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Im Namen des...

Kinostart: 15.05.2014

W imie...: Drama um einen Priester in der polnischen Provinz, der sich zu jungen Männern hingezogen fühlt und zwischen Berufung und Sexualität hin- und her gerissen ist.

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  • Kinostart: 15.05.2014
  • Dauer: 102 Min
  • Genre: Drama
  • FSK: ab 12
  • Produktionsland: Polen
  • Filmverleih: Salzgeber

Filmhandlung und Hintergrund

Drama um einen Priester in der polnischen Provinz, der sich zu jungen Männern hingezogen fühlt und zwischen Berufung und Sexualität hin- und her gerissen ist.

Der neu ins Dorf gekommene Priester Adam kümmert sich intensiv um straffällig gewordene Jugendliche und gewinnt ihren Respekt, bald schätzen auch die Landbewohner seinen Einsatz. Gegenüber den Verführungskünsten der Frau seines Mitarbeiters bleibt er standhaft, er verliebt sich in einen seiner Schützlinge, traut sich aber nicht, seine Gefühle auszuleben und flüchtet sich in Alkohol. Bald erreichen Gerüchte über seine Homosexualität den Bischof.

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Kritikerrezensionen

    1. Mit ihrem fünften Langfilm "Im Namen des..." stellt die einstige Dokumentarfilmerin Malgorzata Szmowska ("33 Szenen aus dem Leben", "Das bessere Leben") erstmals einen männlichen Protagonisten ins Zentrums eines Charakterporträts. Selbst ihr Debüt "A Happy Man" konzentrierte sich zunehmend auf die Mutter und Freundin des antriebslosen titelgebenden Schriftstellers. Wie in diesem düsteren Werk verbindet sie in "Im Namen des..." eine Personenstudie erneut mit der Kritik am Egoismus und sozialem Druck innerhalb der polnischen Gesellschaft. Schon aufgrund des ländlichen Settings kontrastieren nun verstärkt poetische Elemente und helle, leuchtende Farben den zermürbenden Konflikt des Protagonisten.

      Als Anklage gegen eine kirchliche Politik der Verdrängung legt Malgorzata Szmowska den Zwiespalt des jungen Geistlichen zwischen Berufung, Neigung und Versuchung an. Mit einer symbolhaften Bildsprache steht die sonnendurchflutete Natur sowohl für Verlockung als auch für Bedrohung. Stilistisch erinnert ihr fünfter Spielfilm stärker an die surreale Bildsprache ihres zweiten Werks "Leben in mir", da sie erneut auf eine teils nonlineare Inszenierung mit Zeitsprüngen baut. Das beginnt schon mit dem Prolog über einen gemobbten, geistig behinderten Jungen, der sich später als Bruder des verschlossenen Lukasz entpuppt. Es zeigt sich, dass eine spielerisch-leichte Atmosphäre jederzeit in Bedrohung und Gewalt umschlagen kann.

      Dazu bauen Szmowska und ihr Co-Autor, Co-Produzent und Kameramann Michal Englert auf disparate Elemente wie den Wechsel aus schnellen Schnitten und Handkameraeinsatz mit langen Einstellungen und präzisen Kamerafahrten. Dies setzt sich in einer Musikauswahl fort zwischen Orchesterscore und der Verwendung von Rockmusik während Adams Predigt oder des Songs "The Funeral" von "Band of Horses" während einer Prozession.

      Der überzeugende Hauptdarsteller Andrzej Chyra, zuvor bei Szmowska zweimal in Nebenrollen zu sehen, verkörpert einen modernen Priester, der sich sowohl auf die Männlichkeitsrituale als ebenso auf die Probleme schwer erziehbarer Jungen einzulassen versteht. Doch seinen eigenen Zwiespalt bekommt er nicht in den Griff, so dass er zur Versuchung für den optisch an Jesus erinnernden Tomasz wird. Um Pädophilie dreht es sich hier nicht, sondern um eine kirchliche Politik, die Augen vor existierenden Konflikten zu verschließen und die nächste Versetzung des Inkriminierten zu delegieren.

      Allerdings besitzt jeder Szmowska-Film mindestens eine überzogene Sequenz, in welcher die Geschichte Gefahr läuft, ins Pathetische, Melodramatische oder Prätentiöse umzukippen. Auch "Im Namen des...." verliert sich mitunter in Adams Alkoholexzessen, mit denen er seine Zerrissenheit unterdrücken will, oder seinem ausgelassenen Tollen mit Lukasz durch die Kornfelder, bei dem sie animalisches Verhalten imitieren. Doch das Porträt findet stets wieder zurück zu einem präzisen Soziogramm des ländlichen Mikrokosmos und des öffentlichen Drucks, dem sich jeder Einzelne ausgesetzt sieht.

      Fazit: Das einfühlsame Charakterporträt "Im Namen des..." packt ein nicht nur in Polen unterdrücktes Tabuthema an und überzeugt mit einer trefflichen Besetzung sowie einer subtilen, unkonventionellen Inszenierung.
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    2. Im Namen des...: Drama um einen Priester in der polnischen Provinz, der sich zu jungen Männern hingezogen fühlt und zwischen Berufung und Sexualität hin- und her gerissen ist.

      Mutiges polnisches Drama über einen Priester, der mit seiner unausgelebten Homosexualität hadert.

      Das polnische Filminstitut förderte Malgoska Szumowskas Film ohne jegliche Vorbehalte, trotz des für Polen sehr heiklen Sujets. Eine Überraschung in einem Land, in dem der Katholizismus immer noch großen Einfluss ausübt. Vielleicht hält sich deshalb die Absolventin der berühmten Filmhochschule in Lodz mit zu radikalen Bildern oder Aussagen zurück, belässt vieles im Ungefähren. Aber selbst das ist mutig. Schon die Szene, in der Pater Adam (Andrzej Chyra), der - nach der Beobachtung von Jungen beim Liebesspiel - sich dem Wodka hingibt und mit einem Bild von Papst Benedikt zu lauter Rockmusik wild herumtanzt, dürfte nicht jeden Gläubigen erfreuen. Der in ein heruntergekommenes Dorf versetzte Priester betreut schwer erziehbare und straffällig gewordene Jungs und junge Erwachsene, gewinnt bald ihren Respekt. Versuchungen bleiben nicht aus, die schöne Frau seines Mitarbeiters versucht ihn vergeblich zu verführen, einer seiner Schützlinge, der Außenseiter Lukasz (Mateusz Kosciukiewicz), weckt Liebesgefühle in ihm, die er sich aber nicht auszuleben traut. Bald erreichen Gerüchte über seine Homosexualität den Bischof.

      Szumowska nähert sich vorsichtig und ohne peinlichem Voyeurismus dem Tabu-Thema, selbst wenn Adam und Lukasz durch ein Kornfeld rennen, sich umkreisen und mit Tarzan ähnlichen Lockrufen anfeuern, wirkt das nicht lächerlich, sondern unterstreicht vielmehr die Hilflosigkeit im Umgang mit sexuellem Begehren. Die Geschichte folgt keinem linearen Handlungsstrang, die Personen im Fokus wechseln oft unvermittelt. Die Regisseurin (ver)urteilt nicht und verzichtet auch auf die Problematik des Zölibats, konzentriert sich bewusst auf unterdrückte Gefühle und Sehnsucht nach Liebe, ohne aktuelle kirchliche Skandale oder die Missbrauchsdebatte aufzukochen. Bis zum sehr überraschenden Ende, das mehrere Deutungen zulässt, trägt Chyra den Film als Hauptfigur mit ernster Miene und Ambivalenz zwischen gläubigen Gottesmann und menschlichem Sünder, der sein Amt best möglichst ausfüllt und dennoch die moralischen Ansprüche der christlichen Institution nicht erfüllt. Für Kontroversen sollte gesorgt sein. mk.
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