In aller Stille

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   2009
In aller Stille Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

In aller Stille: TV-Drama mit Nina Kunzendorf als Polizistin, die privat und beruflich an ihre Grenzen gerät.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Mit dem unter die Haut gehenden Familiendrama „In aller Stille“ beweist Regisseur Rainer Kaufmann einmal mehr, dass er zu den allerbesten seiner Zunft gehört.

    Das Faszinierende am Regisseur Rainer Kaufmann ist, mit welcher Selbstverständlichkeit und Versiertheit er sich in verschiedensten Genres bewegt. Ob im klassischen Krimi („Bella Block: Blackout“), im Komödiantischen („Erntedank“) oder mit seiner voller Gespür für heitere Momente inszenierten Auseinandersetzung mit dem Sterben („Marias letzte Reise“) – immer wieder gelingt es ihm absolute Unikate zu schaffen. So auch mit „In aller Stille“, einem in einer bayerischen Kleinstadt angesiedelten Familiendrama, das unter die Haut geht. Als perfekte Vorlagengeberin erweist sich wie bereits bei „Marias letzte Reise“ Autorin Ariella Bogenberger.

    Im Zentrum der Geschichte steht eine Polizistin, deren eigenes Familienleben gerade völlig aus dem Ruder läuft, und die nun zu einem Fall angeblicher Kindesmisshandlung gerufen wird. Sie kennt die Eltern entfernt, weil ihr Sohn den gleichen Kindergarten besucht. Sie und ihr Kollege können nicht Außergewöhnliches finden. Einige Tage später ist der Junge spurlos verschwunden.

    Der Film lässt den Zuschauer zunächst im Ungewissen, erzeugt womöglich unbewusst krimitypische Spannung, ehe er ihn mit dem Unfassbaren konfrontiert. Darüber hinaus liefert er die präzise Innenansicht einer auseinandergerissenen Familie. Die Dialoge, das Verhalten der Figuren, die Umgebung, ihn der sie angesiedelt sind – alles ist schlüssig und in sich stimmig. Plötzlich ist die Distanz, die bei den zahllosen Schreckensmeldungen von Kindesmisshandlungen trotz aller Betroffenheit besteht, aufgehoben. Man bekommt vor Augen geführt, warum die schlimmsten Verbrechen inmitten der Gesellschaft passieren können und ahnt, dass man selbst nicht wachsam genug gewesen wäre – es im wirklichen Leben vielleicht bislang nicht war.

    Zum perfekten Film wird „In aller Stille“ durch die ausnahmslos hervorragenden Schauspieler mit Nina Kunzendorf im Zentrum, die die Überforderung der Polizisten mit ihrer eigenen familiären Situation und dem sich dramatisch entwickelnden Fall so greifbar macht. Mit der jungen Lola Dockhorn als aufbegehrender Tochter der Polizistin und Sarah Lavinia Schmidbauer als Mutter des verschwundenen Jungen fördert „In aller Stille“ zudem zwei großartige Entdeckungen zutage, denen man fortan bestimmt noch häufiger auf Bildschirm oder Leinwand begegnen dürfte. Und Michael Grimm sorgt mit seiner Darstellung des stoischen Vatermonsters für Fassungslosigkeit, man möchte ihm Empfehlen, sich nach der Ausstrahlung eine Woche lang nicht auf die Straße zu trauen. Selten war ein Film eindringlicher und intensiver, selten blieb man als Zuschauer aufgewühlter zurück. fra.

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