Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama: Ein Vater muss erkennen, dass sein Sohn pädophile Neigungen hat.

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Kritikerrezensionen

  • Guter Junge: TV-Drama: Ein Vater muss erkennen, dass sein Sohn pädophile Neigungen hat.

    Mit „Wut“ oder „Guten Morgen, Herr Grothe“ hat der WDR gerade in jüngerer Zeit viel beachtete Fernsehfilme zu gesellschaftlich relevanten Themen vorgelegt. Auch der von Torsten C. Fischer inszenierte „Guter Junge“ bewegt sich thematisch fernab der leichten TV-Unterhaltung und stellt einen Jugendlichen mit pädophilen Neigungen in den Mittelpunkt.

    Erzählt wird die Geschichte des Berliner Taxifahrers Achim (gespielt von Klaus J. Behrendt), der nach dem Tod seiner Ex-Frau den gemeinsamen, knapp 18-jährigen Sohn Sven (Sebastian Urzendowsky) bei sich aufnimmt. Vater und Sohn haben über viele Jahre hinweg kaum Kontakt zueinander gehabt und finden zunächst keinen wirklichen Zugang zueinander. Als Achim bei Sven anzügliche Videos findet, die dieser mit minderjährigen Jungen gedreht hat, eskaliert die Situation. Der Vater versucht verzweifelt, den Sohn auf den vermeintlich richtigen Weg zu bringen, muss aber erkennen, dass er machtlos ist.

    Vor allem das brillante Zusammenspiel von Sebastian Urzendowsky als Sohn und Klaus J. Behrendt als Vater macht „Guter Junge“ zu einem herausragenden Werk. Behrendt ist es förmlich anzumerken, wie wichtig ihm die schauspielerische Präsenz jenseits seiner regelmäßigen Auftritte als Kölner „Tatort“-Kommissar ist. Als Achim bietet er eine permanente Gratwanderung zwischen Gewaltausbrüchen, in denen die Hilflosigkeit gegenüber der Neigung des Sohnes zum Ausdruck kommt, und sensiblen, mitunter ergreifenden Szenen, in denen es zu einer vorsichtigen Annäherung mit dem Teenager kommt. Urzendowsky wiederum liefert eine perfektes Bild des hin- und hergerissenen Heranwachsenden, der zwar weiß, dass er mit seinen Handlungen Straftaten begeht, sich gefühlsmäßig aber dennoch nicht von den kleinen Jungen lösen kann.

    Regisseur Fischer, Drehbuchautor Karl Heinz Käfer und Kameramann Martin Kukula setzen all dies in einen beeindruckenden Film um, der sich keineswegs reißerisch mit der sensiblen Thematik beschäftigt. Niemand in diesem Film ist der „Böse“, niemand der „Gute“. Der Zuschauer kann sich sein eigenes Bild machen und erlebt die Höhen und Tiefen dieser ganz speziellen Vater-und-Sohn-Beziehung auf eindringliche, aber niemals voyeuristische Art und Weise mit. Das Ende ist ernst, aber nicht gänzlich frei von Hoffnung. jl.

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