Filmhandlung und Hintergrund

Billy Bob Thorntons vierte Regiearbeit erzählt vom Clash der Kulturen und Generationen in einer Familie bei einer Beerdigung 1969 in Alabama.

Jim Caldwells Exfrau ist gestorben. Wegen eines Briten hat sie den eingefleischten Südstaatler und die gemeinsamen Kinder vor Jahren verlassen. Nun soll sie, ihrem letzten Wunsch gemäß, in der alten Heimat Alabama bestattet werden. Dazu reist der Witwer mit den zwei Kindern an – für Jim eine riesige Herausforderung. Er hat schließlich schon mit seinen beiden Söhnen genug zu tun: Der eine beschäftigt sich nach einer Vietnamverwundung nur noch mit seiner Autosammlung, der andere protestiert, meist unter Drogen, gegen den Krieg in Fernost.

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Kritikerrezensionen

    1. Lange Zeit galt Billy Bob Thornton, Darsteller und Autor des gefeierten Noir-Thrillers "One False Move" (1992) sowie in seinem Durchbruch "Slingblade" (1996) noch als Regisseur beteiligt, als Wunderkind des US-Independentkinos. Doch seit Produzent Harvey Weinstein dessen epische Romanverfilmung "All die schönen Pferde" (2000) um eine Stunde kürzte und die Familientragikomödie "Daddy and them – Durchgeknallt in Arkansas" (2001) nur auf DVD veröffentlichte, fiel der Stern des wandlungsfähigen Akteurs. Daher dauerte es elf Jahre, bis Thornton seine vierte Regiearbeit "Jayne Mansfield´s Car" vorlegten konnte, der teils mit russischen Geldern finanziert wurde. Es ist allerdings kaum anzunehmen, dass sich dieses neue Südstaaten-Familiendrama zum Box Office-Hit entwickelt, denn dazu fällt der Tonfall zu uneinheitlich, die Inszenierung zu unausgeglichen und der Stoff zu überfrachtet aus.

      Im Mittelpunkt stehen drei Brüder und ihr herrischer Vater, was ein Wiedersehen mit Robert Duvall in einer seiner Paraderollen bietet. Neben Robert Partrick ("Terminator 2") als gottesfürchtiger Cop und Thornton als gestört-skurriler Kriegsveteran verkörpert der viel beschäftigte Kevin Bacon den dauerkiffenden, tätowierten Vietnam-Gegner Caroll als schwarzes Schaf, dessen Sohn zunächst auf Spuren seines freakigen Dads wandelt. Generationskonflikte zählen zu Thorntons Stammmotiven und bestimmen über weite Strecken ebenso das Konfliktpotential des Plots.

      Im Mittelteil fokussieren sich Thornton und sein steter Co-Drehbuchautor Tom Epperson allmählich auf den "Culture Clash"-Aspekt. Im Aufeinandertreffen der britischen Snobs und des bornierten Südstaatenclans gewinnt das Zeitporträt sein komisches Potential, wobei zahlreiche nationale Vorurteile wie Scherze über das englische Essen nicht fehlen dürfen. Zunächst vermag der engstirnige US-Patriarch die ungeliebten britischen Invasoren nur widerwillig akzeptieren, wie auch der distinguierte Kingsley, stets mit eleganten Gehstock auftretend, über die verstockten Amis nur den Kopf schütteln kann. Dagegen fällt der bullige Phil durch sein lautes Auftreten auf und zückt mit Vorliebe protzige Zigarren. Bald zeigt es sich, dass die Frauen weitaus schneller bereit sind, auf die gegebenen Situationen zu reagieren, weshalb allmählich romantische Verwicklungen für Skip und seine Schwester Vicky (Shawnee Smith) eintreten. Wenn Daddys Teegenuss allerdings durch LSD-Zusatz versüßt wird, was für Emotionsausbrüche und neue Turbulenzen sorgt, gehört dieser Einfall schon seit den Sechzigern zu den bewährten Scherzen des US-Kinos.

      Als dritter zentraler Angelpunkt schälen sich langsam die Kriegstraumata mehrerer Protagonisten heraus. Bei Skip manifestieren sich unauslöschbare Erinnerungen an erlebte Schrecken in seiner Faszination für Autos und Flugzeuge, während sein längst pensionierter Vater jede Unfallstelle aufsucht, der er habhaft werden kann. Die Visite eines Autowracks, in dem angeblich Jayne Mansfield starb, als reisende Jahrmarktssensation offenbart eine pathologische Sucht für alles Morbide, die dem Film seinen Titel verlieh. Als Zeichen seiner Geringschätzung überkommener militärischer Riten steckt sich Skip später seine Orden in die nackte Brust – ein Einfall, der allerdings dem Satireklassiker "Catch 22" entlehnt wurde. Aber selbst diese Provokation kann die Kommunikation zwischen Vater und Sohn nicht fördern.

      Durchaus kann Thornton mit eindringlichen Sequenzen aufwarten, indem er schließlich verdeutlicht, dass die Familienmitglieder trotz tief sitzender Kränkungen nicht völlig die Achtung voreinander verloren haben und die familiäre Bande tiefer verankert ist als zunächst angenommen. Doch bei einer Laufzeit von über zwei Stunden kommt der Erzählrhythmus immer wieder ins Schlingern, und der Stil wechselt von derbem oder makaberem Humor zu düsteren Momenten, ohne ganz den passenden Stil zu treffen. Ein weiterer erzählerischer Fauxpas liegt darin, die britische Sippe am Ende sang- und klanglos aus der Handlung verschwinden zu lassen wie zuvor schon zeitweise Kevin Bacons Charakter oder das schwarze Personal. Daher vermag Billy Bob Thorntons vierte Regiearbeit trotz darstellerischer Qualitäten nur zu teilweise zu überzeugen.

      Fazit: Billy Bob Thorntons "Jayne Mansfield´s Car" erweist sich als uneinheitliches Familienporträt zwischen stimmiger Endsechziger-Atmosphäre, komödiantischen Einlagen und überzogenen Elementen.
    2. Jayne Mansfield's Car: Billy Bob Thorntons vierte Regiearbeit erzählt vom Clash der Kulturen und Generationen in einer Familie bei einer Beerdigung 1969 in Alabama.

      Vom Clash der Kulturen und Weltvorstellungen erzählt Oscar-Preisträger Billy Bob Thornton („Sling Blade“) in seiner vierten Regiearbeit und lässt unterschiedliche Männer verschiedener Generationen mit Wucht aufeinanderprallen. 1969, zum Höhepunkt des Vietnam-Protests, spielt die vom Russe Alexander Rodnyansky („An einem Samstag“) produzierte Arbeit, zu der Thornton auch das Drehbuch schrieb. In der Rolle des Rednecks Caldwell glänzt Robert Duvall, zur Vorzeigebesetzung gehören neben dem Regisseur auch John Hurt, Kevin Bacon und Robert Patrick.

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