Filmhandlung und Hintergrund

Brisanter authentischer Thriller um skandalöse Praktiken großer Industrie- und Medienkonzerne und dem Kampf zweier Männer für Integrität und Gerechtigkeit.

Dr. Jeffrey Wigand, ehemaliger Forschungsleiter eines Zigarettenherstellers, enthüllt dem renommierten Nachrichtenfernsehmagazin „60 Minutes“ skandalöse Praktiken der Tabakkonzerne. Weil der TV-Sender eine Milliardenklage befürchtet, wird sein Interview aus der Sendung geschnitten. Wigand ist dem Selbstmord nahe. Doch der ehrenbewußte Produzent der Sendung setzt alle Hebel für ihn in Bewegung.

Dr. Jeffrey Wigand war bis vor kurzem als hochrangiger Angestellter bei einem Zigaretten-Konzern beschäftigt. Jetzt erklärt er sich bereit, in der Nachrichtensendung „60 Minutes“ über die illegalen Geschäftspraktiken seines Ex-Arbeitgebers auszusagen. Doch als der allmächtige Boss der TV-Station CBS beschließt, das Interview aus „wirtschaftlichen“ Gründen nicht auszustrahlen, bricht nicht nur für Wigand, sondern auch für „60 Minutes“-Moderator Lowell Bergman eine Welt zusammen.

Dr. Jeffrey Wigand, ehemals hochrangiger Angestellter bei einem Zigaretten-Konzern, lässt sich für die Nachrichtensendung „60 Minutes“ über die illegalen Geschäftspraktiken seines Ex-Arbeitgebers interviewen. Doch dann untersagt der Boss des TV-Senders aus „wirtschaftlichen“ Gründen die Ausstrahlung. Michael Manns beeindruckender Thriller, der sowohl die Machenschaften der Tabak-Industrie untersucht als auch einen Blick hinter die Kulissen des US-Fernsehens wirft. Mit Russell Crowe („Gladiator“) und Al Pacino hochrangig besetzt.

Bilderstrecke starten(4 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Insider

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

4,5
4 Bewertungen
5Sterne
 
(2)
4Sterne
 
(2)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. Michael Mann (Heat) versteht es, den dokumentarischen Charakter des Filmes, der auf einer tatsächlichen Begebenheit beruht, so mit seinem ihm eigenen Stil zu verweben, dass man in den ca. 160 Minuten des Filme nicht einmal das Gefühl hat, der Film sei zu lang. Man erhält einen Einblick in die Konzernstrukturen der Tabakindustrie und bekommt einen Eindruck, was die Tabaklobby alles zu vertuschen in der Lage ist.

      Getragen wird der Film zu gleichen Teilen von Manns und Spinottis (Kameramann, u.a. Heat, L.A. Confidential) handwerklicher Perfektion. Dazu gehört auch die perfekt beleuchtete Außenszenen, wie in dem Fall, als Pacino knietief im Wasser steht und mit Crowe telefoniert. Im Ganzen sollte man die unglaubliche schauspielerische Leistungen der sich sehr gut ergänzenden Hauptdarsteller Crowe und Pacino auf sich wirken lassen.

      Fazit: Ein Film, der seine Oscar-Nominierungen mehr als verdient hat. Absolut sehenswert!
    2. Insider: Brisanter authentischer Thriller um skandalöse Praktiken großer Industrie- und Medienkonzerne und dem Kampf zweier Männer für Integrität und Gerechtigkeit.

      Seinem packenden Kriminaldrama „Heat“ läßt Regisseur Michael Mann vier Jahre danach einen explosiv-intensiven Thriller über teerschwarze Machenschaften in der Zigarettenindustrie mit Blick hinter die Kulissen einer korrupten Medienmaschinerie nachfolgen. Erzählt wird die authentische Geschichte eines Insiders, der dem renommierten Nachrichtenfernsehmagazin „60 Minutes“ unter Einsatz seines Lebens skandalöse Praktiken der Tabakkonzerne enthüllte, um anschließend im Zuge geschäftsinterner Bedenken des TV-Senders im Stich gelassen zu werden. Getragen wird das atmosphärische Moral-Epos von den überragenden Darstellerleistungen Russell Crowes und Al Pacinos.

      Das von Mann mitverfasste, vielschichtige Drehbuch beruht auf dem Artikel „The Man Who Knew Too Much“ von Marie Brenner im Magazin Vanity Fair aus dem Jahre 1996. Darin wurde die moralische, finanzielle und familiäre Totaldestruktion des ehemaligen Forschungsleiters des Brown & Williamson-Konzerns, Dr. Jeffrey Wigand, geschildert, nachdem er mit seinem Wissen über die gezielte chemische Erhöhung des Nikotingehalts und der damit verbundenen Suchtsteigerung an die Öffentlichkeit trat. Dies erwies sich als besonders brisant im Licht einer Schadensklage gegen Zigarettenhersteller, deren Geschäftsführer kurz zuvor einem Kongresskomittee gegenüber ausgesagt hatten, daß ihr Produkt nicht süchtig mache und sie somit keiner Haftung unterliegen würden. Der in die Enge getriebene Mittelklasse-Jedermann Wigand wird im Film hervorragend von einem mit Übergewicht und blondgrauen Haaren fast nicht wieder zu erkennenden Russell Crowe („L.A. Confidental“) mit der schwelenden Wut eines wilden Stieres gespielt. Der zunächst zurückhaltende, da seinem ehemaligen Arbeitgeber vertraglich zu Stillschweigen verpflichtete Informant wird vom hyperaktiven „60 Minutes“-Über-Produzenten Lowell Bergman (Pacino verströmt aus jeder Pore Aufrichtigkeit und noble Ehrenhaftigkeit) zu seiner Aussage bewegt. Die Folgen sind verheerend: Über Wigand bricht eine schmutzige Rufmordkampagne herein, er wird mit Morddrohungen überhäuft, aufgrund des wachsenden Drucks wird er von seiner Frau verlassen und ist schließlich selbst dem Selbstmord nahe, als der CBS-Sender sein Interview, für das sein Leben vor die Hunde gegangen ist, aus der Sendung schneidet, um einer Klage der Zigarettenkonzerne zu entgehen. Doch die New York Times bekommt aus zuverlässiger Quelle Wind von der himmelschreienden Geschichte und setzt mit ihrer Veröfftlichung etliche Hebel in Bewegung.

      Mann erzählt eine klassische David-gegen-Goliath-Saga, die auf zwei Ebenen ausgeweitet wurde. Auf der einen Seite stehen seine beiden Helden Wigand und vor allem Bergman, Männer ihres Wortes, die für Integrität und Moralbewußtsein stehen. Ihre schier unbezwingbaren Opponenten auf der anderen Seite sind das profitgierige Big Business - die Tabakindustrie und das Mediengeschäft - die letztlich durch die couragierte Bereitschaft zur Selbstaufopferung in die Knie gezwungen werden können. Mann versteht es dabei, selbst aus den banalsten Details, wie dem Hin und Her von Faxbotschaften, ein Maximum an Spannung herauszuquetschen. Eine Reihe von exzellenten Nebendarstellern - allen voran Christopher Plummer als arrogant-opportunistischer Nachrichtenmoderator Mike Wallace - verleihen dem beklemmenden Orwellschen Thriller zusätzliche Tiefe. Mit dem Einsatz von bedeutungsschwerer Stille wird zudem mehrmals die trübsinnige Schicksalshaftigkeit einzelner Entscheidungen unterstrichen. Bei einer Länge von 157 Minuten verlangt das bestechend exquisit gefilmte Moraldrama einen langen Atem von seinem Publikum, doch wird auch mit einem cineastischen Produkt feinster Machart aufgewartet - wie nicht anders zu erwarten von dem Macher von „Der letzte Mohikaner“ und „Heat“, der einmal mehr beweist, daß Qualität und Intelligenz durchaus Platz haben in hochmodernem Entertainment. ara.

    News und Stories

    Kommentare