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Filmhandlung und Hintergrund

Auf der Suche nach Telly, der sie mit AIDS angesteckt hat, erlebt die junge Jennie eine Odyssee durch das New York ihrer Generation.Schließlich findet sie den rücksichtslosen Aufreißer auf einer wilden Party mit einem seiner vielen Mädchen.

Sie heißen Telly, Caspar, Jennie und ähnlich. Sie stehlen, vergewaltigen, brechen ein und nehmen pausenlos Drogen zu sich. Sie ziehen durch die Straßen von New York und dealen am Washington Square. Doch sie sind keine Schwerverbrecher, keine hartgesottenen Ganoven, sondern ganz normale Kids – Kids, die ihren Spaß haben wollen, Kids, die es überall auf der Welt gibt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 16jährige Jennie, die erfahren muß, daß sie HIV-poitiv ist – und das, obwohl sie erst einmal mit Telly Sex hatte. Und ihn versucht sie nun während einer sonntäglichen Odyssee durch den Big Apple zu finden.

Schockierendes Portrait einer Gruppe von Skatekids in New York. Larry Clarks desillusionierender Einblick in den Alltag einer Subkultur geriet zum heiß diskutierten Skandalstück bei den Filmfestspielen von Cannes. Geheimtip.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Schwerstbewaffnung von „Stirb langsam – Jetzt erst recht“, „Alarmstufe: Rot 2“, „Waterworld“ und Co. kann keinen täuschen: Der explosivste Film des Jahres ist „Kids“, Larry Clarks kompromißloses Porträt einer verlorenen Jugend, das bei seiner Premiere im Wettbewerb von Cannes beinahe für einen Eklat sorgte. Kein Zweifel: Das Regiedebüt des auch als Fotografen keineswegs unumstrittenen Fünfzigers über eine Gruppe von Skatekids aus dem New Yorker Washington Square Park trifft den unvorbereiteten Zuschauer wie ein Hammerschlag. Abgesehen von der 19jährigen Chloe Sevigny ausschließlich mit Laiendarstellern und in bester Direct-Cinema-Tradition mit Minimalbudget (200.000 Dollar), handgehaltener und bisweilen versteckter Kamera gedreht, folgt der Regisseur seinen „Kids“ hautnah und dennoch immer mit dem nötigen Abstand 24 Stunden durch den heißesten Tag des Jahres. Wenn der Film manchem zu viel ist, dann nur, weil Clark sich keinerlei Illusionen hingibt und jegliche Schönfärberei verweigert. Nüchtern, unbeteiligt und ohne merklich Stellung zu beziehen, dokumentiert er von der Eingangsszene, in der der 17jährige Telly eine zwölfjährige Jungfrau zum Sex überredet (sein Steckenpferd, wie er sich später brüstet), bis zur deprimierenden Schlußsequenz bei einer eskalierten Party mit schonungsloser Offenheit den Alltag seiner Großstadtjugendlichen. Ihre tabulosen Gespräche über Sex, den Mangel an Verantwortungsbewußtsein, den pausenlosen Drogen- und Alkoholkonsum und die erschreckende Absenz von Mitgefühl für andere fängt Clark mit der Unbestechlichkeit einer Dokumentation ein. Tatsächlich basiert „Kids“ jedoch auf einem Drehbuch des erst 19jährigen Harmony Korine, der die Manierismen, Gedanken und Sprache seiner Altersgenossen aus dem Effeff kennt und mit sensationellem Talent zu Papier gebracht hat. Im Mittelpunkt steht die 16jährige Jennie (Sevigny), die, obwohl sie erst einmal mit besagtem Telly Sex hatte, HIV- positiv getestet wird. Mit dem Bewußtsein, daß der Junge ohne es zu wissen ein Mörder ist, der ihre gesamte Clique dezimieren wird, macht sie sich auf die Suche nach ihm. Nach einer freudlosen Odyssee durch den Großstadtdschungel findet das Mädchen Telly in einem Schlafzimmer mit einem weiteren Mädchen, das er mit seiner rücksichtslosen Masche herumgekriegt hat. Das folgende schockierende Szenario hinterließ die Zuschauer in Cannes atem- und sprachlos. Nicht nur in den USA, wo ein NC-17-Rating und damit der Konflikt zwischen Miramax und Mutterfirma Buena Vista vorprogrammiert ist, wird „Kids“ hohe Wellen der Entrüstung schlagen. Noch in Cannes sicherte sich Senator die deutschen Verleihrechte an Clarks großartigem Filmstatement über eine Generation, die nie die Chance auf Unschuld hatte und der in ihren Augen gescheiterten Erwachsenenwelt mit völligem Fehlen von Moral und Ethik antwortet. ts.

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