Filmhandlung und Hintergrund

Knüppelharter, staubtrockener Vampirfilm in Spaghetti-Western-Ambiente vom Meister des Horrors John Carpenter.

Im Auftrag des Vatikans zieht Vampir-Killer Jack Cross mit seinem Team durch das amerikanische Hinterland, um Untote aufzustöbern, zu harpunieren und im Sonnenlicht in Rauch und Asche aufgehen zu lassen. Schließlich bekommt er es mit Valek zu tun, der mit Hilfe eines sagenumwobenen Kreuzes die Macht erhalten will, bei Tageslicht zu wandeln und fast Cross‘ gesamte Mannschaft niedermetzelt.

Valek, der Meister aller Vampire, steht kurz vor dem totalen Triumph. Endlich weiß er, wo sich das goldene Kreuz befindet, jenes jahrhundertealte Artefakt, welches es den Blutsaugern ermöglicht, dem Sonnenlicht zu trotzen. Die einzigen, die Valek und seine Artgenossen jetzt noch aufhalten können, sind Jack Crow, geheimer Vampir-Beauftragter der katholischen Kirche, und sein dreiköpfiges Team. Mit Hilfe der Prostituierten Katrina kommt Jack dem Meister-Vampir auf die Spur. Schließlich folgt das alles entscheidende Duell in der Wüste…

Jack Crow, geheimer Vampir-Beauftragter der katholischen Kirche, soll den Meister der Vampire, Valek, daran hindern, in den Besitz des goldenen Kreuzes zu kommen, das den Vampiren ermöglicht, im Sonnenlicht zu überleben. Spannender Grusel-Schocker im Western-Ambiente von Altmeister John Carpenter.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Carpenters Film ist rauh. Er ist absolut nichts für sanfte Gemüter, ganz im Gegenteil: Hier wird gesplattert was das Zeug hält. Leider ist er ein völlig abhängiger Studiofilm und so bleibt er in seinen Konventionen stecken, obwohl er durchaus in der Lage gewesen wäre, dem Genre neuen Saft zu geben.

      Brilliant sind die beiden Gegenspieler James Woods und Thomas Ian Griffith. Griffith ist die perfekte Besetzung für den düsteren Blutsauger und spielt seine Rolle mit merklich viel Freude aus. Woods hingegen kann sein Macho-Ego endlich mal wieder voll zur Geltung kommen lassen und orientiert sich deutlich an den lakonischen Western-Helden der Italofilme der 60er und 70er - den Zigarrenstummel hält er im Mundwinkel wie Eastwood zu seinen besten Zeiten.

      Das Script verquickt Horror-, Gothic- und Westermythen. Atmosphäre wird hier hauptsächlich durch die düstere Lebensgeschichte des Vampirs Valek erzeugt, die sich quer durch den Film zieht, jedoch leider nie in Bildern dargestellt wird, sondern nur aus den Reden des Priesters zu ersehen ist.

      Ziemlich daneben ist jedoch teilweise die Personencharakterisierung, besonders die des Vater Adam, der innerhalb von zwei Tagen vom ängstlichen Bücherwurm zum blutrünstigen, machomäßigen Vampirkiller mutiert (Jack Crow fragt ihn gegen Ende: "Pater, haben sie beim Vampirtöten einen Ständer bekommen?" Und Vater Adam antwortet: "Wie aus Mahagoni!") Tiefe (ja, ein bißchen Tiefe ist da) gibt es gegen Ende durch die tragische Liebesgeschichte.

      Fazit: Ein rauher, guter Horrorfilm im Tarantino-Stil, der jedoch in seinen Konventionen stecken bleibt.
    2. John Carpenters Vampire: Knüppelharter, staubtrockener Vampirfilm in Spaghetti-Western-Ambiente vom Meister des Horrors John Carpenter.

      Während „Halloween: H2O“ in den US-Kinos gegenwärtig kommerziell erfolgreich an John Carpenters Geniestreich aus dem Jahr 1978 gemahnt, versucht der Meister selbst, mit einem knüppelharten, staubtrockenen Vampirfilm an die Horrorerfolge der frühen Tage anzuschließen. Wäre da nicht ein im Schnitt verschenkter Showdown, könnte Carpenter mit seinem „Buffy, the Vampire Slayer“ für Männer durchaus Vollzug vermelden: Das gnadenlose Duell zwischen Vampirjäger James Woods und einem übermächtigen Nachtfürsten im Spaghettiwestern-Ambiente ist aber auch so mit Abstand das beste, was der Schreckensspezialist in diesem Jahrzehnt auf die Beine gestellt hat.

      Allzu schwierig ist das nicht, denn mit Ausnahme von „Die Mächte des Wahnsinns“ ließ Carpenter in den letzten Jahren mit Filmen wie „Flucht aus L.A.“, „Das Dorf der Verdammten“ oder „Jagd auf einen Unsichtbaren“ nichts unversucht, die Geduld auch der hartnäckigsten Fans auf eine schwere Probe zu stellen. Schön zu sehen, daß der alte Mann des Horrors versucht, es Wes Craven gleichzutun, wieder die Ärmel hochgekrempelt hat und sich alter Tugenden besinnt: Um zu zeigen, daß er es ernst meint, beginnt er Largos lange angekündigten Schocker mit einem derart fulminant realisierten Massaker im Stile von „From Dusk Till Dawn“, daß man regelrecht Mitleid mit den Blutsaugern bekommen will: Im Auftrag des Vatikans zieht der Fearless Vampire Killer Jack Cross mit seinem Team durch das amerikanische Hinterland, um Untote aufzustöbern, zu harpunieren und im Sonnenlicht in Rauch und Asche aufgehen zu lassen. Mörderischer ist allenfalls Jacks Mundwerk: Wenn er seine Todfeinde als „Schwuchteln“ beschimpft und sich über ihren Mundgeruch lustig macht, dann wird auch der letzte Respekt vor den todbringenden Höllenkreaturen vom Wüstenstaub geschluckt. James Woods hat sichtlichen Spaß an der Rolle des Zynikers Cross, der es schließlich mit Valek zu tun bekommt, einem 600jährigen Vampirfürsten, der mit Hilfe eines sagenumwobenen Kreuzes die Macht erhalten will, bei Tageslicht zu wandeln und in seinem beeindruckenden ersten Auftritt nahezu Cross‘ komplette Mannschaft auslöscht. So weit, so „Blade“: Anders als Stephen Norringtons Vampirhit hält es Carpenter allerdings nicht mit dem hyperaktiven Videoclip-Stil unserer Tage, sondern mit dem knorrigen Existentialismus-Kino eines Sam Peckinpah, in dem Szenen in langen Einstellungen Wirkung zeigen dürfen und Platz für Subtexte und Seitenhiebe bleibt. Wenn Carpenter seinen Helden Cross und dessen Sidekick Tony (Daniel Baldwin) mit Hilfe einer infizierten, aber noch nicht gestorbenen Prostitiuierten („Twin Peaks“-Leiche Sheryl Lee) Kontakt mit Valek halten läßt, ist die Aids-Parabel nur zu offensichtlich. Wenn der Regisseur Cross‘ Auftraggeber, einen von Maximilian Schell gespielten katholischen Kardinal, als Opportunisten und Verräter entlarvt, dann freut er sich geradezu kindlich, der Kirche en passant eine schallende Ohrfeige zu erteilen. Für postmoderne Ironie à la „Scream“ ist in diesem erwachsenen Blutbad folglich kein Platz. Leider verpaßt es Carpenter, seinen antiklimatischen Showdown mit dem verdienten Payoff zu adeln. Statt dessen wendet er sich verschämt vom Duell mit den letzten Vampiren ab und bringt seine blutige Ballade zu einem halbgaren Ende. In Erinnerung bleiben dennoch die Bilder von den Untoten, die sich bei Sonnenuntergang aus dem Wüstensand erheben - genug, um dem Kinogänger das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. ts.

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