Kochen ist Chefsache

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   2012

Kochen ist Chefsache: Komödie um einen renommierten Chef de Cuisine, gespielt von Jean Reno, und einem Anfänger am Herd.

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Filmhandlung und Hintergrund

Kochen ist Chefsache: Komödie um einen renommierten Chef de Cuisine, gespielt von Jean Reno, und einem Anfänger am Herd.

Einem legendären Sternekoch in Paris droht der Verlust des Edelrestaurants, weil der Finanzier Platz für die Molekular-Küche schaffen will. Zufällig trifft er einen Könner am Kochtopf, der als Maler jobbt. Der bringt frischen Wind, aber auch Unruhe in den Fresstempel, weil er es wagt, den Chef zu kritisieren und eigene Kreationen zu servieren. Privat läuft für beide einiges schief und zu allem Übel hat sich auch noch ein berühmter Gastro-Kritiker in den heiligen Hallen angesagt.

Ein legendärer Sternekoch versucht mit allen Mitteln, die Schließung seines Restaurants zu verhindern und weitere Probleme zu umschiffen. Komödie um einen renommierten Chef de Cuisine, gespielt von Jean Reno, und einen Anfänger am Herd.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In der französischen Komödie "Kochen ist Chefsache" von Regisseur und Drehbuchautor Daniel Cohen prallen drei Charaktere, drei Küchentypen und drei Lebenskonzepte aufeinander: Jean Reno spielt den gefeierten Drei-Sterne-Koch Alexandre Lagarde mit Leidenschaft für die Speisenkreation, aber mit schwindender Inspiration. Jacky Bonnot (Michael Youn) ist ein begeisterter Koch, eine wandelnde Haute-Cuisine-Enzyklopädie, aber ohne festen oder gar bezahlten Job. Lagardes Chef ist Stanislas Matter (Julien Boisselier): er will die ungeliebte traditionelle hausgemachte Qualitätsküche loswerden, will Lagarde aus seinem Konzern drängen und im Chemielabor synthetisierte Molekularküche durchsetzen.

    Die Figuren sind stark und die Situationen, in die sie geraten, sind komisch. Lagarde lässt sich auf Bonnot ein, der genial aber völlig unprofessionell ist und frischen Wind in die Küche bringt. Doch Matter sitzt am längeren Hebel und lässt den Gemüsenachschub vom Markt stoppen, entlässt Lagardes eingespieltes Küchenteam und setzt übelwollende Restaurantkritiker auf ihn an. Denn wenn Lagarde einen Stern verliert, verliert er auch seinen Arbeitsvertrag.

    Durch einige sorgsam eingesponnenen Backstories erscheinen die Charaktere menschlich: Lagardes Tochter, die von ihm vor lauter Kochkunst kaum beachtet wird, oder Bonnots schwangere Freundin, für die dessen Idealismus zu radikal und zu schlecht bezahlt ist. Die Zutaten des Films fügen sich nahtlos zusammen, jedoch bleiben für Subtilität oder Raffinesse wenig Platz, wenn Handlungsstränge und Figuren am Reißbrett kalkuliert aneinandergefügt werden, bis sich alles zum Höhepunkt inkl. Geburt und Liebesglück zusammenbraut.

    Zwar gibt die einfache und vorhersehbare Handlung dem Film seinen Flow, wenn auch fünf Minuten längere Spieldauer vielleicht gut getan hätten. Denn der Bösewicht Matter bekommt seinen Charakterhintergrund nur nachgeliefert. Zunächst wirkt er als schlichter Bösewicht auf dem Chefsessel und in der ersten Filmhälfte entwickeln sich Handlung und Gags eher zögerlich, doch dies wird im weiteren Verlauf dann überenergisch nachgeholt, wenn der Film in rasendem Slapstick zu explodieren droht. Die Küche wird zum Chemielabor und dampfende farbige Flüssigkeiten ergeben künstliches, ekliges, geleeartiges Essen. Das ist die Moderne, eine Moderne, die Louis de Funès in "Brust oder Keule" schon 1976 mit derselben Botschaft des Lobes fürs Handgemachte aufs Korn genommen hat, nur eben witziger. Jean Reno ist nicht de Funès, ebensowenig Michael Youn seines Zeichens französischer Starkomiker. So richtig die Sau rauslassen dürfen die beiden Schauspieler es schon, aber nur punktweise und szenenabhängig. Wenn sie sich beispielsweise in ein älteres japanisches Ehepaar verkleiden, ist es zu sehr an den Haaren herbeigezogen, als dass es witzig wirken könnte.

    So ist dem unausgeglichen wirkenden Film "Kochen ist Chefsache" vor allem vorzuwerfen, dass man die dahinterstehende Konstruktion erkennt, dabei hätte etwas mehr Raffinesse gutgetan. Und schließlich: Ein Film, der vom richtig guten Essen handeln, sollte dieses Essen sinnlich erfahrbar machen - doch so richtiger Appetit will sich nicht einstellen.

    Fazit: "Kochen ist Chefsache" ist eine kulinarische Komödie, deren Witz sich aus den Gegensätzen der Charaktere speist - bei der man aber doch nicht so recht auf den Geschmack kommt.
  • Statt mit Kugeln hantiert Jean Reno mit dem Kochlöffel und verführt mit kulinarischen Köstlichkeiten.

    Aus „Leon – der Profi“ wird Alexandre Lagarde, der legendäre Sternekoch. Ein Perfektionist am Herd, dem niemand etwas vormachen kann und der Kritik hasst wie die Pest. Eine Paraderolle für Jean Reno, der mit feiner Selbstironie und viel Humor den Edelgastronomie-Profi mimt, dem ein dynamischer Finanzier das Gourmetrestaurant wegnehmen will, um Platz für die modische Molekularküche zu schaffen. Wie gut, dass er beim Besuch seines Vaters im Altenheim einen Küchen-Enthusiasten trifft, der statt Fenster und Türen zu weißeln, unter den Augen der neugierigen Angestellten in der Kantine feine Kabeljau-Kreationen zaubert und bald frischen Wind in Lagardes berühmten Fress-Tempel bringt, aber auch Unruhe. Wenn der Autodidakt als unbezahlter Sous-Chef dem Chef erklärt, dass er falsche Gewürze ins Essen streut und das auch noch bei einer Live-Sendung, gibt’s Stress. Privat läuft bei beiden einiges schief und zu allem Übel hat sich auch noch ein berühmter Gastro-Kritiker in den heiligen Hallen angesagt.

    Filme über die Kunst des Kochens und Pflege der Esskultur gehören zu Frankreich wie das Amen in der Kirche. In Germania bleibt zwar oft zu Hause der Herd kalt, im Kino und Fernsehen wird um so heftiger gebrutzelt, ein Trend, den auch das „Kulinarische Kino“ der Berlinale verfolgt, wo „Kochen ist Chefsache“ Deutschlandpremiere feierte. Daniel Cohen lässt die Emotionen nicht auf Sparflamme köcheln, sondern so richtig hochkochen und setzt dabei wie im Theater auf ein gegensätzliches Paar, dargestellt von zwei sich gegenseitig inspirierenden Darstellern. In dieser französischen Komödie nach klassischer Rezeptur darf Jean Reno als autoritäre Figur auch mal komisch sein und mit dem erfolgreichen Anarcho-Komiker Michaël Youn als aufbrausenden Könner am Kochtopf um das beste Rezept kämpfen. Wenn das Duo als Chinesen verkleidet Gourmet-Spionage beim Molekular-Gegner betreibt, rutscht die Situationskomik etwas aus dem Ruder, aber wenn die Charmebolzen den Frust mit dem besten Rotwein runterspülen, Reno sein Majo und Pommes futterndes Töchterchen mit leckeren Brioches verwöhnt und Youn mit Leidenschaft jedes Kräutlein prüft, ist man schnell wieder versöhnt, hat nicht nur Riesenspaß, sondern auch Riesenhunger. Bon appétit. mk.

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