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Filmhandlung und Hintergrund

Inside Man: Origineller Thriller über das clevere Überlistungsduell zwischen einem Cop und einem Bankräuber und Geiselnehmer.

New York Cop Keith Frazier (Denzel Washington) muss sich Anschuldigungen aus den eigenen Reihen erwehren, als er und sein Partner zu einem Banküberfall in der Innenstadt gerufen werden. Dort müssen die Cops erkennen, dass der Bankräuber Dalton Russell (Clive Owen) einen perfekten Plan ausgetüftelt hat und auf alle Eventualitäten vorbereitet ist. Eine besondere Rolle beim darauffolgenden Katz-und-Maus-Spiel kommt der Anwältin Madaline White (Jodie Foster) zu.

Arthouse-Starregisseur Spike Lee befindet sich mal wieder auf Mainstream-Kurs mit einem spannenden Kriminalfilm, in dem Themen wie Rassismus und Machtmissbrauch trotzdem nicht fehlen dürfen.

Als Detective Frazier einen Bankraub mit Geiselnahme möglichst unblutig beenden soll, glaubt er an einen Routineeinsatz. Doch der Anführer der Gangster kontrolliert die Situation mit den gleichen Mitteln, die Frazier zu seiner Überlistung einsetzt: mit Ruhe und Verstand. So entwickelt sich ein Kopfduell, das noch undurchschaubarer wird, als eine Frau im Auftrag des Bankbesitzers den Geiselnehmer kontaktiert.

Der New Yorker Detective Keith Frazier wird zu einem Banküberfall gerufen. Ein vermeintlicher Routineauftrag, der die anstehende Beförderung bedeuten könnte. Doch irgend etwas stimmt nicht. Die Verbrecher stellen keine Forderungen, Geiseln wie Geiselnehmer sind vermummt und somit nicht voneinander zu unterscheiden und dann taucht auch noch eine Verhandlungsexpertin auf, die dem Kopf der Gang eine mysteriöse Offerte unterbreiten soll. Und der hat zu Beginn des Films selbstbewusst das perfekte Verbrechen angekündigt.

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Kritiken und Bewertungen

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    "Inside Man" hat das Zeug zum Klassiker. Solch einen Bankraub-Film gehört in den Film-Olymp, fand die FBW-Jury einstimmig. Ein raffiniert konstruiertes Drehbuch mit mehreren Erzählebenen sorgt dafür, dass Spike Lees Spannungsfilm lange Zeit das Publikum in Unwissenheit hält und nur in kleinen Dosierungen Licht ins Dunkel der mysteriösen Banküberfallsgeschichte im New Yorker Bankenviertel lässt. (...)

    Wie ein roter Faden zieht sich durch den äußerst spannenden und tiefschichtigen Film die Frage nach Moral und Unmoral: Wie ist ein Banküberfall mit Geiselnahme moralisch zu werten, wenn dabei niemand zu Schaden kommt und scheinbar auch nichts gestohlen wird? Wie ist es mit der Moral bestellt, wenn ein Bürger der Upper Class von New York den größten Teil seines Lebens und viel an Vermögen der Unterstützung sozialer Einrichtungen opfert, um sich von seiner schuldbeladenen Vergangenheit zu befreien? Wie ist es um die Moral bestellt bei jenem Detective, der den Fall bearbeiten muss und über seine dienstlichen Befugnisse hinaus zum Ankläger eines vermutlichen Kriegsverbrechers wird, im privaten Bereich aber selbst unter moralischem Druck steht? Und wie ist es mit der Moral einer undurchsichtigen und mächtigen Frau bestellt, die für Geld zu allem bereit ist?

    Gleich eine ganze Garde von Stars - angeführt von Denzel Washington, Jodie Foster, Willem Dafoe, Clive Owen und Christopher Plummer - spielt die Hauptrollen in dem verwirrenden filmischen Puzzle aus mehreren Erzählebenen, Rückblenden, filmisch verfremdeten Sequenzen und "traumhaft" angelegten Szenen, die dann nie der Realität entsprechen. Selbst am Ende des Films sind für den Zuschauer nicht alle Rätsel aufgelöst. (...)

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Am Anfang streift die Kamera eine Achterbahn, ein einziges Gewirr von Streben und Gittern, ein dauerndes Auf und Ab: diese Achterbahn liefert die Vorgabe für die folgenden zwei Stunden: Gangster, die die Polizei in die Irre führen, die ein großes Spiel spielen, mit ihren vermeintlichen Opfern, den Geiseln, und mit der Polizei. Mal inszenieren sie sich perfekt als albanische Terroristen, dann als eiskalte Killer, alles nur, um einen Bankbesitzer mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren. „I sold my soul and I try to buy it back ever since“, sagt er. Die Bankräuber setzen alles daran, dass ihm dies nicht gelingen wird.

    „Kein Überfall, keine Verdächtigen. Sieht so aus, als ob das nie passiert ist. Geben Sie es auf!“, rät sein Chef Detective Frazer am Ende des Einsatzes. Immer wieder werden spätere Zeugenaussagen der Geiseln in den Handlungsverlauf eingeschnitten. Langsam wird klar, dass es sich nicht um einen konventionellen Banküberfall handelt. Die Frage nach den Gründen bleibt jedoch lange unbeantwortet. Das Drehbuch wartet mit vielen unerwarteten Wendungen auf. So gelingt es dem Film, bis zu letzt die Spannung zu bewahren. Immer wieder werden vereinzelte Informationen ausgestreut, manche dienen nur dazu, die Polizei zu irritieren, andere zunächst nebensächlich erscheinende Tatsachen erweisen sich später als entscheidendes Puzzleteil. Beweglich springt die Kamera zwischen Figuren und Schauplätzen hin- und her; schnelle Schnitte und ungewöhnliche Perspektiven unterstützen auch visuell die Spannung.

    Gleichzeitig lebt der Film von unglaublichem Dialogwitz und Nebenrollen, die mit viel Liebe zum Detail ausgestaltet wurden. Hingegen bleiben die Hauptrollen trotz hochkarätiger Besetzung eher flach, die Figuren sind mit nur wenig Persönlichkeit ausgestattet und entsprechen im Großen und Ganzen den genretypischen Konventionen. Vor allem Jodie Foster, die als kühle, perfekt gekleidete Business-Lady Madeleine White auftritt und sich gut dafür bezahlen lässt, die Drecksarbeit zu machen und die Probleme anderer Leute aus der Welt zu schaffen, bleibt blass. Wie oder von wem sie ihr oft blutbeflecktes Geld erhält scheint ihr Gewissen in keiner Weise zu belasten.

    Fazit: „Inside Man“ ist sicher Spike Lees bisher kommerziellster Film. Doch der Regisseur spielt souverän mit den Konventionen des Polizeithrillers und Geiseldramas. Die Hauptfiguren werden nur oberflächlich charakterisiert, aber witzige Dialoge, ein intelligentes Drehbuch mit unerwarteten Wendungen und die virtuose Kameraführung sorgen für gute Unterhaltung.
  • 20 Jahre nach seinem Debüt “Nola Darling” beugt sich der cineastische Quertreiber Spike Lee den Marktgesetzen. Nach Publikums-Flops in Serie braucht Lee einen Hit und sollte ihn mit diesem ungewöhnlichen Geiselkrimi auch bekommen.

    Zum vierten Mal drehte Lee mit Denzel Washington und zum ersten Mal wirkt das Ergebnis weitgehend unbelastet vom Druck, gesellschaftsrelevante Botschaften transportieren zu müssen. Smart, humorvoll, fast schon verspielt präsentiert sich “Inside Man” – gänzlich untypisch für einen Stoff, bei dem es um Geiselnahme mit ihren physischen und psychischen Begleitfaktoren geht. Im Mittelpunkt steht das Duell zweier Männer, die Stärke im Kopf, nicht im Gewaltaktionismus zeigen und trotzdem die Kontrolle über eine kritische Situation nicht verlieren. Das kann man als subtilen Kommentar zur US-Interventionspolitik deuten, ergibt aber auf jeden Fall eine spannende Konstellation mit Sympathieträgern auf beiden Seiten.

    Zu Beginn sendet das Debütskript von Russell Gewirtz vertraute Signale. Mit direkter Zuschaueransprache kündigt Dalton Russell (Clive Owen) den perfekten Bankraub an, den er kurz darauf auch realisiert. Fast mühelos bringt er mit einem kleinen vermummten Team eine New Yorker Bank in seine Gewalt, nimmt Personal und Kunden als Geiseln, lässt sie Gesichtsmasken und mitgebrachte identische Overalls tragen, bis sich Täter und Opfer äußerlich kaum mehr unterscheiden. Diese Situation findet Detective Frazier (Denzel Washington) vor, der sich mit diesem Einsatz für verdächtige Misstöne bei seinem letzten Fall rehabilitieren soll. Schnell erkennt der Profi, dass sein Gegenüber die Geiselnahme bewusst kalkuliert hat. Für den Cop bleibt der Masterplan Russells undurchschaubar, der Zuschauer jedoch hat es besser. Er sieht, wie der Bankbesitzer eine Verhandlungsexpertin engagiert (Jodie Foster). Sie soll dem Bankräuber ein Angebot unterbreiten und sicherstellen, dass der Inhalt eines bestimmten Schließfachs nicht in fremde Hände gerät. Von diesem Moment an weiß man, dass das Geheimnis dieses Schließfachs eine tragende Rolle spielt, noch nicht aber, wie es sich in das Gesamtkonzept einfügt. Spannender als dieses Rätsel ist aber das Duell zwischen den Hauptfiguren, die sich zu überlisten versuchen.

    Schon früh gibt die Regie einen Hinweis auf die finale Finte, verdeckt die gewalttätige Disziplinierung einer Geisel im Bild, um Russells Sympathiewerte nicht zu gefährden. So bleibt das moralische Gleichgewicht halbwegs intakt – wichtig für den Plot und den cleveren Fluchtplan der Täter. Auch wenn Unglaubwürdigkeiten nicht ausbleiben, weil etwa die Kino-Cops bei der Tätersuche Mittel nicht einsetzen, die für ihre TV-Kollegen aus den “CSI”-Labors Routine sind, trübt das den Gesamteindruck nicht. Natürlich lässt sich Spike Lee Spitzen gegen alltäglichen Rassismus und Moslem-Paranoia auch hier nicht nehmen, aber er ordnet sie einem in Rhythmus und Ton untypischen Thriller unter, dem man dank exzellenter Darsteller und unorthodoxer Dramaturgie stets gewogen bleibt. kob.

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