Helle Nächte (2017)

Helle Nächte: Vater-und-Sohn-Roadtrip durch die raue Bergwelt Norwegens, die so schweigsam ist wie Vater Michael und dessen Sohn Luis. Nur langsam nähern sie sich an.
Kinostart: 10.08.2017
Kino Tickets
Helle Nächte Poster

Kinotickets in

Kinotickets in

Noch sind keine Kinotickets in diesem Ort verfügbar.

Alle Bilder und Videos zu Helle Nächte

Filmhandlung und Hintergrund

Helle Nächte: Vater-und-Sohn-Roadtrip durch die raue Bergwelt Norwegens, die so schweigsam ist wie Vater Michael und dessen Sohn Luis. Nur langsam nähern sie sich an.

Der zurückhaltende Ingenieur Michael (Georg Friedrich) hatte lange keinen Kontakt zu seinem 14-jährigen Sohn Luis (Tristan Göbel), der bei der Ex-Frau in Österreich lebt. Erst als Michael vom Tod seines eigenen Vaters erfährt, der ebenfalls Ingenieur war und in Norwegen gelebt hat, realisiert er, dass er sein Leben ändern muss. Kurzerhand nimmt er Luis mit auf einen Roadtrip, der zur Trauerfeier im rauen Norden Norwegens führt.

Unterwegs sprechen Vater und Sohn kaum miteinander. Ihr Weg führt an weit geschwungenen Fjorden entlang, durch Nebel und Wälder, die einzigartige Bergwelt Norwegens. Jede Bewegung ist Veränderung – zaghaft gelingt es Michael und Luis eine Beziehung zueinander aufzubauen. Es gibt da Fragen, die drängen. Enttäuschungen, die gesühnt werden müssen. Erfahrungen, die nachgeholt werden wollen. Als Michael die Hinterlassenschaft seines eigenen Vaters ordnet, findet er dessen letzte Arbeit, ein Buch über Tunnelbau. Vielleicht kann auch er etwas an seinen Sohn Luis weitergeben.

“Helle Nächte” – Hintergründe

Das Vater-Sohn-Drama “Helle Nächte” ist Roadtrip und Kammerspiel zugleich, das ohne große Worte auskommt. Stattdessen fokussiert sich Regisseur Thomas Arslan (“Gold“, “Im Schatten“) auf die Kraft der Bilder. Im Fall von “Helle Nächte” sind das vor allem wunderbare Landschaftsaufnahmen, die den Zuschauer in den klammen, nebligen Norden entführen. Hier finden im Sommer die titelgebenden hellen Nächte statt, wenn nördlich des Polarkreises die Sonne nicht untergeht. Doch die Stille der Natur dient auch dazu, das Schweigen zwischen den verletzten Protagonisten zu illustrieren.

Für Fans dürfte die eigenwillige Bildsprache von Thomas Arslan bereits bekannt sein - der Minimalist des deutschen Kinos hat bereits mit dem Western “Gold” mit Nina Hoss einen Genrefilm vorgelegt, der auf das erzählerische Grundgerüst heruntergedampft ist. Doch während “Gold” bei der Berlinale 2013 noch leer ausging, konnte “Helle Nächte” im Jahr 2017 die Kritiker überzeugen. Das Roadmovie mit “Tschick“-Star Tristan Göbel wurde für den Goldenen Bären nominiert, während Hauptdarsteller Georg Friedrich (“Wilde Maus“, “Marija“) sogar den Silbernen Bären als bester Darsteller erhielt.

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Thomas Arslan meldet sich nach “Gold” mit “Helle Nächte” im Wettbewerb der Berlinale zurück, einem ruhigen Roadmovie, in dem ein Vater versucht, dem Sohn näher zu kommen.

    Seinen eher minimalistischen Stil hat der Filmemacher noch weiter reduziert in dieser Vater-Sohn-Geschichte, in der ein Vater (Georg Friedrich, der auch mit “Wilde Maus” im Wettbewerb war) nach längerer Zeit wieder den Kontakt zu seinem Teenager-Sohn (Tristan Göbel aus “Tschick”) aufnimmt und ihn nach Norwegen mitnimmt, um nach der Beerdigung seines Vaters, zu dem er auch Jahre lang kein Kontakt mehr hatte, ein paar Tage mit ihm zu verbringen. Beim gemeinsamen Auto- und Camping-Trip will er ihn kennenlernen, sich entschuldigen. Irgendwann überwinden sie das Schweigen, aus Bemerkungen werden Gespräche, die schnell zu Streits werden. Nur wenige entspannte Momente erlaubt Arslan seinen zwei Protagonisten. Die meiste Zeit verbringen sie auf der Straße, wo die Kamera die Fahrersicht einnimmt und die raue, schöne Landschaft vorbeiziehen lässt. Unterlegt werden die langen Fahrten von einem ernsten elektronischen Score. Das wirkt bisweilen fast hypnotisch, hinter jeder Kurve, in der Nebelbank erwartet man etwas, vielleicht einen Unfall, weil der Vater wegen der hellen Nächte nicht schlafen kann. Aber es passiert nichts. Nur eine leise Annäherung zwischen Vater und Sohn, die sehr, sehr langsam stattfindet. Eine kurze Berührung an der Schulter, eine Umarmung fast am Ende, nachdem der Vater den Sohn während einer langen Wanderung verloren glaubte. Emotion wird heruntergespielt in dieser extrem reduzierten Geschichte. Ein bisschen Humor bringt die jugendliche, rebellische Verstocktheit des Sohnes in das Roadmovie, das so beginnt wie es endet – mit einem leeren Blick des Vaters, in den man alles und nichts hineininterpretieren kann. hai.

Zuletzt angesehen und Empfehlungen

Kommentare