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Filmhandlung und Hintergrund

Grenzgang: TV-Drama nach dem gleichnamigen Roman von Stephan Thome.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Brigitte Maria Bertele beweist mit diesem großartig gespielten Drama erneut ihr Gespür für sensible Stoffe.

    Sieben Jahre nach ihrem ersten Kuss sind ein Mann und eine Frau endlich bereit, eine scheue Beziehung zu wagen: Das ist in einem Satz die Handlung von „Grenzgang“. Die Romanvorlage erstreckt sich in vielen Zeitsprüngen über einen Zeitraum von 28 Jahren. Hannah Hollinger reduziert das Handlungsgerüst rigoros auf sieben Jahre und konzentriert sich konsequent auf die beiden Hauptfiguren, die sich antriebslos und voller Selbstmitleid ihrem Schicksal ergeben. Das gilt vor allem für Kerstin (Claudia Michelsen), die nach der Trennung vom Gatten (Harald Schrott) vereinsamt ist: Der halbwüchsige Sohn (Sandro Lohmann) bestraft sie mit Schweigen, Gespräche mit ihrer dementen Mutter sind kaum noch möglich. Kerstins Pendant Thomas (Lars Eidinger) kehrt nach abgebrochener Universitätskarriere gescheitert in die mittelhessische Provinz zurück, nimmt eine Stelle als Lehrer an und hat fortan keine Ziele mehr. Als Filmhandlung wäre das in den meisten Fällen eine trockene Angelegenheit, für die sich nur begeistern kann, wer es liebt, Beziehungen zu analysieren; freudlos bliebe es trotzdem. Dass man diese „Flucht im Kreis“, wie Thomas‘ Ex-Freundin (Melika Foroutan) sein Verhalten nennt, trotzdem fasziniert begleitet, hat mehrere Gründe: Claudia Michelsen und Lars Eidinger spielen ihre Rollen nicht, sie verkörpern sie mit derart großer Glaubwürdigkeit, dass man nicht einen Moment lang an Schauspiel denkt. Regisseurin Brigitte Maria Bertele hat mit „Nacht vor Augen“ (2008) und „Der Brand“ (2010) gezeigt, dass sie Geschichten mit großer Sensibilität und tiefem Respekt vor den Figuren umsetzt. Auch diesmal findet sie beredte Bilder für seelische Nöte (Kamera: Hans Fromm). Und dann ist da noch das historische Heimatfest, dem Film und Buch den Titel verdanken: Der alle sieben Jahre stattfindende „Grenzgang zu Biedenkopf“ erinnert an einstige Grenzbegehungen, in deren Verlauf seit dem 17. Jahrhundert die Stadtgrenze kontrolliert und Grenzstreitigkeiten beigelegt wurden. Die erste Begegnung von Kerstin und Thomas dient gewissermaßen der Vergewisserung jener Grenzen, über die sie beim zweiten Aufeinandertreffen quasi neu verhandeln. Ausgesprochen gelungen ist auch die Integration der authentischen Festivitäten, die dem Film Züge eines Heimatdramas geben. tpg.

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