Große Mädchen weinen nicht

  1. Ø 3
   2002
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Filmhandlung und Hintergrund

Große Mädchen weinen nicht: Teenager-Drama über eine Mädchenfreundschaft, die an der Affäre eines Elternteils zu zerbrechen droht.

Kati (Anna Maria Mühe) und Steffi (Karoline Herfurth), beide 17, sind die besten Freundinnen, die man sich vorstellen kann. Freud, Liebe, Leid, Alltagsfrust – alles wird schwesterlich geteilt und bewältigt. Meistens jedenfalls. Als Steffi nämlich ihren Vater mit einer fremden Frau in der Discothek beobachtet, bricht eine Welt für sie zusammen. Schon bald wandelt sich ihre Trauer in Wut und Hass. Als geeignetes Objekt, diese abzureagieren, erscheint ihr Tessa (Josefine Domes), Tochter der verhassten Rivalin und in Steffis Alter. Steffi schmiedet einen perfiden Plan…

Kein Teenieslapstick à la „Mädchen Mädchen„, sondern ein hartes Drama mit Thrillernote schuf Regisseurin und Drehbuchautorin Maria von Heland in ihrem Spielfilmerstling frisch vom „Teenage Battlefield“.

Die 17-jährige Steffi erfährt, dass ihr Vater ein Verhältnis mit einer anderen Frau hat. Mit Hilfe ihrer besten Freundin Kati versucht sie, mehr über die Geliebte des Vaters herauszufinden und lernt dabei deren Tochter Tessa kennen. Als Kati merkt, dass Steffi mit Tessa ein böses Spiel treibt und diese beinahe Opfer eines Gewalttäters wird, eskaliert die Situation.

Bei den beiden 17-jährigen Mädels Kati und Steffi dreht sich alles um Schule, Jungs und Party. Während sich Kati jedoch ständig mit ihren Spießer-Eltern streitet, scheint bei ihrer Freundin zu Hause alles im Lot zu sein. Bis die beiden Mädchen eines Abends Steffis Vater in den Armen einer anderen Frau ertappen. Fortan sinnt die verstörte Steffi nur noch auf Rache – an ihrem Vater, seiner Geliebten und sogar deren Tochter. Ein gefährliches Spiel beginnt, das das Mädchen nach und nach alle Freunde kostet und im Tod einer Klassenkameradin gipfelt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • 2000 landete die Deutsche Columbia Filmproduktion mit „Anatomie“, ihrem ersten Spielfilm, sogleich einen veritablen Hit: Über zwei Millionen Besucher strömten in die Kinos und machten den Horror-Thriller zur erfolgreichsten deutschen Produktion des Jahres. Es folgten mit „Viktor Vogel – Commercial Man“ und „Was tun, wenn’s brennt“ zwei thematisch anspruchsvollere Projekte, die sich mit 155.000 bzw. 390.0000 Besuchern an der Kasse recht wacker schlugen. Ein Einspielergebnis in diesem Bereich sollte auch für „Große Mädchen weinen nicht“, einem ambitionierten, zur Abwechslung einmal Fäkal-Gag-freien Teen-Film über die Probleme des Erwachsenwerdens, möglich sein.

    „Was heißt es, siebzehn zu sein?“ Dieser Frage stellte sich Regisseurin und Drehbuchautorin Maria von Heland mit ihrem Kinodebüt. Die Filmemacherin, 1965 in Stockholm geboren, gelernte Journalistin, Absolventin der School of Film and Video sowie Austauschstudentin an der HFF „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg, traf sich vor Beginn der Dreharbeiten mit Dutzenden Berliner Teenagern zwischen 15 und 19 Jahren, um sich mit ihnen über deren Sorgen, Ängste, Träume und Hoffnungen zu unterhalten. Dabei kristallisierten sich fünf große Themenschwerpunkte heraus – neben der zentralen Suche nach der eigenen Identität noch Sex, Eltern, Schule und Zukunft. Und genau darum geht es nun in von Helands Spielfilm-Erstling, wobei „das Drehbuch keine der Geschichten enthält, die mir (…) erzählt wurden. Ich verwendete die Interviews als eine Folie, vor der ich prüfen konnte, ob meine Geschichte aus dem wirklichen Leben stammt und ob meine Heldinnen aus Fleisch und Blut sind.“

    So stehen denn auch ihre Heldinnen, die Busenfreundinnen Kati und Steffi, mit beiden Beinen im Leben. Schule, Jungs und Freizeit halten die beiden 17-Jährigen, die sich seit ihrer Kindheit kennen und voreinander keine Geheimnisse haben, auf Trab. Während sich Kati jedoch mit ihren erzkonservativen Eltern in den Haaren liegt, scheint bei ihrer Freundin zu Hause alles im Lot zu sein. Bis die beiden Mädchen eines Abends in einem Szene-Club Steffis Vater in den Armen einer anderen Frau ertappen. Für Steffi bricht die Welt zusammen. Fortan sinnt sie nur noch auf Rache – an ihrem Vater, an dessen Geliebter und sogar an der Tochter dieser Freundin. Der Anfang eines gefährlichen Spiels, das ihr nach und nach alle Freunde kostet und im Tod einer Klassenkameradin gipfelt…

    Mit viel Gespür für ihre jungen Protagonistinnen erforscht die Regisseurin das im Abspann besungene „Teenage Battlefield“. Weinen die großen Mädchen – frei nach Frankie Valli – hier auch nicht, werden die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens doch recht geschickt thematisiert und die pulsierenden Metropole Berlin als pittoresker Hintergrund optimal genutzt. Gekonnt eingesetzt und mit viel Spaß bei der Sache sind die Leinwand-Debütantin Anna Maria Mühe und Karoline Herfurth („Mädchen Mädchen“), die ihre Parts glaubwürdig transportieren und als Identifikationsfiguren hervorragend funktionieren. Grundsolide – wie immer – agieren Nina Petri als Steffis Mama und Dieter Laser in einer Gastrolle als zwielichtiger Porno-Produzent.

    Kleinere Schwachstellen des Werks sind Themenüberfrachtung und die etwas hölzerne Erzählweise. Statt sich auf zwei oder drei Handlungsstränge zu konzentrieren, versucht von Heland zu viel in ihren Film hineinzupacken – ein Phänomen, das bei zahlreichen Erstlingen zu beobachten ist. Eine Folge davon: das hektische Tempo. So müssen die verschiedenen Stories und Personen zum Schluss relativ schnell zusammengebracht werden, was nach der sorgfältigen Exposition eigentlich schade ist. Dennoch: „Große Mädchen weinen nicht“ besticht als anspruchsvolles, durchdachtes Teen-Movie, das ohne Kalauer und Fäkal-Gags auskommt, seine Figuren und deren Nöte endlich einmal ernst nimmt und sich vor ähnlich gelagerten US-Produktionen nicht zu verstecken braucht. geh.

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