Filmhandlung und Hintergrund

Ausgezeichnetes Drama um einen Zuhälter, der Karriere als Rapper macht.

Einst träumte Djay (Terrence Dashon Howard) von einer Karriere als Rapper, wie es zum Beispiel seinem alten Schulkumpel, Gangsta-Rapper Skinny Black (Ludacris), gelang. Doch bei Djay reichte es nur zum richtigen Gangster, mit kleiner Drogenküche und drei hübschen Pferdchen, die für ihn laufen. Da hört der Pimp von einem Konzert, das Skinny Black ganz in der Nähe geben wird. Er beschließt, ihn mit einem Demo zu überraschen, auf dass Skinny seine sicher superben Industriebeziehungen spielen lassen möge. Doch erst mal will der Song seines Lebens komponiert, arrangiert und eingespielt werden …

Harte Crime Story trifft sensibles Künstlerportrait in diesem US-Überraschungserfolg und heißen Tipp nicht nur für Freunde des R&B.

Zuhälter DJay aus Memphis fragt sich, was aus all seinen großen Träumen geworden ist, die er mal hatte. Eine zufällige Begegnung mit Key, einem Tontechniker, der immer ins Musikgeschäft wollte, motiviert DJay dazu, endlich Nägel mit Köpfen zu machen, seine eigenen Raps zu schreiben und zusammen mit dem Kirchenmusiker Shelby eine Platte aufzunehmen. Dadurch ändert sich sein Leben von Grund auf.

Als der kleine Zuhälter DJay zufällig seinen alten Freund Key, einen Toningenieur, wiedertrifft, gerät er ins Grübeln. Schließlich träumte auch er einst von einer Karriere im Musikbusiness. Also beginnt DJay, der schon immer gerne mit Worten spielte, Rap-Texte aufzuschreiben. Mit Hilfe von Key und Shelby, einem Kirchenmusiker, macht er sich daran, die ersten Songs aufzunehmen. Als der Rap-Superstar Skinny Black seinen Besuch ankündigt, sieht DJay die große Chance gekommen, sein Leben von Grund zu ändern.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Hustle & Flow ist ein gelungener Film, zunächst einmal, weil er das Milieu, das er darstellt, nicht verherrlicht, aber auch nicht verurteilt. Regisseur und Autor Craig Brewer verzichtet weitgehend auf Klischees und zeichnet ambivalente Charaktere.

      Das beginnt bei DJay, der sich völlig gewissenlos verhält, wenn er Lexus ohne Rücksicht auf die Straße setzt oder Nola dazu überredet, ein Mikro mit ihrem Körper zu bezahlen, der aber auch diesen Traum vom Sinn des Lebens träumt und einen intensiven Wunsch verspürt, etwas aus seinem Leben zu machen. Das setzt sich fort bei Shelby, diesem dünnen, weißen und unscheinbaren Mann, der solch fette, schwarze und präsente Musik macht, der physisch verloren wirkt zwischen seinen beiden kräftigen Kollegen DJay und Key, aber das musikalische Rückrat der Produktion darstellt. Das geht bis zum Ende so, wenn Nola, die sich immer von DJay steuern ließ, weil es einfacher war, als ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, schließlich die Initiative ergreift, das letzte Stück Weges für ihn geht und seine Musik veröffentlicht.

      Hustle & Flow ist auch ein gelungener Film, weil er sich technisch zurücknimmt und ganz die Geschichte in den Mittelpunkt stellt, die Craig Brewer erzählen will. Gerde auf der visuellen Ebene gewinnt Hustle & Flow durch die schlichte Inszenierung an Authentizität. Das passt hervorragend, korrespondiert es doch mit der Idee hinter der Geschichte: dass nämlich Kunst, genauer gesagt Musik, mit beschränkten technischen und finanziellen Mitteln nicht nur möglich ist, sondern dadurch sogar an Qualität gewinnt.

      Sicher ist die Musik, die der Zuschauer in Hustle & Flow zu hören bekommt, unter weitaus besseren technischen Bedingungen entstanden, als die Protagonisten sie in DJays Haus vorfinden. Aber auch das passt, denn mit der Geschichte um einen Musiker rückt natürlich auch die Musik ins Zentrum des Films. Sie allein überhöht Hustle & Flow in der Inszenierung.

      Memphis, die Geburtsstadt des Rock ’n’ Roll, ist prädestiniert für eine Geschichte über einen Musiker, auch wenn er Hip-Hop macht - da ist Craig Brewer sicher: „This is a Memphis story – a movie about making music by any means necessary.“

      Der Film zelebriert die Musik. Er schreibt ihr nicht weniger als die Fähigkeit zu, Sinn in einem Leben zu stiften. Zwischen den Figuren stiftet sie Freundschaft und Verständnis. Und für Shug hat sie eine geradezu heilsame Wirkung, ganz unmittelbar, wenn sie zum ersten Mal den fertig abgemischten Refrain hört, den sie schüchtern eingesungen hatte. In diesem Moment - zum ersten mal im Film - weicht ihr stets nervöser, immerzu ängstlicher Blick einem breiten, zufriedenen Lächeln.

      Fazit: Hip-Hop-Variante des American Dream: ein Zuhälter versucht, als Rapper ein neues Leben zu beginnen.
    2. Hustle & Flow: Ausgezeichnetes Drama um einen Zuhälter, der Karriere als Rapper macht.

      Der diesjährige Sundance-Publikumspreis-Gewinner ist eine ambitionierte Low-Budget-Variante von Curtis Hansons „8 Mile“: Terrence Howard brilliert als schwarzer Underdog-Eminem in Memphis, dessen Traum vom Hiphop-Startum über Umwege Realität wird.

      Als Produzenten konnte Newcomer-Regisseur Craig Brewer niemand anderes als John Singleton („2 Fast 2 Furious“, „Shaft“) gewinnen, der neben MTV Films an Bord kam. Das größte Ass, das Brewer bei seinem auf 16mm gedrehtem Hip-Hop-Drama aus dem Ärmel schüttelt, ist allerdings Hauptdarsteller Terrence Howard, der hierzulande in Nebenrollen wie zuletzt dem brillanten „L.A. Crash“positiv auffiel und hiermit in den USA bereits seinen Durchbruch feierte. Howard spielt den Zuhälter und Dealer Djay, mit Dauerwelle, gepimptem Wagen und Hang zum Philosophieren, der nach einer Zufallsbegegnung mit seinem ehemaligen Schulfreund Key (Anthony Anderson) an seinen früheren Traum von einer Musikerkarriere erinnert wird. Zusammen mit Key, mittlerweile Toningenieur, und dem schlaksigen weißen Kirchenmusiker Shelby (DJ Qualls) bastelt er sich in seiner Wohnung ein eigenes Studio, in dem die drei die Musik zu seinen selbst geschrieben Raptexten erfinden.

      Die Story konzentriert sich vor allem darauf, mit welchen Mitteln jedermann sich selbst verwirklichen kann und bringt damit auch den Nicht-Rap-Fans unter den Zuschauern das Genre mit unerschütterlichem Enthusiasmus näher. Wer bei der potentiellen Hit-Textzeile „It’s hard out there for a pimp“ nicht ins Schmunzeln gerät, muss spätestens angesichts der Begeisterung, die die Darsteller und insbesondere Darstellerinnen an den Tag legen, die Waffen strecken: Djays ärmliches häusliches Leben wird von drei Frauen bestimmt - der großmäuligen Stripperin Lexus (Paula Jai Parker), die er schließlich aus der Wohnung schmeißt, seiner Haupteinnamequelle, der naiven Nola (immer toll: Taryn Manning), die letztlich über sich selbst hinauswächst, ebenso wie seiner schwangeren Freundin Shug (rührend: Taraji P. Henson), die als zufällig engagierte Backgroundsängerin ihre Erfüllung findet. Dass Brewer im Mittelteil bisweilen haarscharf am Kitsch vorbeistreift, wird im letzten Akt durch eine angenehm realistische Note, die nicht ohne Gewalt auskommt, wieder ausgeglichen - allerdings nicht ohne den Optimismus aufzugeben, der „Hustle & Flow“ zu einem immer mitreißenden Aufsteiger-Märchen macht. Mit Musikern wie Ludacris und der Legende Isaac Hayes in Nebenrollen besetzt, setzt Brewers Film zugleich der Südstaatenmusikszene der USA ein Denkmal, das von schwüler Atmosphäre, dem Improvisationstalent in den Armenvierteln der Stadt Memphis und der stets authentischen Sprache und Umgebung geprägt ist. In dieser Hinsicht ist „Hustle & Flow“ tatsächlich noch eine Spur aufrichtiger und aufreibender als sein großer Bruder „8 Mile“. deg.
    3. „Wertvoll”

        Jeder Mensch hat seinen Traum: Dies ist das Leitmotiv, das über diesem Film steht. Es geht in dem eintönig festgefahrenen Leben von DJay, dem Kleindealer und Zuhälter, wie auch seinen beiden Frauen in seiner Wohngemeinschaft, den Prostituierten Shug und Nola, nichts voran.

        Der Film läßt sich viel Zeit, den Lebensraum der Protagonisten und ihre Charaktere genau zu zeichnen. Dies hat stellenweise geradezu einen dokumentarisch-glaubhaften Touch, teils idealisiert, teils aber auch sehr realistisch. Als DJay sein Leben in die Hand nimmt, einen Weg aus seinem öden Alltag zu finden sucht, immer mit dem Ziel seines Traumes vor den Augen, gewinnt der Film an Fahrt. So sehr, daß der Zuschauer magisch in die Geschichte gezogen wird. (…)

        Einen wesentlichen Anteil am Gelingen des Films hat der überaus stimmige Soundtrack.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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