„Keine Zeit für Träume“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama: Das Leben einer Familie verändert sich dramatisch durch die Diagnose ADS bei einem der Kinder.

Die elfjährige Merle kann sich im Unterricht nicht konzentrieren: Die kleinste Ablenkung genügt, und schon ist sie nicht mehr bei der Sache. Als eine Untersuchung zweifelsfrei ergibt, dass Merle unter der Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADS) leidet, lehnen ihre Eltern die Kombination aus Therapie und Medikamenten ab: Sie wollen ihrer Tochter selbst helfen, unterschätzen jedoch, welchen Raubbau sie damit an ihren Kräften treiben.

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Kritikerrezensionen

  • Keine Zeit für Träume: TV-Drama: Das Leben einer Familie verändert sich dramatisch durch die Diagnose ADS bei einem der Kinder.

    Das außerordentlich gut gespielte Drama mit Anneke Kim Sarnau und Harald Schrott erzählt, wie eine Familie durch ADS in einen Ausnahmezustand gerät.

    Für die einen ist das Leben ein langer, ruhiger Fluss. Für andere ist es ein Flur, von dem rechts und links ganz viele Türen abgehen, und sie können nicht anders, als jede einzelne zu öffnen. Kein Wunder, dass sich die elfjährige Merle im Unterricht nicht konzentrieren kann: Die kleinste Ablenkung genügt, und schon ist sie nicht mehr bei der Sache. Hauptfiguren des einfühlsam erzählten und außerordentlich gut gespielten ADS-Dramas „Keine Zeit für Träume“ sind jedoch die Eltern des Kindes (Anneke Kim Sarnau, Harald Schrott). Als eine Untersuchung zweifelsfrei ergibt, dass Merle unter der Aufmerksamkeitsdefizit-Störung leidet, lehnen sie die Kombination aus Therapie und Medikamenten ab: Sie wollen ihrer Tochter selbst helfen, unterschätzen jedoch, welchen Raubbau sie damit an ihren Kräften treiben. Am Ende steht die komplette Familie vor dem Kollaps. Die Handlung sowie das Verhalten der beteiligten Personen sind jederzeit glaubwürdig, zumal sich der Film nicht auf die Störung konzentriert. Das Drehbuch von Regine Bielefeldt nimmt sie vielmehr zum Anlass, um zu beschreiben, was der Ausnahmezustand mit allen Beteiligten anstellt. Das Verhalten der Familienmitglieder ist jederzeit stichhaltig und nachvollziehbar: von der strikten Ablehnung der Psychopharmaka über das plötzliche auffällige Benehmen der vernachlässigten älteren Tochter bis hin zum Zusammenbruch und dem drohenden Zerwürfnis der Eltern. Entsprechende Bedeutung kommt der Besetzung des Films zu. Natürlich ist es keine Überraschung, dass Anneke Kim Sarnau und Harald Schrott die ganze Bandbreite der ehelichen Szenen überzeugend spielen, aber gerade die extremen Momente gegen Ende, wenn jedes Gespräch zwischen den Eltern in einen Streit mündet, bis sie sich schließlich nur noch entnervt anschreien, hat Christine Hartmann mit erschütternder Glaubwürdigkeit inszeniert. Das große Kapital des Films aber sind die beiden Mädchen. Die junge Greta Bohacek stößt nur ganz wenige Male an ihre Grenzen; ansonsten verkörpert sie das Kind ganz großartig. Ähnlich eindrucksvoll ist die Leistung von Stella Kunkat als 14jährige Lea, die von den Eltern überhaupt nicht mehr wahrgenommen wird und mit Rebellion auf sich aufmerksam macht. Die junge Berlinerin hat unter anderem bereits in dem Vater/Tochter-Drama „Die Zeit der Kraniche“ eine bemerkenswerte Leistung abgeliefert. tpg.

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