Ichi - Die blinde Schwertkämpferin (2008)

Originaltitel: Ichi
Ichi - Die blinde Schwertkämpferin Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Ichi - Die blinde Schwertkämpferin: Weibliche Variante des Blinder-Schwertkämpfer-Mythos, die mal melodramatisch, mal blutig, aber immer ästhetisch ist.

Die blinde Wandermusikantin Ichi (Haruka Ayase) ist im alten Edo ein vermeintlich leichtes Opfer für Lustmolche aller Art, die sie mit ihrem Schwert jedoch ordentlich zurechtstutzt. Als ihr Samurai Toma (Takao Osawa) erfolglos helfen will, zerkleinert wieder mal Ichi die Gegner – schweigsam und unnahbar. Allein der traumatisierte Kerl kommt ihr bei der Suche nach ihrer Vergangenheit näher, die zum berüchtigten Killer Banki (Shido Nakamura) führt.

Japans berühmtester Samuraikämpfer, der es zu einer ansehnlichen Kultfilmreihe nebst TV-Serie brachte, erlebt eine weibliche Reinkarnation: Fotomodel Haruka Ayase (“Cyborg She”) wandelt als bezaubernde Rächerin durch ein kunstvolles Schwertkampfmelodram der leiseren Sorte.

Ichi reist als blinde Musikerin durchs alte Edo. Doch sie kann nicht nur singen und sieht sehr gut aus, sie ist auch eine hervorragende Schwertkämpferin. So kann sie sich zu aufdringlicher Kerle elegant erwehren. Sie trifft auch Samurai Toma, der sich mit einem ihrer Siege im Kampf schmückt und so bei einem wichtigen Clan Arbeit findet. Trotzdem kommen sich Ichi und Toma langsam näher; beide haben ein Trauma zu bewältigen. Ichi macht sich indes einen besonders gefährlichen Gegner. Banki schwört Rache für etliche seiner, von Ichi getöteten Clanmitglieder.

Eine blinde Musikerin und Schwertkämpferin reist durchs alte Edo, verliebt sich und gerät an einen Clanboss. Gelungene weibliche Variante der japanischen Zatoichi-Reihe zwischen leisem Melodram und blutigem Schlachten in kunstvoller Optik.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Legende von Zatoichi, dem blinden Masseur auf Wanderschaft, gehört zu einer der beliebtesten Samurai Geschichten in Japan und wurde bereits mehrfach verfilmt. Bisher war Zatoichi jedoch immer männlich, doch Regisseur Fumihiko Sori macht genau hier eine Unterscheidung.

    Ichi ist eine blinde Schwertkämpferin, die trotz ihrer jungen Jahre bereits einen steinernen Weg hinter sich gelegt hat. Sie wurde immer wieder Opfer ihrer Schönheit und ihre Blindheit wurde fälschlicherweise als Schwäche ausgelegt. Diese unguten Begegnungen mit Menschen haben sie traumatisiert, so dass sie sich mittlerweile niemanden mehr annähern kann. In einer aufrührenden Szene erklärt sie sich und spricht von einer unüberbrückbaren Distanz zwischen ihr und der Welt. Doch Toma, ein Samurai der sich seines Schwertes nicht bedienen kann, scheint ihre harte Schale zu knacken.

    Eingefangen in kunstvollen Bildern, die vor allem durch ihre beständigen Schärfeverlagerungen auffallen, wird die japanische Legende von hinten aufgerollt. Doch leider verläuft sich der emanzipatorische Ansatz bald im Sande. Ichi ist natürlich eine kunstvolle und kaum zu schlagende Kämpferin, doch der eigentliche Augenmerk und die eigentliche Wandlung bleibt Toma vorbehalten. Bald schon wird klar, dass selbst der Titel in die Irre führt, und Toma der eigentliche Protagonist der Handlung ist.
    Das ist an und für sich nicht tragisch, würde nicht so penetrant damit geworben, dass es sich hier um die eine Heldinnenreise handelt.

    An den Darstellern lässt sich nicht viel bemängeln, Haruka Ayase bezaubert durch ihre stille Präsenz, auch Yosuke Kubozuka verleiht Torajis Charakter eine durch Edelmut geprägte Tiefe. Und Takao Osawa liefert eine beständige Leistung als Toma. Bei Shido Nakamura als Banki ist es jedoch eine einzige Qual im dabei zuzusehen, wie er mit manischem Blick und nervösen Lachen den Oberbösewicht mimt. Dabei bleibt die Authentizität dank des übertriebenen und gestenreichen Spiels nicht nur auf der Strecke, sondern in seiner Klischeehaftigkeit ist der Charakter noch dazu äußerst langweilig.

    An den gekonnt choreographierten und anschaulich eingefangenen Schwertkampfszenen kann man sich jedoch kaum satt sehen. Deshalb ist es schade, dass sie nicht genug Raum im Verlauf des Filmes bekommen, der sich lieber damit beschäftigt in Nebel umwobenen Flashbacks zu verharren um Ichis Charakter ein wenig mehr Plastizität zu verleihen.

    Das ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass der Film oftmals dramaturgisch fragwürdige Entscheidungen trifft, die nicht gerade zum Rhythmus beitragen. Doch dank der Darsteller kann man über viele dieser Fehlentscheidungen hinwegsehen und den Film nichtsdestotrotz für das genießen was er ist – ein kleines Stück Heldengeschichte.

    Fazit: Die Reise der charismatischen Hauptdarstellerin wird in kunstvolle Bilder eingepackt und tröstet so über viele dramaturgische Schwächen hinweg.
  • Die umfangreiche “Zatoichi”-Reihe erhält weiblichen Zuwachs mit einem ästhetisch kunstvollen Schwertkampfmelodram, das zwischen Trauma, Romanze und Rache pendelt.

    Die Figur Zatoichi ist eine in die japanische Popkultur eingegangene Ikone, deren Mythos Takeshi Kitano 2003 wiederbelebte. Nun hat sich Fumihiko Sori für eine Abwandlung der Legende entschieden und wechselt nach dem CGI-Anime “Vexille” abermals das Genre: Fotomodel Haruka Ayase, die zuletzt als Cyborgtraum in der SF-Romcom “Cyborg She” betörte, wandert als feminine Ausgabe Ichi durch das alte Edo – als blinde Goze-Sängerin, die sich aufdringlicher Kerlen mit meisterlicher Samuraikunst erwehrt. Wenn Männer hier nur als notgeiles und sadistisches Schandpack auftreten, leugnet diese groteske Überzeichnung nicht den trashig-rüden Exploitationscharme der umfangreichen Filmreihe aus den 60ern. Zwar fällt die schweigsame Ichi ins Rollenbild der unnahbaren Meiko Kaji (“Sasori”), damit erschöpfen sich aber schon die kritischen Ansätze. Langsam kommt die narrativ zunächst unterfrachtete Handlung in Gang, als Samurai Toma (Takao Osawa) Ichi vor einem Vergewaltigertrio beschützen will, aber aufgrund eines Traums sein Schwert nicht ziehen kann, sodass Ichi ihnen selbst den Garaus macht.

    Auch Toma ist zunächst nur ein Aufschneider, der den Ruhm für diese Tat einstreicht und im nächsten Dorf dadurch Leibwächter eines Samuraiclans wird, während Ichi unauffällig im Hintergrund bleibt. Die beiden kommen sich vorsichtig näher, geben einander ihre Traumata preis – womit nicht nur ein zarter romantischer Touch, sondern auch etwas charakterliche Tiefe und tragische Fallhöhe hinzukommen. Zwischen den Polen blutiges Schlachten in kunstvollem Duktus und leises Melodram oszilliert Sori, wobei die introspektiven Momente überwiegen. Clanführer Banki, Karikatur eines Antagonisten, dessen Mitglieder Ichi tötete und der nun Rache fordert, ist das Verbindungsglied zu ihrer im Dunkeln liegenden Vergangenheit. Doch die vermag Ichi, von Ayase statuarisch als unbefleckte Schönheit verkörpert, nicht aus eigener Kraft zu enthüllen. Das mag nicht konsequent sein, dennoch überzeugt “Ichi” durch Ästhetik auf hohem Niveau und ein heroisches wie emotionales Ende. tk.

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