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   2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Home: Mit drei Schweizer Filmpreisen ausgezeichnetes Drama mit absurdem Humor um eine Familie, die ihr Zuhause an einer Autobahn nicht aufgeben will.

Marthe und Michel leben mit ihren drei Kindern direkt an einer stillgelegten Autobahn. Als dort plötzlich wieder Lastwagen und Autos vorbeidonnern, ist es vorbei mit der beschaulichen Idylle. Doch die Familie will ihr Heim partout nicht verlassen, ist fest entschlossen, dem ewigen Lärm und Dreck zu trotzen und tagtäglich die anstrengenden oder lebensgefährlichen Überquerungen durch einen Tunnel oder über die Autobahn zu wagen. Jeder der fünf leidet auf seine eigene Weise und entwickelt Ticks.

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Kritikerrezensionen

  • Die Schweizer Regisseurin Ursula Meier erzählt in ihrem ersten langen Kinofilm die skurrile Geschichte einer ungewöhnlichen Familie am Rande der Gesellschaft. Isabelle Huppert als Marthe führt die Riege der in allen fünf Rollen überzeugenden Darsteller an. „Home“ mit seinen rätselhaften Zügen ist eines dieser seltenen, schrägen Kinovergnügen, die einen mit ihrem Zauber gründlich umgarnen.

    Schon zu Beginn, als sich die fünf Familienmitglieder im Badezimmer begegnen, werden Verhaltensregeln und gesellschaftliche Konventionen gleich in Serie gebrochen. Der kleine Sohn Julien benutzt die Toilette, während seine Mutter zuschaut und seine große Schwester nackt in der Wanne sitzt. Julien steigt zu ihr in die Wanne, die Schwester raucht, der Vater kommt ins Bad. Es wird ausgelassen herumgealbert, wie auf einer Geburtstagsparty im Schwimmbad.

    Die glückliche Familie hat den Asphalt der unfertigen Autobahn mit einem Sofa und anderen Möbel belegt, mit einem Hockeytor, einem Grill. Julien fährt hier rasante Touren auf seinem Fahrrad. Jeden Morgen gehen der Junge und die mittlere Tochter Marion über die Trasse und die angrenzende Wiese zum Bus, der sie zur Schule bringt. Vater Michel überquert die Fahrbahn, um zu seinem Auto zu gelangen und zur Arbeit zu fahren. Er kehrt mit Einkäufen zurück, die er über den Asphalt zum Haus trägt. Mutter Marthe bleibt zu Hause und die erwachsene Tochter Judith verbringt die Tage im Bikini neben dem Haus bei lauter Musik. Eine ungetrübte Idylle mit leichten Verwilderungserscheinungen präsentiert sich hier, die die Träume angepasster Städter anregt. Abends sitzen alle draußen vor dem Fernseher und der Vater verspricht, den kleinen Pool für die Ferien fertig zu bauen.

    Seit zehn Jahren existiert dieses Refugium, doch dann rücken Bauarbeiter an und räumen die Autobahn von den Möbeln frei, teeren, montieren Leitplanken, ziehen weiße Linien. Als die Fahrzeuge schließlich vorbeirauschen, trifft es die Familie mit ungeahnter Wucht: Die Kinder können nicht mehr auf die andere Seite, und der Verkehrslärm legt sich mit Gewalt über jedes andere Geräusch, selbst Judith braucht große Kopfhörer, um ihre Musik noch zu vernehmen.

    Der packende Film lässt offen, warum die Familie ausgerechnet hier leben muss, warum die Mutter nicht weg will, ob die Eltern also eine ernsthafte oder nur eine kleine Macke haben. Die lebensfeindliche Nähe der Autobahn aber zerstört ihre unordentliche Idylle, hinter der freien Entfaltung drohen Verwahrlosung und Aggression. Dieser Suspense, diese fragile Balance werden unterstützt von der Spielfreude der Darsteller und der emotionalen Komplexität ihrer liebenswerten Figuren. Die Inszenierung zieht unmittelbar und wirkungsvoll hinein in den verheerenden Lärm und die Hilflosigkeit am Fenster.

    Fazit: Skurriles kleines Meisterwerk mit Isabelle Huppert über eine unangepasste Familie, die an einer Autobahn zu überleben versucht.
  • Zehn Jahre lebt eine Familie in einem Häuschen an einer stillgelegten Autobahn. Als auf der wieder die Autos rollen, ist es aus mit der Idylle an der Leitplanke.

    Es wirkt kafkaesk. Da steht mitten auf der leeren Autobahn ein Sessel, die Leitplanke dient als Schuhablage, daneben wird ein Pool gebaut und ein junges Mädchen aalt sich auf dem Liegestuhl. Wenn die Kinder zur Schule gehen, Freunde besuchen oder einkaufen, überqueren sie die ruhige Autobahn. Marthe (Isabelle Huppert) und Michel (Olivier Gourmet) machen es sich mit den drei Kindern gemütlich in ihrem einsamen Haus und der frei gewählten Isolation. Home sweet Home. Doch dann der Schock: Die Bauarbeiten werden nach einer Dekade wieder aufgenommen und bald donnern Lastwagen und Pkws nur wenige Meter entfernt vorbei. Durch einen Tunnel müssen die Familienmitglieder auf die andere Seite kriechen oder nachts unter Todesgefahr über die Verkehrsader flitzen. Die Familie muss Dreck, Abgase und Lärm, bei Stau Abfallberge im Vorgarten ertragen, irgendwann liegen die Nerven blank, das friedliche Familienleben entwickelt sich zur Hölle.

    In Ursula Meiers preisgekröntem ersten Langspielfilm ist der Zuschauer mit einem fast unverständlichen und unvermeidlichen Willen konfrontiert, sich an die Lebensumstände anzupassen und an lieben Gewohnheiten festzuhalten, in der Hoffnung auf andauernde familiäre Harmonie. Da steht eine zusammengeschweißte Schicksalsgemeinschaft vor dem Zerbrechen. Jedes Familienmitglied leidet auf seine spezifische Weise; emotionale Ausbrüche, Abkapseln von den anderen und stiller individueller Wahnsinn wechseln sich ab, bis auf eine Situation nimmt die Kamera die Perspektive der Familie ein, die Autobahn mit den Fahrzeugen wird zur Projektionsfläche von Ängsten und Neurosen. Ein wichtiges Stilmittel bildet die Tonspur mit der Vielzahl der Geräusche auf der Autobahn, die im Verlauf der Handlung immer mehr anschwellen, eine brutale Melodie des Lärms, die sukzessive die Macht über die Kommunikation am Küchentisch erringt. Zwischen Absurdität, schwarzem Humor und Psychodrama pendelt der Film bis zum Ende, wo die Protagonisten die „Huis clos“-Stituation verlassen und aufbrechen, wohin auch immer. Die Schweizerin, Regieassistentin bei Alain Tanner, schafft es, Schwere und Schwerelosigkeit geschickt zu kombinieren, lässt auch kleine Ausbrüche zu, die einen Moment des Glücks vorgaukeln. mk.

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