Filmhandlung und Hintergrund

Komödie über eine deutsch-polnische Hochzeit, Missverständnisse zwischen den beiden Völkern, Männerfreundschaften und einen Ex-Rock'n'Roller auf bürgerlichen Abwegen.

Den jungen Deutschen Frieder verschlägt es wegen der Arbeit und der Liebe nach Polen. Er verdient sein Geld damit, streikenden Arbeitern eine Gehaltserhöhung vorzugaukeln, obwohl er weiß, dass die Verlegung in die billigere Ukraine ansteht. Er möchte seine Holde, die Polin Gosia, heiraten. Doch am Polterabend tauchen plötzlich seine früheren Band-Kumpels auf, um zünftigen Junggesellenabschied mit Party, Rock und Bommerlunder zu feiern. Das gibt Stress zwischen Braut und Bräutigam, den einstigen Freunden sowie Polen und Deutschen.

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    Kritikerrezensionen

      1. Zu Vorbereitung ihrer Hochzeit werden Frieder und Gosia vom Priester gefragt, was sie aneinander Lieben. Da müssen die beiden erst einmal nachdenken. Seine lustige Art fällt Gosia schließlich ein, und zum Beweis muss Frieder eine Hasenfratze ziehen. Frieder stellt fest, dass er Gosias Schönheit liebe, aber das sei ja offensichtlich. Eigentlich haben die beiden nicht viel gemeinsam und man fragt sich, warum Frieder nicht bei seiner alten Jugendliebe Ines (Alexandra Schalaudek) geblieben ist.

        So unsicher Frieder in die Ehe geht, so unentschlossen ist er auch nach Polen gekommen. Gerade noch einmal scheint er den Sprung vom Rocker in eine „Karriere“ geschafft zu haben. Nur seine Kumpels scheinen diese Wandlung zu hinterfragen, die Polen kennen ihn ja nicht anders. Die beiden Welten aus Frieders Leben kontrastieren einander, doch keine von beiden scheint wirklich verlockend. Zu Hause das Rockerleben, aber das biedere Elternhaus – in Polen eine Zukunft mit Frau und Haus, aber ein unbefriedigender Job. Einzig die Lebensfreude im Dorf scheint mehr für Polen zu sprechen, doch auch hier wird nicht alle Tage geheiratet und gefeiert.

        Mit großer Anstrengung hat sich Frieder bemüht, in der polnischen Kultur und Sprache anzukommen. Die Schwüre und Formeln der Hochzeitszeremonie muss er vorher jedoch noch per Kassette üben, währenddessen fährt er durch die schönen Landschaften seiner neuen Heimat. Entgegen der deutschen Befürchtungen ist es in Polen gar nicht so schlimm, Frieders Eltern vermuteten dort nicht einmal fließend Wasser.

        „Hochzeitspolka“ lebt vom amüsanten Spiel polnischer und deutscher Vorurteile. Die polnischen Dorfbewohner und die deutschen Besucher trauen sich nicht über den Weg und können nur langsam ihre Klischeevorstellungen abbauen. Letztlich sind es dann nicht die Polen, sondern die Deutschen, die ein Auto klauen. Freilich sind die Vorstellungen vom Gegenüber etwas arg stereotyp. Frieders Eltern mag man ihre Unwissenheit über Polen noch abnehmen, aber von den Mitgliedern, auch einer provinziellen Rockband, könnte man etwas mehr Weltoffenheit erwarten, als dass diese Gammelfleisch im Buffet vermuten und ihre Handys aus Sicherheitsgründen nicht nach Polen mitgenommen haben. Spannend wird es, wenn zu später Stunde mit gestiegenem Alkoholpegel deutsch-polnische Beziehungen diskutiert werden, über Gastarbeiter, gegenseitigen Respekt bis hin zur obligatorischen Hitler-Diskussion. Die vermittelnden Übersetzer können die Diskussion kaum mehr diplomatisch aufbereiten. Hier gelingt der Brückenschlag zwischen Tragik und Komik und letztlich erweisen sich natürlich auch die schlimmsten Vorurteile als Falsch und alle Beteiligten können etwas lernen.

        Leicht vorhersehbar und mitunter etwas schleppend gestaltet sich die Geschichte des Films, die vielseitigen Einlagen der Darsteller können dies aber Entschädigen. Allesamt Charaktertypen überzeugt das Cast des Films, auch wenn Format und Gestaltung von „Hochzeitspolka“ oft an einen reinen Fernsehfilm erinnern. Der Film lebt von Situationskomik und seinen vielen kurzweiligen, unterhaltsamen Momenten. Über Deutsche und Polen lernen wir nichts Neues, aber bei dieser Hochzeit wären wir vielleicht doch gern dabei gewesen.

        Fazit: Unterhaltsame, aber wenig selbstreflexive Hochzeitskomödie. Ein Geheimtipp ist die polnische Version von „Eisgekühlter Bommerlunder“, gesungen von den Toten Hosen.
      2. Hochzeitspolka: Komödie über eine deutsch-polnische Hochzeit, Missverständnisse zwischen den beiden Völkern, Männerfreundschaften und einen Ex-Rock'n'Roller auf bürgerlichen Abwegen.

        Komödie über eine deutsch-polnische Hochzeit, Missverständnisse zwischen den beiden Völkern, Männer-Freundschaften und einen Ex-Rock’n’Roller auf bürgerlichen Abwegen.

        Heimat und Identität, zwei Fragen, die Lars Jessen („Am Tag als Bobby Ewing starb“, „Dorfpunks“) beschäftigen. Vom flachen Land in Norddeutschland treibt es ihn in „Hochzeitspolka“ an die Ostgrenze Polens, da wo die Deutschen als Arbeitgeber neue Abhängigkeiten schaffen. Genau in diese Ödnis, vor der sein Vater warnte „im Grund ist das ein wildes Land“, hat es den einst so coolen Sänger der Band „Heide Hurricane“ Frieder verschlagen. Als Geschäftsführer einer Firma schwindelt er streikenden Arbeitern Gehaltserhöhung vor, obwohl er weiß, dass die Verlegung in die billigere Ukraine ansteht. Er möchte die Hochzeit mit der holden Polin Gosia ungestört feiern und dann ins eigene Häuschen ziehen. Es könnte alles völlig entspannt laufen, wenn nicht am Polterabend plötzlich seine früheren Band-Kumpels vor der Tür stehen würden, um den zünftigen Junggesellenabschied mit Party, Rock und Bommerlunder aufzumischen. Das gibt Stress zwischen Braut und Bräutigam, den einstigen Freunden und Polen und Deutschen.

        Jessen lässt es krachen, spielt mit Polen- und Deutschenklischees, dass selbst Harald Schmidt vor Neid erblasst. Wurst und Wodka, derbe Witze und teutonische Arroganz ergeben eine krude Mischung, die auf der Leinwand in einem großen Besäufnis, einer wilden Schlägerei und vielen Missverständnissen mündet. Das Fehlen jeglicher political correctness verleiht dem Tohuwabohu anfänglich einen rauen Charme, der durch Redundanz an Wirkung verliert. Beide Seiten kriegen ihr Fett ab, was vielleicht auch an der Koregie und Koautorenschaft von Przemyslaw Nowakowski liegt. Gepfefferter Humor, manchmal auch knapp unter der Gürtellinie, der Verbindendes und Trennendes hervorhebt und teilweise gelungene Situationskomik sind die Pluspunkte dieser Gratwanderung zur Klamotte. Uneingeschränkt überzeugen dagegen Christian Ulmen als Jung-Spießer mit cooler Vergangenheit mal wieder als Unsicherheitsbündel ebenso wie Fabian Hinrichs als Großmaul und Party-Crasher. Trotz einiger illustrer Momente bleiben die Figuren eindimensional, wiederholte Suff-Szenen langweilen. Dafür amüsieren Culture-Clash und der satirische Ansatz, die Vorurteile durch Überspitzung lächerlich zu machen, das Spiel mit Klischees. Ob sich der sichtliche Spaß der Akteure auf das Publikum überträgt, ist abzuwarten. Vielleicht hilft da der „Eisgekühlte Bommerlunder“ in polnischer Version der „Toten Hosen“. mk.

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