Kaffee, Milch und Zucker

   Kinostart: 23.03.1995

Filmhandlung und Hintergrund

Frauen erobern langsam, aber immer gewaltiger auch den modernen Hollywood-Film. Nach Jonathan Kaplans Damenwestern „Bad Girls“ und Deepa Mehtas wunderschön weiblichen Road Movie „Camilla“ mit Jessica Tandy und Bridget Fonda ist es nun Herbert Ross („Magnolien aus Stahl“), der in seinem neuesten Film gleich drei starke Frauen in Hauptrollen besetzt. Dem ausgezeichneten Spiel des Trios Whoopi Goldberg, Drew Barrymore und...

Eine Anzeige führt die Nachtclubsängerin Jane und die Immobilienmaklerin Robin zusammen. Gemeinsam wollen die beiden grundverschiedenen Frauen die USA durchqueren. Auf dem Weg besuchen sie Janes quirlige Freundin Holly, die sich dem Duo nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit ihrem Freund anschließt.

Nachtclubsängerin Jane will New York verlassen und geht aus finanziellen Gründen mit der Immobilienmaklerin Robin eine Fahrgemeinschaft ein. Bei einem Zwischenstop nehmen sie Janes flippige Freundin Holly mit an Bord. Im Verlauf der Reise freundet sich das ungleiche Trio immer besser an und beschließt, gemeinsam in einem Kaff irgendwo in Arizona eine WG zu gründen. Die Freundschaft wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, als sich herausstellt, daß Holly wegen Mordes gesucht wird und Robin HIV-positiv ist.

Herbert Ross („Magnolien aus Stahl“) hat in seinem tragikomischen Road Movie gleich drei starke Frauenrollen parat, und das Trio Whoopi Goldberg („Sister Act“), Drew Barrymore („Batman Forever“) und Mary-Louise Parker („Grüne Tomaten“) dankt es ihm mit Spitzenleistungen. Eine geglückte Gratwanderung zwischen subtilem Humor und Melancholie.

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Kritiken und Bewertungen

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2 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • Frauen erobern langsam, aber immer gewaltiger auch den modernen Hollywood-Film. Nach Jonathan Kaplans Damenwestern „Bad Girls“ und Deepa Mehtas wunderschön weiblichen Road Movie „Camilla“ mit Jessica Tandy und Bridget Fonda ist es nun Herbert Ross („Magnolien aus Stahl“), der in seinem neuesten Film gleich drei starke Frauen in Hauptrollen besetzt. Dem ausgezeichneten Spiel des Trios Whoopi Goldberg, Drew Barrymore und Mary-Louise Parker ist es auch zu verdanken, daß diese sentimentale Tragikomödie über die Freuden und Leiden des zeitgenössischen, längst nicht mehr schwachen Geschlechts bis zur letzten Minute fasziniert. Obwohl die Inszenierung überwiegend souverän ist, die humorvoll-selbstironische Komponente der Protagonisten kaum außer Acht gelassen wird und die Besetzung absolute Starqualitäten hat, wird es „Boys on the Side“ wegen seiner melancholischen Grundstimmung und der ungewöhnlichen Thematik nicht leicht haben, das breite Publikum für sich zu gewinnen. „Boys on the Side“ beginnt wie ein Road Movie. Die farbige Nachtclubsängerin Jane (Whoopi Goldberg) und die alleinstehende Immobilienmaklerin Robin (Mary-Louise Parker aus „Grüne Tomaten“) kehren New York den Rücken. Weniger aus Sympathie denn aus finanziellen Gründen gehen die beiden Frauen eine Fahrgemeinschaft ein. Bei einem Zwischenstop auf ihrer Reise nehmen sie Janes flippige Freundin Holly (Drew Barrymore) mit an Bord. Im Verlauf der Zeit entwickelt sich zwischen dem ungleichen Trio eine hautenge Beziehung, die in dem Beschluß gipfelt, sich gemeinsam in einem Kaff irgendwo in Arizona niederzulassen. Doch in dieser nur scheinbar heilen Welt beginnen die drei allmählich, ihr Innenleben nach außen zu kehren. Während Holly, die angeblich ihren gewalttätigen Freund umgebracht haben soll, mit der Justiz und einer unerwarteten Schwangerschaft zu kämpfen hat, stellt sich heraus, daß Jane eine unglückliche Lesbierin ist und Robin HIV-positiv ist und ihr Leben nur noch an einem seidenen Faden hängt. „Boys on the Side“ ist ein Film der Darsteller. Whoopi Goldberg stellt nachdrücklich unter Beweis, daß sie weit mehr bieten kann als plumpe Komik. Mary-Louise Parker ist ausgestattet mit dem weitaus schwierigsten Part. Dennoch schafft sie beinahe spielend den Wechsel von der Karriere-Tussi zur todkranken Frau. Und Drew Barrymore ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein herrlich verrücktes blondes Ding, das in der Lage ist, sentimentale Momente mit einem bloßen Wimpernaufschlag aufzulösen. Probleme hat „Boys on the Side“ vielmehr in der Dramaturige. Während Herbert Ross in der ersten Hälfte mit wunderbarer Leichtigkeit ein Road Movie der besonderen Art präsentiert, verfällt er im zweiten Teil in ein tränenreiches Jammertal. In dem Moment, in dem der Regieveteran die Gegenwart verläßt und damit beginnt, in der Vergangenheit seiner Charaktere zu wühlen, wirkt sein zuvor so präzises Porträt zunehmend schwerfällig. Bei „Magnolien aus Stahl“ funktionierte dieser emotionale Drahtseilakt zwischen Humor und Tod auch beim Publikum. Ob auch dieses Trio einen Draht zu den Kinogängern hat, wird sich in Kürze zeigen. lasso.

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