Filmhandlung und Hintergrund

Fünftes Filmabenteuer mit dem längst legendären Hannibal Lecter, das von den frühen Tagen des Kannibalen erzählt.

Auf einer mittelalterlichen Burg, errichtet von seinem Vorfahr, erlebt der junge Hannibal Lecter (Gaspard Ulliel) die Gräuel des Zweiten Weltkrieges. Als ausgehungerte Soldaten um Litauen kämpfen, ermorden sie erst seine Eltern kaltblütig und anschließend seine Schwester, deren Leiche sie verspeisen. Hannibal flieht nach Frankreich zu Lady Murasaki (Gong Li), der mysteriösen Witwe seines Onkels, um den Horror zu vergessen. Sie lehrt ihn geduldig Kultur, doch sein Durst nach Rache an jenen, die ihn damals geschunden haben, treibt ihn um.

Der Werdegang des berühmtesten Kannibalen der Filmgeschichte wird im vierten Teil der Saga ums kultivierte Morden eingehend beleuchtet. Nachwuchsmime Gaspard Ulliel („Mathilde„) tritt als dämonischer Serienkiller in die Fußstapfen von Anthony Hopkins.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Ein Mann wie Hannibal Lecter war auch einmal ein Kind. Und dieses Kind muss irgendetwas erlebt haben, was ihn zu dem machte, was er später ist – ein Kannibale.

      Der Film geht der alten Frage nach, wie ein Mensch zu einem Mörder, oder hier zu noch schlimmerem, werden kann. Ganz psychoanalytisch wird die Ursache in der Kindheit gefunden und als Lecters Backstorywound eingeführt.

      „Hannibal Rising“ ist ein eigenständiger Film, der zwar Referenzen zu den nachfolgenden Teilen hat, aber nicht platt irgendwelche Verbindungen zitiert um sich an die Vorgänger anzubiedern. Er ist wesentlich physischer angelegt, weniger psychologisch, was ihn so stark von „Das Schweigen der Lämmer“ unterscheidet. Und das ist vielleicht das einzige, was man ihm ankreiden könnte, dass er zu sehr auf das Zeigen von Grausamkeiten setzt.

      Was bei gerade erwähntem Film gemacht wurde, nämlich Lecter nie „bei der Arbeit“ zu zeigen, stets nur die Ergebnisse seiner Grausamkeit, das wird hier sozusagen nachgeholt.

      Die Männer, die Hannibal das Letzte nahmen, was er hatte, sucht er auf, wenn er erwachsen ist. Nach dem Dezimierungsprinzip eines bekannten Kinderliedes verfolgt Hannibal sein nun einziges Ansinnen. Sogar seine Tante, die anfangs noch auf seiner Seite steht, auch ihr passierte während des Krieges Schreckliches, wendet sich von ihm ab.

      Regisseur Peter Webber ordnet die verschiedensten Genres nebeneinander. Kriegsfilm-, Horrorfilm-, Thriller- und sogar Samuraifilmelemente lassen sich finden. Es ist, als ob all jene angeführt werden, um die unglaubliche Abgründigkeit Lecters plausibel machen zu können. Als ob ein Genre nicht reiche um dieser komplexen Figur gerecht zu werden.

      Der Film ist unglaublich atmosphärisch. Er changiert irgendwo zwischen der Stimmung in einigen Dracula-Verfilmungen und etwas vollkommen eigenständigem.

      Fiebrig und düster sind die dunklen Wälder Litauens und das Schloss zu Beginn, das zivilisierte Paris scheint nur von verzweifelten Menschen, die den Krieg (verständlicherweise) noch nicht verwunden haben oder von ihm gebrandmarkt sind, angefüllt zu sein. In diesem Paris wird der Hannibal geboren, wie wir ihn kennen: kultiviert, gebildet und unglaublich grausam.

      Fazit: Bombastisches Prequel zu den Hannibal-Filmen, das der Frage nachgeht, wie dieser Mensch zu dem wurde was er ist. Mit genügend Ekeleffekten, die das plausibel machen.
    2. Hannibal Rising - Wie alles begann: Fünftes Filmabenteuer mit dem längst legendären Hannibal Lecter, das von den frühen Tagen des Kannibalen erzählt.

      Die Biografie des populären Psychopathen ist komplett: Wie der junge Hannibal Lecter seine gute Erziehung vergaß und die Achtung vor dem Leben verlor.

      Zum fünften Mal, aber erstmals seit Michael Manns „Blutmond“ wieder ohne seine Leibrepräsentanz Anthony Hopkins, gibt sich Lecter auf Breitwand die Ehre. Die Abwesenheit des britischen Vollblutmimen ist ein Schlag für die Fangemeinde, ergibt sich aber zwingend aus der Richtungsanweisung dieses Prequels, das weit zurück in die Kindertage des mörderischen Gourmets führt. Wie schon beim Vorgänger „Hannibal“ war auch hier die Romanvorlage von Thrillerspezialist Thomas Harris ein gefundenes Fressen für das enttäuschte Feuilleton, was „Hannibal“ jedoch nicht abhielt, gedruckt und verfilmt ein Welthit zu werden. Obwohl die Ursache für die deformierte Persönlichkeit des Serienkillers den Boden menschlicher Abgründe erreicht, lässt sich, wie schon bei „Hannibal“, auch hier ein humoristischer Unterton erkennen. Das Leben der litauischen Lecter-Familie nimmt eine verhängnisvolle Wende, als die Eltern 1944 bei einem Flugangriff der Deutschen getötet werden und der 10-jährige Hannibal mit seiner jüngeren Schwester Mischa Schutz in einem Jagdhaus sucht. Ein Szenario wie in einem Grimmschen Märchen, in dem bekanntlich Hexen auch kleine Kinder fressen wollen. Ausgehungerte litauische Söldner, die sich zuvor SS-Truppen angedient hatten, fallen schließlich in die Zuflucht der Kinder ein. Was mit Mischa passiert, traumatisiert Hannibal für ein ganzes Leben, der Jahre später über die Zwischenstation Waisenhaus bei Lady Murasaki (Gong Li), der Witwe seines Onkels, in Frankreich landet. Die elegante Schönheit wird zur bewunderten Hofdame des jungen Neo-Ritters, der ihr den tranchierten Kopf eines Mannes zu Füßen legt, der sie zu beleidigen gewagt hatte. Hier liegt die Gentleman-Attitüde Lecters, sein schwarzer Humor und sein Interesse an der menschlichen Anatomie begründet, das er als Student der Medizin vertieft. Zentrale Triebkraft seines Handelns ist der Plan, sich an den Mördern Mischas zu rächen, um sie das gleiche Schicksal wie seine Schwester erleiden zu lassen. Die kannibalistische Intention führt ihn zurück nach Litauen, im Finale sogar nach Kanada und fordert selbstredend nur Opfer, die den Tod verdient haben: Kriegsverbrecher, Mörder, Frauen- und Waffenhändler. Das ist gute Tradition in bisher allen Fortsetzungen und trägt dem Fakt Rechnung, dass sich das Monstrum längst zum Sympathieträger entwickelt hat. Regisseur Peter Webber, der sich nach seinem exquisiten Debüt „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ hier auf groberes Terrain begeben hat, hätte gut daran getan, das eine oder andere Harris-Klischee, wie etwa den Tod von Murasakis Eltern in Hiroshima, auszumerzen. Trotz solcher Skriptprobleme gefällt „Hannibal Rising“ aufgrund seiner ansprechenden Optik, der aristokratischen Präsenz von Gong Li, vor allem aber wegen Frankreichs Jungstar Gaspard Ulliel („Mathilde - Eine große Liebe“), der mit seinem am Kinn spitz zulaufenden Dreiecksgesicht und seiner diabolischen Balance von Charme und Bedrohung auch eine überzeugende Juniorausgabe von Batmans Nemesis, dem Joker, abgeben würde. kob.

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