Filmhandlung und Hintergrund

TV-Tragikkomödie um einen unzufriedenen Gatten, der sich heimlich absetzt und eine ratlose Familie zurücklässt.

Einmal im Jahr an Fronleichnam findet sich die weit verstreute Verwandtschaft im Haus der Lürzers zum großen Familienfest ein. Wie immer gibt Hausherrin Luise die Anordnungen, ihr Mann Helmut bewirtet beflissentlich die Gäste. Dann ist der frühpensionierte Lehrer plötzlich spurlos verschwunden. Die Verwirrung in der Familie ist groß. Eine Vermisstenanzeige wird aufgegeben. Schließlich führt eine heiße Spur nach Italien.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Jeder Mensch braucht ein Geheimnis: TV-Tragikkomödie um einen unzufriedenen Gatten, der sich heimlich absetzt und eine ratlose Familie zurücklässt.

    Das Werk des österreichischen Regisseurs und Drehbuchautoren Wolfram Paulus umfasst Komödien und Dramen. In seinem neuesten Fim „Jeder Mensch braucht ein Geheimnis“ bringt er beides zusammen.

    Ausgangspunkt der Tragikkomödie bildet das plötzliche Verschwinden von Ehemann Helmut (Dietmar Mues), das im Hause Lürzer große Turbulenzen auslöst, zu Spannungen unter den vier erwachsenen Kindern führt und Eheprobleme zutage treten lässt.

    Es erweist sich als ein geschickter dramaturgischer Griff von Wolfram Paulus, mit dem Erzählstrang um den verschwundenen Ehemann die Geschichten der Kinder, ihres Berufs- und Familienlebens zu verknüpfen. Dadurch steigern sich die Verwicklungen, aber dank des flüssigen, unaufdringlichen Inszenierungsstils gewinnt der Zuschauer nie das Gefühl, dass der Plot überfrachtet wird. Das gleiche gilt für die insgesamt recht komplexe Erzählstruktur mit einer Vielzahl von Rückblenden und mehreren Traumsequenzen, die Buch und Regie mit ihrem Gespür fürs Wesentliche mühelos integrieren. Dass zugleich ein gewisser Spannungsbogen entstehen kann, ist dem Einfall des Drehbuchs zu verdanken, die Ereignisse konsequent aus der Perspektive der betroffenen Familie zu erzählen.

    Die Gratwanderung zwischen Komödie und Drama ist durchweg gelungen: Paulus beweist bei vielen kleinen Details Gespür für Komik, lässt zugleich jedoch noch Raum für ernste und nachdenkliche Töne.

    Zum Gelingen der Tragikkomödie tragen aber auch die vortrefflich besetzten Rollen bei. So vermitteln Thomas Unger, Gabriele Benesch, Doris Schetzmayer und Lena Dörie als die Darsteller der vier erwachsenen Kinder mit viel Spielfreude die Turbulenzen ihres Berufs- und Privatlebens im Schatten der Affäre um den verschwundenen Vater Helmut. Ein angemessen zurückhaltend aufspielender Dietmar Mues wiederum verleiht seiner Figur die nötige Glaubwürdigkeit. Darstellerische Glanzpunkte setzt nicht zuletzt Hannelore Hoger als dominant-resolute Ehefrau Luise, die im Verlauf der Affäre auch nachdenklich-reflexive Töne einbringt und verletztliche Seiten zeigt. mh.

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