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TV-Thriller um Identitätsklau im Internet.

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Kritikerrezensionen

  • Im Netz: TV-Thriller um Identitätsklau im Internet.

    Sehenswerte kafkaeske Psychostudie mit Caroline Peters als Frau, die nach einem Identitätsdiebstahl die Kontrolle über ihr Leben verliert.

    Selbst wenn Ulli Stephan beim Schreiben ihres Drehbuchs nicht an Kafkas „Prozess“ gedacht hat: Die Parallelen sind offenkundig. Hier wie dort wird ein unbescholtener Mensch aus dem Bett heraus verhaftet. Immerhin ist Juliane Schubert zwei Tage später wieder auf freiem Fuß, aber ihr Leben wird nie mehr so sein, wie es mal war: weil sich irgendjemand mit Hilfe des Internets ihrer Identität bemächtigt hat. Deshalb behandelt die Polizei die Unternehmensberaterin wie eine Terroristin: Auf ihren Namen ist eine konspirative Wohnung gemietet worden, das Geld wurde von ihrem Konto abgebucht.

    Die Geschichte hätte auch das Zeug zu einem Thriller, aber Regisseurin Isabel Kleefeld macht eine Psychostudie draus: Wie verhält sich eine Person, die den Boden unter den Füßen verliert und niemandem mehr trauen kann, weil sie den Identitätsdieb in ihrer näheren Umgebung vermuten muss? Caroline Peters spielt diese Frau allerdings nicht als Opfer. Natürlich ist Juliane Schubert von den Ereignissen anfangs völlig überrumpelt, aber dann ergreift sie die Initiative: Sie ist überzeugt, dass ihr neuer Nachbar Schultz (Wolfram Koch) hinter dem Komplott steckt, aber die Polizei lässt ihn umgehend wieder laufen. Als sie entdeckt, dass ein vertrauter Kollege sie hintergangen und selbst ihr Geliebter sie angelogen hat, findet sie ohne Geld und ohne Arbeit ausgerechnet bei Schultz Trost; nicht ahnend, dass ihre erste Eingebung ein Volltreffer war.

    Selbstredend ziehen Philipp und Kleefeld alle Register, um zu belegen, dass der Verfolgungswahn der Hauptfigur völlig berechtigt ist; und das nicht nur wegen der allgegenwärtigen Kameraüberwachung. Personifiziert wird die Paranoia durch einen leitenden Beamten vom Verfassungsschutz, den Alexander Held, Spezialist für Schurken in Nadelstreifen, mit ausgesucht subtiler Bosheit verkörpert. Die Bildgestaltung verdeutlicht den Ausnahmezustand der Hauptfigur, weil Kameramann Alexander Fischerkoesen immer wieder ungewöhnliche Blickwinkel einnimmt: Die Identifikation mit Juliane wird durch ihre subjektive Perspektive verstärkt, der Eindruck der permanenten Beobachtung durch Bilder aus den Überwachungskameras. Auf diese Weise lässt sich quasi hautnah nachvollziehen, wie es sich anfühlt, wenn man die Kontrolle über sein Leben und damit komplett den Boden unter den Füßen verliert. tpg.

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