Filmhandlung und Hintergrund

Märchenhaftes, tragisch-schönes Drama über eine irische Familie, die sich unter ärmsten Verhältnissen in New York behauptet.

Nach dem tragischen Hirntumortod ihres kleinen Sohnes beschließt ein mittelloses junges Paar mit zwei Töchtern, illegal von Irland nach New York überzusiedeln und sich mitten in Manhattan in einem Wohnblock voller Asozialer, Drogisten und Pennbrüder niederzulassen. Während der Vater auf den Straßen der fremden Metropole seinem Traumberuf Schauspieler hinterher rennt, freunden sich die mit reicher Imagination gesegneten Töchter mit einem schwarzen Nachbarn an, einem todkranken afrikanischen Prinz.

Angeblich gemeinsam mit seinen beiden Töchtern schrieb der in den 80ern nach Amerika gekommene Regisseur Jim Sheridan diese sentimentale, mitunter märchenhaft anmutende Familiensaga.

Eine irische Familie immigriert nach dem Tod ihres Sohnes nach New York. Vater Johnny versucht sich hier mehr schlecht als recht als Schauspieler, Mutter Sarah und die zehn- und sechsjährigen Töchter freunden sich mit ihrem zunächst einschüchternden Nachbarn Mateo an, einem schwarzen Künstler, dessen Schicksal die Iren vor eine Zerreißprobe stellt.

Nach dem Unfalltod des kleinen Sohnes wagt der Ire Johnny mit seiner Frau Sarah und den beiden Töchtern Ariel und Christy in New York einen Neunanfang. Doch die Aussichten sind wenig rosig. Johnny findet als Schauspieler keine Arbeit. So jobbt Sarah als Kellnerin, damit man sich wenigstens eine heruntergekommene Wohnung leisten kann. Frustriert schlägt sich die Familie durchs Leben. Als Sarah ihrem Mann dann aber auch noch eröffnet, sie sei wieder schwanger, scheint endgültig alles aus den Fugen zu geraten.

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Kritikerrezensionen

  • In America: Märchenhaftes, tragisch-schönes Drama über eine irische Familie, die sich unter ärmsten Verhältnissen in New York behauptet.

    Die traurigschöne Geschichte einer irischen Einwandererfamilie in New York erzählt Jim Sheridan („Mein linker Fuß“, „Im Namen des Vaters“) hier als halbautobiographisches Märchen aus der Sicht eines zehnjährigen Mädchens und beweist sich mit seinem bislang persönlichsten Film wieder als virtuoser Meister emotionaler Gratwanderungen und als genialer Schauspielerregisseur. „In America“, der beim Filmfestival von Toronto das Publikum rührte, ist von einer Wahrhaftig- und Warmherzigkeit erfüllt, die man selten auf der Leinwand spürt.

    Gemeinsam mit seinen Töchtern Naomi und Kristen schrieb Jim Sheridan das Drehbuch, das aus Kinderaugen auf eine vierköpfige irische Einwandererfamilie blickt, die ohne einen Penny in den achtziger Jahren nach New York übersiedelt. Ihr zukünftiges neues Zuhause in reichlich heruntergekommener, asozialer Nachbarschaft steht für den Versuch und die Möglichkeit eines glücklichen Lebens - in einem Land, das jedem eine zweite Chance bietet. Am Tod ihres an Gehirntumor erkrankten zweijährigen Sohnes Frankie gibt sich Sarah (Samantha Morton) in ihren niedergeschlagensten Momenten selbst die Schuld, während Johnny (Paddy Considine aus „24 Hour Party People“) seit der Tragödie seinen Glauben und seine Fähigkeit zu Fühlen gänzlich verloren hat. Weshalb alle Bemühungen um ein Bühnenengagement ohne Erfolg bleiben. „Tu so, als wärst du glücklich, Johnny, für die Kinder“ drängt Sarah, aber selbst vor dem dankbarsten Publikum versagt der Schauspieler.

    So engagiert und sympathisch wie Morton und Considine ihre Figuren ausfüllen - die Schwestern Sarah und Emma Bolger in den Rollen der Töchter Christy und Ariel stehlen tatsächlich beiden beinahe die Show. Besonders die Ältere, Christy, legt so berührend viel Tapferkeit und Klugheit an den Tag, dass sie als Erzählerin ein kleines Wunder ist wie Linda Manz in Terrence Malicks „In der Glut des Südens“. Mit ihrem Camcorder fotografiert sie jeden Schritt in das neue Leben im Wechsel der Jahreszeiten - und immer wieder wechselt dabei auch die Perspektive spielerisch in die der Handkamera, mit der das Mädchen die Geschichte zusammenhält wie die Familienbande, die man selten so glaubhaft und stark auf der Leinwand empfunden hat wie hier. So gelungen sind die intimen emotionalen Momente zwischen den Familienmitgliedern, so involviert sämtliche Darsteller, so authentisch das New Yorker Milieu - und zugleich doch so voller Magie: Wenn Sarah einen Job in einem Diner namens „Heaven“ findet, Johnny auf heldenhafte Weise eine Klimaanlage ins Dachgeschoss schleppt, um Sarah einen Lufthauch zu verschaffen; wenn er dann mit einem atemberaubenden Risikoakt versucht, bei einem Glücksspiel für die Kinder zu gewinnen - mit hinreißender Leichtigkeit zaubert der irische Filmemacher aus den geschilderten Momenten eine Liebeserklärung an den Alltag in der Großstadt und verliert auch hier nie das Schicksal der Immigranten und sein soziales Anliegen aus den Augen.

    Als Christy und Ariel an Halloween an der verriegelten Tür unter ihnen hämmern, brechen die Mädchen gar den Widerstand des dahinter lebenden, zornigen schwarzen Mannes und ebnen den Weg für eine enge Freundschaft zwischen der Familie und dem geheimnisvollen Künstler Mateo (Djimon Hounsou). „Ich liebe alles, was lebt“, sagt dieser einmal, und lässt Johnny vermuten, dass sein neuer Freund - an welcher Krankheit auch immer - sterben wird. Als der Frühling beginnt, enden die schwangere Sarah und Mateo zur selben Zeit im Krankenhaus. Und wieder ist es Christy, die der Konvergenz von Leben und Tod einen beruhigend tiefen Sinn abzugewinnen vermag. Bei aller Tragik und aller Emotion läuft die so amüsante wie bewegende, so wunderschön geschriebene und brillant gespielte Geschichte auch hier nicht Gefahr, sich in Sentimentalität zu verlieren. Selten wurde der schmerzhafte Prozess, mit dem hier vor allem Johnny wieder Vertrauen in sich selbst und den Glauben an das Leben zurückgewinnt, effektiver erzählt - gerade vor dem Hintergrund der nach dem 11. September wieder ins Leben zurückfindenden Metropole NYC. „In America“ beschreibt den Traum, das Schicksal, den Tod, das Verlassenwerden und die Realität ertragen zu können - ohne dass diese, so zerrissen und märchenhaft sie bisweilen erscheint, in einer Scheinwelt verschwindet. Kein kleines - ein großes Leinwandwunder hat Sheridan damit geschaffen. cm.

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