Filmhandlung und Hintergrund

Fesselnde Neuverfilmung von Arthur Millers zeitlosem Theaterstück über kollektive Schuld und persönliche Integrität.

Salem, 1692: Weil sich John Proctor zur Rettung seiner brüchigen Ehe von seiner Geliebten Abigail Williams lossagt, entwickelt sie einen perfiden Plan: Indem sie und ihre Freundinnen vorgeben, sie seien vom Teufel besessen, wollen sie sich mittels eines brutalen Tribunals unbequemer Mitbürger entledigen. So gerät aber nicht nur Proctors Ehefrau Elizabeth, sondern auch ihr aufrechter Ehemann ins Kreuzfeuer der Hexenjäger.

Der Teufel hält 1692 in Salem Einzug, als Abigail Williams sich mittels eines Hexensabbaths an ihrem verheirateten Liebhaber John Proctor rächen will, weil dieser sie nach einer Liaison sitzenließ. Ein angereistes Richterkonsortium soll nun klären, wer mit dem Teufel im Bunde ist und wer nicht. Denunziation und falsche Beschuldigungen gehören unter den bigotten Dorfbewohnern bald zur Tagesordnung, worüber die vormals festgefügte Gemeinde zerbricht. Ehe die alte Ordnung wieder hergestellt werden kann, gibt es zahlreiche Tote zu beklagen.

Im Jahre 1692 versucht sich die junge Abigail an ihrem Ex-Geliebten zu rächen, indem sie seine Frau der Hexerei beschuldigt. Doch anders als erwartet wird auch John verdächtigt. Verfilmung des Theaterstücks von Arthur Miller.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Hexenjagd: Fesselnde Neuverfilmung von Arthur Millers zeitlosem Theaterstück über kollektive Schuld und persönliche Integrität.

    Der englische Regisseur Nicholas Hytner („King George“) hat Arthur Millers zeitloses Theaterstück über kollektive Schuld und persönliche Integrität dramaturgisch überzeugend und auf hohem schauspielerischen Niveau verfilmt. Mit theatralischer Verve und analytischer Schärfe versteht es Hytner, ästhetische und dialektische Akzente zu setzen, die an Intensität und Eleganz nichts zu wünschen übrig lassen. Ein Period Piece, wie es aktueller nicht sein könnte, da es sich mit einer essentiellen, gesellschaftspsychologischen Problematik auseinandersetzt: das Individuum versus die Masse.

    Als der US-Dramatiker Arthur Miller seinen Zweiakter 1953, vor dem Hintergrund der Kommunistenverfolgung durch den Ausschuß des Senators McCarthy, auf die Bühne brachte, war die Lesart vorgegeben: Ein vehementer Protest gegen diese Art infamer Gesinnungsschnüffelei, ein flammender Appell für absolute Gewissensfreiheit. Wie immer benutzt Miller auch bei „Hexenjagd“ die Lebenserfahrungen der „kleinen Leute“, um sie zu einem relevanten Gesellschafts-Psychogramm zu erweitern. Als Vorlage dienten ihm im vorliegenden Fall die Ereignisse, die als „Hexenjagd von Salem“ in die Geschichtsbücher Eingang fanden. Im Jahre 1692 wurde in Salem im Staate Massachusetts Leuten der Prozeß gemacht, die als „Hexen“ oder „mit dem Teufel im Bunde“ gebranntmarkt wurden. Viele von ihnen fanden den Tod am Galgen. Hintergrund für diese fatale „Säuberungsaktion“ waren die Verleumdungen einer Handvoll Mädchen - unter ihnen Abigail Williams (im Film von Winona Ryder gespielt) - die vorgaben, vom Teufel besessen zu sein. Abigail freilich verfolgte mit ihren frei erfundenen Anschuldigungen einen perfiden Zweck: Sie wollte Elizabeth Proctor (Joan Allen) loswerden, die Ehefrau von John Proctor (Daniel Day-Lewis), dem Abigail sexuell hörig war. Proctor, der sich nach einem einmaligen Fehltritt längst von Abigail losgesagt hatte, gerät so unfreiwillig in den Mittelpunkt des Geschehens. Und in einer bigotten Gesellschaft, in der sich die abgrundtiefe Angst vor Sexualität in brutaler Repression manifestiert, ist ein aufrechter Individualist wie Proctor sehr schnell zum Scheitern verurteilt.

    Diese tiefverwurzelte seelische Gruppen-Panik eskaliert schließlich in einem kalten, gesellschaftlich gewollten Terror, der darauf abzielt, „den Menschen seines Gewissens zu berauben und damit seiner Persönlichkeit“, wie Miller es formuliert. Aus diesem komplexen, in seiner Dringlichkeit fest hermetisch abgeschlossenen Stoff einen lebendigen Film zu machen, war für Nicholas Hytner die größte Herausforderung. Und obwohl er sich sehr eng an Millers poetisch stilisierte Sprache anlehnt und dessen dramaturgischen Aufbau nur geringfügig variiert, gelingt es ihm doch, einen äußerst dynamischen Erzählrhythmus mit zahlreichen Subplot-Elementen zu kreieren - bis hin zum packenden Showdown.

    Die Balance zwischen visueller Opulenz und kammerspielartigen Momenten macht einen zusätzlichen Reiz dieser Inszenierung aus. Es ist schon bemerkenswert, daß ein A-Klasse-Schauspieler wie Daniel Day-Lewis in der ersten Filmhälfte kaum präsent ist und von Winona Ryder alias Abigail förmlich in die Handlung gezogen werden muß. So uneitel sieht man Hollywoodstars selten agieren. Das gilt letztlich auch für Paul Scofield in der Rolle eines gnadenlosen Richters, obwohl seine technisch brillante Darstellung das Ensemblespiel-Konzept gelegentlich etwas in Schieflage bringt.

    Durch sein künstlerisches Niveau ragt „Hexenjagd“ weit über die handelsüblichen Kitsch-Klassiker-Adaptionen hinaus. Millers meistgespieltes Theaterstück verfehlt in dieser Fassung auch als Film seine Wirkung nicht. Im Gegenteil: „Hexenjagd“ zeigt eine Tragödie von universellem Ausmaß. Kino mit Starqualität und Inhalt.ull.

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