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Im Banne des Entführers

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Kritikerrezensionen

    1. Der gefeierte Regisseur Brillante Mendoza ("Kinatay", "Lola") versucht mit seinem neusten Werk "Captive" die Energie seiner Vorgängerfilme einzufangen, doch die Dynamik läuft ungesteuert und ohne Ziel ins Leere. Der Film ist eine Zusammenfassung vieler terroristischer Entführungsfälle. Sehr viel mehr erzählt der Film als auf eine wahre Geschichte basierende Story nicht.

      Es geht um Lösegeldforderungen, um die Erpressung des philippinischen Staates, um die Loslösung der Mindanao-Inselgruppe von den Philippinen und um islamistische Regeln, die den Entführten aufgezwungen werden, die aber nichts weiter als Willkür sind. Eng folgt Mendoza dem Weg der Entführer und der Entführten, immer auf der Flucht, immer auf der Suche nach dem nächsten Versteck. Dabei verlässt er die Innenperspektive der Gruppe nicht. Besonders diese Perspektive des Films ist interessant und bietet einen beabsichtigt limitierten Horizont, der dem der Truppe im Urwald nahe kommen dürfte. Immer wieder werden einzelne Geiseln freigelassen, weil ihre Herkunftsländer das geforderte Lösegeld bezahlt haben. Immer wieder peitschen Schüsse durch das Dschungelgrün, wenn das Militär wieder einen Befreiungsversuch unternimmt – der euphemistische Ausdruck für einen Angriff auf die Terroristen unter Inkaufnahme der Tötung der Geiseln.

      So folgt der Film linear dem Geschehen, tatsächlich hat Mendoza im Dschungel chronologisch gedreht und seine Protagonisten nicht wissen lassen, was als nächstes passieren wird. Doch zugleich – und das ist das große Manko des Films – bereitet er alles dramaturgisch auf, man spürt den Drang zu Drama, zur zugespitzten Emotion. Wenn sich die Geiselgruppe in einem Krankenhaus verschanzt, das Militär das Gebäude belagert und beschießt, während drinnen gerade eine Geburt stattfindet – bei der der Film alles, wirklich alles zeigt –, steht die Künstlichkeit dieses Zusammenzwingens von Geburt und Tod dem Authentizitätsanspruch im Weg.

      Das größte Problem ist die Besetzung. Schauspielerin Isabelle Huppert spielt als Geisel die Hauptrolle in diesem Gruppenfilm, durch sie blickt der Zuschauer auf das Geschehen von Flucht und Furcht. Und sie ist ein internationaler Star, ein Gesicht, das jeder kennt, das heraussticht. Sie ist gerade wegen ihres Star-Status nicht Teil der Gruppe, und immer wieder bleibt auch die Kamera zu lange bei ihr, immer wieder gibt die Regie ihr Vorzüge, die anderen versagt bleiben. Damit bricht auch die Darstellerin den authentischen Blick, den Mendoza geplant hatte.

      So gibt es in der Dynamik des Geschehens zwei Linien, die sich widersprechen: die Nachstellung eines typischen Entführungsfalles, der sozusagen dokumentarisch von der Spielfilmkamera begleitet wird, und die spürbaren Zuspitzungen des Regisseurs, von Dramaturgie bis Starbesetzung. Da gibt es zwar einige treffende Szenen, doch zwischen den divergierenden Polen von angestrebter Wahrhaftigkeit und auferlegter Inszenierung reibt sich der Film auf, bis nichts Greifbares mehr übrig ist...

      Fazit: Regisseur Brillante Mendoza zeigt mit "Captive" eine typische terroristische Geiselnahme auf den Philippinen. Doch zwischen dem Anspruch auf Authentizität und der dramatischen Zuspitzung von Starbesetzung und emotionaler Zuspitzung reibt sich der Film auf und bleibt deshalb unter seinen Möglichkeiten.

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      Kino.de Redaktion  
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