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Kellerkind


Darsteller und Crew

  • Julia Ocker

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Kurztext:

      Ganz allein in einem düsteren Haus gebärt eine junge Frau ein Kind. Doch der Anblick des Neugeborenen ängstigt sie. Verstört und verzweifelt versteckt sie das Baby im Keller. Vor den Dorfbewohnern gibt sie vor, das Kind zu begraben. Doch die immer lauter werdenden Schreie aus dem Keller quälen die Frau. Als ihr Verhalten immer seltsamer wird, werden auch die Menschen im Dorf aufmerksam. Und die Spirale der Ausweglosigkeit dreht sich immer weiter. Mit reduziert eingesetzten Stilmitteln ist Julia Ocker von der Filmakademie Baden-Württemberg ein alptraumhafter Kurzfilm gelungen, der in nur knapp 10 Minuten eine Geschichte voller Intensität und atmosphärischer Dichte erzählt. Kein Bild erscheint zuviel, keine Deutung zwingt sich auf. Beeindruckend intensive Kurzfilmkunst.

      Gutachten:

      Julia Ockers animiertes Schwarz-Weiß-Melodram erzählt in handgemalten Bildern die beklemmende Geschichte eines psychischen Traumas, die im Stil Edgar Allan Poes an die Legende Kaspar Hausers anzuknüpfen scheint. Der kurze Film nimmt dabei jedoch nicht das offensichtliche Opfer, sondern die vermeintliche „Täterin“ ins Visier.
      Mit kunstvollem Strich und viel Suspense führt die Regisseurin den Betrachter in die seelischen Abgründe einer Frau, die ihr Kind im Keller versteckt hält. Das Grauen stellt sich bereits mit den ersten Einstellungen ein: Auf blankem Boden, allein in einem kargen Raum, bringt eine junge Frau ein Kind zur Welt. Voller Angst und Entsetzen fällt ihr Blick auf das strampelnde Geschöpf. Close-Ups und Lichteffekte verdoppeln die Dramatik eines schwarz umrandeten Augenpaars, wenn hinter der verschlossenen Tür animalisches Geheul erklingt. Den Menschen gegenüber hat sie ihr Kind für tot erklärt, anstelle seiner jedoch nur den Milchtopf begraben.
      Wie aus weiter Ferne zeigt die Kamera eine Gruppe von Frauen in dunklen, hochgeschlossenen Gewändern, die grauen Umrisse eines Hauses, eine steile Kellertreppe, ein aufgeschüttetes Grab mit schwarzem Kreuz. Die mit Tusche auf Papier gebannten Figuren wirken in ihrer diffusen Gestalt wie Bewohner einer tristen fernen Welt, aus der es kein Entrinnen gibt. Erst als im Showdown Verrat und Verbrechen ans Licht geraten und der bigotte Mob sich gegen Frau und Kind richtet, finden „Monster“-Mutter und verunstaltetes Kind endlich zueinander.
      KELLERKIND ist ein gelungener kurzer Kunstfilm-Thriller mit überzeugenden Film Noir-Elementen voller albtraumhafter Spannung und atmosphärischer Dichte, der mit einer gut kalkulierten Dramaturgie unwirtliche Lebenszusammenhänge adäquat in Szene setzt.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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