Hamlet

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   1996

Hamlet: In Wort und Bild gleichermaßen monumentale Verfilmung der berühmten Tragödie Shakespeares.

Hamlet Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Hamlet: In Wort und Bild gleichermaßen monumentale Verfilmung der berühmten Tragödie Shakespeares.

Etwas ist faul im Staate Dänemark: Nur drei Monate nach dem plötzlichen Tod des Königs hat Königin Gertrude ihren Schwager geheiratet. Zum Entsetzen des jungen Hamlet, der vom Geist seines Vaters über den Morast aus Lust und Mord am Königshof aufgeklärt wird. Der Prinz schwört Rache, versteckt sich aber unter dem Deckmantel fortschreitenden Wahnsinns.

Schloß Helsingör, 1850. Nach dem Tod des dänischen Königs heiratet dessen Witwe Gertrud wenig später den Bruder des Ex-Monarchen, Claudius. Prinz Hamlet ist über diese Mesalliance seiner Mutter sehr empört. Als ihm sein Vater als Geist erscheint und ihm mitteilt, er sei von Claudius ermordet worden, verwandelt sich Hamlets Abneigung gegen diesen in blanken Haß. Um dem Attentäter ein Schuldeingeständnis abzuringen, stellt der Prinz sich wahnsinnig. Sein unberechenbares Verhalten hat jedoch unvorhergesehene Folgen.

Kurz nach dem Tode ihres Mannes heiratet Königin Gertrud den Bruder des Verstorbenen. Sohn Hamlet ist das suspekt – und er behält Recht. Denn schon bald erscheint ihm der tote König und klärt ihn über die Intrigen im Staate Dänemark auf. Hamlet sinnt auf Rache. Shakespeare-Verfilmung von Experte Kenneth Branagh.

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Kritikerrezensionen

  • Ist etwas faul im Staate Dänemark? Das ist die Frage in Kenneth Branaghs dritter Shakespeare-Filminszenierung, die erstmals die Tragödie des dänischen Prinzen ungekürzt auf die Leinwand bringt. Branaghs vierstündiger „Hamlet“ liebt das Wort, pflegt das Bild, aber bringt interpretatorisch wenig Neues. Dennoch ist diese bislang werkgetreueste Adaption für Literaturliebhaber gleichermaßen Pflicht und Kür, wenn auch darüber hinaus nur schwer neues Territorium erobert werden dürfte.

    Die bekanntesten „Hamlet“-Filme der letzten 50 Jahre setzten allesamt auf zusätzliche Attraktionen, um eines der vielschichtigsten, psychologisch komplexesten Stücke Shakespeares einem größeren Publikum schmackhaft zu machen. Laurence Olivier selbst war der Magnet seiner eigenen Verfilmung (1948), die mit 153 Minuten Branaghs Version zumindest in der Laufzeit noch am nächsten kommt. Tony Richardsons 114-minütige Adaption (1969) kürzte den Barden am drastischsten und besetzte Marianne Faithfull als Ophelia, um Kontakte zu jüngerer Klientel zu knüpfen. Franco Zeffirellis 135-Minüter schließlich lockte mit Actionstar Mel Gibson, mußte sich aber dennoch mit 216.000 Zuschauern begnügen. Der Star in Branaghs Rhetorik-Epos ist der Text und natürlich Branagh selbst, der mitunter in der Eigeninszenierung, deutlicher als Olivier, visuellem Pathos verfällt. Sein Prinz, athletisch, viril und im Aussehen eine Verbeugung vor dem jungen Olivier, ist wie schon Gibson nach außen kein Spiegel der inneren Brüchigkeit Hamlets. Ein Hindernis für das Verständnis der Figur, die den Mord am Vater rächen will, aber von Selbstzweifeln, Reflexionen über das Wesen von Leben und Tod, von ethischen, aber auch rationalen Fragen davon abgehalten wird. In den zornigen, aber auch witzigen Passagen als bissiger Kobold ist Branagh eine Klasse für sich, die ihm aber in den leisen introspektiven Momenten (im Unterschied zu Olivier) noch fehlt. Als Regisseur zeigt sich der Ire trotz ungebrochener Vorliebe für Kreisfahrten zurückhaltender als noch in „Mary Shelley’s Frankenstein“, aber Ausrutscher im Ton finden sich auch hier. Dazu zählen etwa nicht nur der Einfall der norwegischen Truppen in das ins 19.Jahrhundert transferierte Königsschloß Elsinore im Stile eines swat-teams, sondern auch das Defilee der Gaststars (Gérard Depardieu, Jack Lemmon, Robin Williams und Richard Attenborough), die nicht auf den Stoff hin, sondern davon ablenken. Prunkstück dieser opulent wirkenden, aber vergleichsweise kostengünstig realisierten Verfilmung bleiben die anderen Darsteller, unter denen die beiden Shakespeare-Debütantinnen Kate Winslet („Sinn und Sinnlichkeit“) und Julie Christie bestechen, Barden-Veteran Derek Jacobi (als Königsmörder Claudius) aber alle überragt. Imposant auch das mit Schwarzweiß-Kompositionen und symbolträchtigen Spiegeln spielende Design, plastisch ins Auge gerückt von Alex Thomson, dessen 70mm-Bilder, selbst auf 35mm kopiert, noch unter Beweis stellen, wozu das Kino im herrschenden Klima visueller Nachlässigkeiten eigentlich in der Lage wäre. Bleibt zu hoffen, daß der Verleih wenigstens in einigen Kopien Branaghs 70mm-Vision Rechnung trägt. kob.

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