Filmhandlung und Hintergrund

Wuchtiges und bewegendes Drama um einen Aufstand in einer Jugendstrafanstalt im Norwegen des Jahres 1915.

Norwegen im Jahr 1915 in der Nähe von Oslo: Eine Gruppe straffälliger Jugendlicher lebt bei härtester Arbeit unter der Knute des strengen Anstaltsleiters und des Aufsehers, der sich nicht scheut, auch schon mal einen Schützling zu missbrauchen. Als ein aufmüpfiger Heranwachsender auf die Gefängnisinsel Bastoy kommt und sich gegen die Demütigungen wehrt, wagen auch einige seiner Leidensgenossen den Widerstand. Im unerbittlich kalten Winter starten die Insassen eine Meuterei gegen das unmenschliche System.

Ein aufmüpfiger Heranwachsender stemmt sich gegen Methoden und Missbrauch des strengen Anstaltsleiters einer Jugendanstalt. Wuchtiges und bewegendes Drama um einen Aufstand in einer Jugendstrafanstalt im Norwegen des Jahres 1915.

Bilderstrecke starten(7 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu King of Devil's Island

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. Das erschütternde Jugenddrama des norwegischen Regisseurs Marius Holst schildert in komprimierter Form die Zustände in einer Besserungsanstalt auf der Insel Bastøy zu Anfang des vorigen Jahrhunderts. Auf Archivmaterial und den Schilderungen ehemaliger Insassen basierend, entsteht das düstere Bild eines entbehrungsreichen und gewalttätigen Alltags. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die Freundschaft zweier ungleicher Jugendlicher, die sich gegen die Demütigungen auflehnen und den anderen Vorbild sind.

      Es mag vielleicht übertrieben erscheinen, dass gegen Ende ein Kriegsschiff die Insel ansteuert und bewaffnete Soldaten die Meuterei niederschlagen sollen. Aber der Regisseur versichert, dass die Armee in Wirklichkeit nicht nur einmal auf die Insel entsandt wurde, auf der Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 21 Jahren untergebracht waren. Die meisten von ihnen hatten allenfalls kleinere Straftaten begangen, wie der Olav im Film, der als Elfjähriger aus der Kollekte stahl und dafür mit sechs Jahren auf Bastøy büßen musste. Aber sie stammten alle aus sozial schwachen oder zerrütteten Familien und bekamen deswegen die Verachtung ihrer Betreuer zu spüren.

      Der Direktor, gespielt von Stellan Skarsgård, vertritt die damalige Auffassung, wenn er behauptet, die Jugendlichen verdankten jeden positiven Wesenszug nur seinem strengen Regiment. Die Jungen bekommen Namen wie C1 und C19, müssen schwere Arbeit verrichten und leiden Hunger. Der langjährige Hausvater Tor Bråthen, gespielt von Kristoffer Joner, betrachtet seine Zöglinge als Abschaum und greift sich einen von ihnen als Sexobjekt heraus. Obwohl alle anderen Jungen wissen, warum Ivar schließlich ins Wasser geht, fühlen sich die Betreuer so unangreifbar, dass sie die Verantwortung für diese Tragödie ungeniert auf die Jugendlichen abwälzen. Dieses Schicksal, welches das Fass zum Überlaufen bringt, erinnert an die Leiden zahlloser Missbrauchsopfer aus deutschen Heimen und Internaten auch viel jüngeren Datums.

      Der Schauspielschüler Benjamin Helstad spielt den rebellischen Erling, der sich mit dem fügsamen Olav anfreundet. Dessen Darsteller Trond Nilssen ragt aus dem jugendlichen Laienensemble mit seinem differenzierten Spiel besonders heraus. Die bleierne Schwere, die über der winterlichen Landschaft und dem monotonen Alltag liegt, erinnert an klassische Gefängnisdramen. Die stummen Blicke, die sich die Jungen zuwerfen, werden in dieser Atmosphäre der Unterdrückung allmählich zu einer eigenen Sprache. Sie dienen der Orientierung, der Abstimmung und sogar dazu, sich gegenseitig den Rücken zu stärken.

      Erling ist Analphabet, aber ein begnadeter Geschichtenerzähler. Gemeinsam mit Olav entwickelt er ein Fantasieszenario, das auf einem Walfängerschiff spielt. Es dient den Jugendlichen dazu, ihren Glauben an sich selbst zu stärken und an Werte, die sie in dieser Anstalt nicht finden. Erst dadurch können sie sich aus der Grausamkeit ihrer Umgebung herausschälen. Diese menschliche Entwicklung macht den ansonsten so bedrückenden Film, der auf den Festivals in Hamburg und Lübeck Preise bekam, erst erträglich.

      Fazit: Düsteres, bewegendes Jugenddrama über die Hintergründe einer Revolte in einer norwegischen Besserungsanstalt im Jahr 1915.
    2. King of Devil's Island: Wuchtiges und bewegendes Drama um einen Aufstand in einer Jugendstrafanstalt im Norwegen des Jahres 1915.

      Aufwühlendes Drama um die Rebellion straffälliger Jugendlicher auf einer berüchtigten norwegischen Gefängnisinsel.

      Mit Härte und Brutalität schockte Peter Mullans „Die unbarmherzigen Schwestern“ über den demütigenden Alltag klösterlicher Erziehung im Irland der 1960er Jahre. Noch weiter zurück geht Marius Holst. Sein aufwühlendes Drama über das Leben straffälliger Jugendlicher Anfang des 20. Jahrhunderts auf der norwegischen Gefängnisinsel Bastoy ist ein Stück europäisches Kino von einzigartiger Kraft, dass man anschließend erst einmal tief Luft holen muss. Unter der Knute des strengen Anstaltsleiters (Stellan Skarsgard von einer erschreckend emotionalen Kälte) und des Aufsehers, der ungeniert auch schon mal einen seiner Schützlinge sexuell missbraucht, sollen die Jugendlichen zu besseren Menschen erzogen werden. Die meisten von ihnen hatten nie ein Verbrechen begangen, sondern stammten aus ärmlichen Verhältnissen, der Staat übernahm die Rolle des Elternersatzes. Als der aufmüpfige Erling auf die Insel kommt, der jemanden getötet haben soll, und sich gegen Demütigungen wehrt und die anderen aufstachelt, kommt es im unerbittlich kalten Winter zur Rebellion.

      Auf der Basis einer wahren Begebenheit erzählt Marius Holst von einer verloren Jugend,

      die ihre Zukunft schon hinter sich hat und von Gewalt und Gegengewalt in einem vom zivilen Leben hermetisch abgeriegelten brutalen Mikrokosmos, in dem Nummern individuelle Namen ersetzen. Die Festlegung auf zwei charismatische Hauptfiguren im emotionalen Zentrum des Films sorgt für klare Strukturen, Identifikationsmöglichkeiten und große Empathie - auf der einen Seite der Neuankömmling und Aufrührer, der seinen Fluchtplan rigide verfolgt, und auf der anderen ein Junge, der kurz vor der Entlassung steht, diese nicht gefährden will und schweigt, erst sehr spät Position bezieht. Vor wuchtiger Naturkulisse und in monochromer Farbgebung, die erst gegen Ende von kräftigeren Farben abgelöst wird, spielt sich das Drama um Machtmissbrauch und Sehnsucht nach Freiheit ab, und visualisiert damit nicht nur die Kälte auf der Insel, sondern auch die in den Seelen, die sich erst nach und nach durch Freundschaft, Solidarität und (vergebliche) Hoffnung menschlichen Empfindungen öffnen. Die jungen Darsteller, größtenteils Anfänger oder Laien, sind mehr als überzeugend. Besser kann Kino nicht sein. mk.

    Kommentare