Filmhandlung und Hintergrund

Die Regensburger Kommissarin muss in einem Wettlauf mit der Zeit das Versteck eines entführten Jungen finden...

Ein Junge ist entführt worden. Der mutmaßliche Täter ist alsbald gefasst, schweigt aber beharrlich. Er gibt sich zwar kooperativ, doch das ist nichts als Show. Während die ermittelnde Regensburger Kommissarin Lucas verzweifelt nach Hinweisen auf das Versteck des Jungen sucht, verrinnt die Zeit unaufhaltsam. Die Kollegen sind längst bereit, dem Entführer Gewalt anzutun. Sie locken die Ermittlerin unter einem Vorwand aus dem Präsidium und drohen dem Entführer „unerträgliche Schmerzen“ an.

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    Kritikerrezensionen

    • Kommissarin Lucas: Das Verhör: Die Regensburger Kommissarin muss in einem Wettlauf mit der Zeit das Versteck eines entführten Jungen finden...

      Ein Junge ist entführt worden. Der mutmaßliche Täter ist alsbald gefasst, versteckt sich aber hinter einem unbekannten Auftraggeber. Er gibt sich zwar kooperativ, doch das ist nichts als Show.

      Während die ermittelnde Regensburger Kommissarin Lucas verzweifelt nach Hinweisen auf das Versteck des Jungen sucht, verrinnt die Zeit unaufhaltsam. Die Kollegen sind längst bereit, dem Entführer Gewalt anzutun. Sie locken die Ermittlerin unter einem Vorwand aus dem Präsidium und drohen dem Entführer „unerträgliche Schmerzen“ an.

      Der Fall hat Vorbilder. Die Parallelen zur Entführung Jakob von Metzlers sind offensichtlich, ebenso naturgemäß jene zu dem kürzlich in der ARD gezeigten Film „Eine Frage des Gewissens“, denn auch der ist durch die Frankfurter Folterdrohung inspiriert worden. Thomas Berger, der das Drehbuch gemeinsam mit Christian Jeltsch schrieb und den Film inszenierte, hat sich jedoch unübersehbar an einer ganz anderen Vorlage orientiert. Der Titel des vierten Falls für Kommissarin Lucas ist daher gleichzeitig Hommage wie Herausforderung: Claude Millers Krimi „Das Verhör“ (1981) mit Lino Ventura und Michel Serrault ist ein Meisterwerk der Kammerspielkunst. Wie gut der Klassiker ist, zeigte sich, als Hollywood die Geschichte vom Psychoduell zwischen Kommissar und Verdächtigem zwei Jahrzehnte wiederverfilmte, mit immerhin Morgan Freeman und Gene Hackman („Under Suspicion – Mörderisches Spiel“, 2001).

      Die Geschichten unterscheiden sich, und die Darsteller miteinander zu vergleichen, wäre ohnehin nicht fair. Doch an Intensität braucht sich Bergers Inszenierung hinter Millers Film nicht zu verstecken. Das wiederum ist nicht bloß eine Frage der Bildgestaltung (Kamera: Torsten Breuer): Ulrike Kriener gelingt in den dramatischen Verhörszenen ein eindrucksvoller Balance-Akt. Natürlich ist auch Ellen Lucas, zudem frisch verwitwet, hin- und hergerissen zwischen Opferschutz und Täterschutz. Berger spitzt diesen Konflikt sogar noch zu, denn der Film beginnt mit einer Geiselnahme in einer Bank: Der Täter droht, Lucas‘ Vermieter (Tilo Prückner) zu ermorden; die Kommissarin erschießt den Mann – Opferschutz vor Täterschutz. Aber hat nicht auch der entführte Junge das Recht zu überleben? Selbst die Psychologin empfiehlt, Gewalt anzuwenden.

      Diverse prominent besetzten Seitenstränge, die aber immer wieder zur Haupthandlung zurückführen, verleihen der eigentlichen einfachen Geschichte eine enorme Komplexität. Mit wenigen Strichen skizziert Berger beispielsweise das Bild einer Unternehmer-Ehe. Das Paar (Barbara Auer, August Zirner) kommt ins Spiel, weil es der Entführer (Marek Herloff) eigentlich auf ihren Sohn abgesehen hatte, dann aber den falschen Jungen erwischte. Nicht minder namhaft sind die Darsteller von Lucas‘ Kollegen (Thure Riefenstein, Michael Roll); die Mutter des verschwundenen Kindes spielt Lisa Martinek. tpg.

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