Filmhandlung und Hintergrund

Einfühlsame Dokumentation über die weit reichenden Folgen der nationalpolitischen Erziehungsanstalten.

Nach dem Selbstmord von Gero Karrer und seiner Frau kommen die trauernden Hinterbliebenen zusammen, um zu verstehen, was im Kopf des Familienpatriarchen vor sich ging. Sie stoßen auf ein dunkles Kapitel seiner Vergangenheit - Karrer besuchte als Junge im Dritten Reich eine nationalpolitische Erziehungsanstalt, die Napola. In der Kaderschmiede sollte der Nachwuchs zu Herrenmenschen heranreifen und später Karriere machen. Nach dem Untergang bekleideten sie Posten in der jungen deutschen Demokratie.

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Darsteller und Crew

  • Werner Gusted
    Werner Gusted
  • Dr. Hellmuth Karasek
    Dr. Hellmuth Karasek
  • Marva Karrer
    Marva Karrer
  • Jakob Krovoza
    Jakob Krovoza
  • Philipp Krovoza
    Philipp Krovoza
  • Joachim Carlos Martini
    Joachim Carlos Martini
  • Harald Ofner
    Harald Ofner
  • Erwin Schuppe
    Erwin Schuppe
  • Irmela Schuppe
    Irmela Schuppe
  • Herman Schuppe
    Herman Schuppe
  • Helke Grosse
    Helke Grosse
  • Marianne Schuppe
    Marianne Schuppe
  • Theo Sommer
    Theo Sommer
  • Eduard Erne
    Eduard Erne
  • Dr. Christian Schneider
    Dr. Christian Schneider
  • Ernst Szebedits
    Ernst Szebedits
  • Elena Trifonova
    Elena Trifonova
  • Harald Schmutz
    Harald Schmutz
  • Peter Kaizar
    Peter Kaizar

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Herrenkinder: Einfühlsame Dokumentation über die weit reichenden Folgen der nationalpolitischen Erziehungsanstalten.

    Einst bildeten die Nazis sie in Eliteschulen aus, später bekleideten viele von ihnen wichtige Posten in der Gesellschaft - doch über ihr schwieriges Erbe redeten sie so gut wie nie, obwohl es bis in ihre Familien hinein wirkte.

    Eduard Erne („Totschweigen“) und Christian Schneider suchen in ihrer Dokumentation ehemalige Schüler der Napolas auf und lassen sie, ihre Angehörigen, die Kinder und Kindeskinder das große Schweigen brechen, um sensibel die Auswirkungen der Erziehungsmethoden bis hin in die Enkelgeneration zu erforschen. Mit der Machtergreifung 1933 wurden die Napolas gegründet, offiziell NPEA - Nationalpolitische Erziehungsanstalten. Hier sollte die künftige zivile Elite des NS-Regimes ausgebildet werden. Bis Kriegsende erlebten 15.000 Jungmannen militärischen Drill in etwa 40 Kaderschmieden, den Körper gestählt, die Seele gebrochen. Mit Sklavengehorsam sollten sie zum Herrenmenschen geformt werden, ihr Credo: glauben, gehorchen, kämpfen. Nach dem Untergang des Dritten Reiches trugen sie schwer daran, galten als verfemte Bastarde. Doch ihre Persönlichkeit war, ob sie wollten oder nicht, längst nach diesem Ideal geformt.

    Der ehemalige Herausgeber der ZEIT, Theo Sommer, Literaturkritiker Hellmuth Karasek, der einstige Justizminister Österreichs, Harald Ofner - für sie galt lange das mafiöse Gesetz des Schweigens. Sie erzählen teilweise an Originalschauplätzen von ihren beklemmenden Erinnerungen an die Zuchtanstalten. Auch die Hinterbliebenen versuchen zu verstehen - Gero Karrer wählte mit seiner Frau den Freitod, nun ringt die ganze trauernde Familie um Worte, will anhand der wenigen nicht vernichteten Unterlagen begreifen, was kaum zu begreifen ist. Sie tragen die psychischen Erbschaften, denn die NS-Mentalität des Patriarchen hat sich heimlich in die Erziehung eingeschlichen und sie vergiftet. Das Denken der missbrauchten Kinder von einst hat die Generationengrenze überwunden, ihr Geist lebt auf unheimliche Weise fort. Daran erinnert die einfühlsame Doku über eines der vielen verdrängten deutschen Geschichtskapitel. tk.

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    Kino.de Redaktion  

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