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Ich habe keine Angst

   Kinostart: 18.12.2003
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Filmhandlung und Hintergrund

Beeindruckendes italienisches Filmkunstwerk über einen Jungen, der entdeckt, dass seine Eltern mit Entführern im Bunde sind.

Im Sommer 1978 entdeckt der kleine Michele (Giuseppe Cristiano) beim Spielen mit seinen Freunden auf einem verlassenen Bauernhof in Apulien in einem verdreckten Erdloch einen halb verwilderten, blinden und ausgehungerten Knaben seines Alters. Michele freundet sich mit dem „Wolfsjungen“ an, bringt ihm heimlich Nahrung und stellt fest, dass niemand im Dorf von dem Jungen zu wissen scheint. Umso schlimmer ist sein Erwachen, als sich die eigenen Eltern im heimlich belauschten Gespräch als Entführer oder zumindest Mitwisser outen. Michele muss eine Entscheidung treffen…

Mehr als tausend Entführungsfälle beunruhigten die italienische Öffentlichkeit in den wilden 70ern. Nach zahlreichen einheimischen Exploitation- und TV-Varianten gewinnt nun mit Gabriele Salvatores („Mediterraneo„) ein Kinokünstler dem ebenso brisanten wie dankbaren Thema neue Perspektiven ab.

Im Hochsommer 1978 entdecken der zehnjährige Michele und seine Freunde auf einem verlassenen Bauernhof in einem Erdloch einen ausgehungerten Jungen ihres Alters. Michele freundet sich mit dem angeketteten „Wolfsjungen“ an, bringt ihm heimlich Essen und Wasser. Als er erkennt, dass seine Eltern zu den Entführern dieses Filippo gehören, befreit er ihn.

Apulien, Ende der 70er Jahre. In einem heißen Hochsommer erkunden Michele und seine Freund per Fahrrad ihre Umgebung und genießen die Ferien. Die Burschen kennen keine Sorgen und sehnen sich nach Abenteuern. Da entdeckt Michele in einem Erdloch einen angeketteten, abgemagerten Jungen seines Alters. Nach erstem Erschrecken nimmt er sich ein Herz und versorgt den Leidenden mit Brot und Wasser. Als Michele erfährt, dass seine Eltern zu den Peinigern des „Wolfsjungen“ zählen, muss er handeln.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ich habe keine Angst: Beeindruckendes italienisches Filmkunstwerk über einen Jungen, der entdeckt, dass seine Eltern mit Entführern im Bunde sind.

    Ein großer Film über kleine Leute, das abrupte Ende einer Kindheit und den Verlust des Vertrauens in die Verräterwelt der Erwachsenen. Gabriele Salvatores ästhetisch beeindruckendes kleines Kunstwerk über einen Jungen, der entdeckt, dass seine Eltern mit Entführern im Bunde sind und das Ende seines Kinderkosmos erlebt, wurde 2003 im Wettbewerb der Berlinale übergangen, dabei überzeugt er durch die erstaunlichen Kinderdarsteller, knappe präzise Dialoge, eine traumhafte Lichtregie und eine Kamera, die konsequent aus der Perspektive der Protagonisten aufnimmt: Sie wurde auf 1,30 Meter heruntergefahren.

    Nach dem Roman „Die Herren des Hügels“ von Niccolò Ammaniti erzählt Regisseur Gabriele Salvatores (1992 Oscar für „Mediteraneo“) vom zehnjährigen Michele (sehr intensiv und ernst: Giuseppe Cristiano). Im flirrenden Hochsommer 1978 erobern Michele und seine fünf Freunde in einem kleinen Dorf in Apulien, das nur aus vier Häusern besteht, mit Fahrrädern die Hecken und Weizenfelder der Umgebung. Auf einem verlassenen Bauernhof findet Michele in einem Erdloch einen verdreckten, verschorften, blinden und ausgehungerten Knaben seines Alters. Michele freundet sich mit dem angeketteten „Wolfsjungen“ an, bringt ihm heimlich Essen und Wasser. Als er erkennt, dass die Eltern mit dem unheimlichen Gast Sergio (Diego Abantuono) zu den Entführern dieses Filippo gehören, ist seine Kindheit verloren. Michele trifft eine Entscheidung: Er schützt die hilflose Kreatur, trägt Filippo ins Freie.

    Salvatores inszeniert den ersten Teil als wunderschönes Horrormärchen, das fast ohne Dialoge die gedrückt merkwürdige Stimmung im Dorf mit den traumhaften Bildern der Wüste aus Weizen und der Tiere kontrastiert. Die Entdeckung Filippos schlägt wie ein Schock ein, das Versteckspiel Micheles ist Krimi um Kinder, die mutig, opferbereit und mit gesundem Gefühl für Recht, selbstlose Hilfe und Freundschaft in Konflikte mit den kriminell grotesken Taten der Erwachsenen geraten. Für das Ende der Kindheit findet Salvatore eine brutal stimmige Metapher: Das Weizenfeld, jenes magische Reich, wo Wirklichkeit und Fantasie verschwimmen, verschwindet unter drei Mähdreschern. Wegen der grandiosen Bilder aus dem goldfarbenen Niemandsland und dem Verständnis der Nöte aller Figuren ein sehenswertes mediterranes Kunstwerk fürs Arthouse-Publikum. ger.

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