heinzen beginnen die Geschichte ganz anders. Kaum hat die Kommissarin (Ulrike Kriener) eine alte Freundin (Karoline Eichhorn) wiedergetroffen, braucht Nele schon ihre Hilfe: Der Gatte ist vom Waldspaziergang nicht zurückgekommen; gefunden wird bloß der erschossene Hund, das Auto ist fort. Die übliche Krimidramaturgie beschert die nicht minder üblichen Verdächtigen: Der bei seinen Schülern enorm beliebte Vertrauenslehrer hatte ein Jahr zuvor ein Verhältnis mit einer Kollegin (Liane Forestieri); sie war zur fraglichen Zeit im selben Wald. Seit der Affäre wird sie auf Schritt und Tritt von ihrem krankhaft eifersüchtigen Ehemann (Johann von Bülow) beobachtet; auch er war im Wald. Aber zum Hauptverdächtigen wird ausgerechnet der verhaltensauffällige Sohn des offenbar schwer verletzten verschwundenen Lehrers, ein verstockter, fast soziopathisch wirkender Junge (Sandro Lohmann). Die Indizien sind in der Tat erdrückend: Kevins Schulhefte sind voller Gewaltfantasien. Außerdem hat er seinem Vater per E-Mail eine anonyme Drohung geschickt: Der Lehrer hat für alle jederzeit ein offenes Ohr; die Probleme des eigenen Sohnes allerdings nimmt er nicht wahr. Als Nele den Jungen dann auch noch bei Schießübungen im Wald überrascht, scheint der Fall klar. Dann taucht das Graffito in der Turnhalle auf; und Kevin verschwindet.

    Zusätzlichen Reiz bekommt die Geschichte durch ihre Verknüpfung mit einer pädagogischen Ebene: Gegenentwurf zum engagierten Lehrer, der sich auch um persönliche Kontakte zu Probleme seinen Schülern bemüht, ist ein Kollege (Jochen Striebeck) der alten Schule, der nicht geliebt, sondern respektiert werden will. In gewissem Sinn gilt das auch für den Film: Berger inszeniert distanziert. Gemeinsam mit der Ermittlerin bleibt man als Zuschauer emotional unbeteiligt; keine der Figuren bietet sich als Sympathieträger an. Dem Reiz des Krimis tut das keinen Abbruch, zumal Berger dank der vielen Handlungswendungen sehr dicht erzählt.

    Am Ende riskiert Ellen Lucas einen gewagten Bluff, um die Wahrheit rauszufinden, und es zeigt sich: Man muss keinen Abzug betätigen, um zum Mörder zu werden. Am eindringlichsten sind dennoch die diversen Szenen, in denen die Erwachsenen von den Halbwüchsigen provoziert werden und völlig hilflos reagieren. tpg.

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