„Golden Twenties“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Deutsches Drama über eine junge Frau, die mit dem Studienabschluss in der Tasche noch nicht genau weiß, wohin mit sich. Dafür wissen es aber alle anderen.

Ava (Henriette Confurius) ist frische Uni-Absolventin, doch statt ins Berufsleben zu starten und auf eigenen Beinen zu stehen, geht es für die junge Frau erstmal zurück ins Kinderzimmer. Es hagelt Absagen, da sie für einen richtigen Job noch zu wenig Berufserfahrung hat - also nimmt sie eine Hospitanz am Theater an.

Von verschiedenen Seiten wird sie immer wieder mit der Zukunftsfrage konfrontiert, doch egal was sie antwortet, ihr gegenüber scheint es immer besser zu wissen. Außerdem muss sie sich mit der Gefühlsachterbahn ihrer besten Freundin beschäftigen, obwohl sie eigentlich mit sich selbst klar kommen muss, da ihr Love Target kurzerhand nach Prag abreist.

Der Trailer gibt bereits einen ersten Eindruck davon, was Ava in „Golden Twenties“ erwartet. Ab 29. August 2019 ist der Film in den Kinos zu sehen und ihr könnt euch ein eigenes Bild machen.

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Golden Twenties

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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6 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      In ihrem Langfilmdebüt erzählt Regisseurin Sophie Kluge von der 25-jährigen Ava, die nach Ende ihres Studiums wieder nach Hause zu ihrer Mutter zieht und versucht, im Leben zurechtzukommen. Ohne zu wissen, was sie überhaupt vom Leben will.

      Ava ist 25 Jahre alt und weiß nicht weiter. Ihr Studium ist abgeschlossen, eine berufliche Perspektive gibt es nicht wirklich und das Leben ist nun mal teuer. Also zieht Ava erst einmal zurück zu ihrer Mutter, die Avas Zimmer mit einem Home Trainer zugestellt hat und selbst gerade schwer mit einem neuen jungen Lover beschäftigt ist. Als Ava als Hospitantin bei einer Theaterproduktion einen Job findet und auf den charmanten Schauspieler Jonas trifft, scheint sich für die junge Frau der Horizont erst einmal zu klären. Auch wenn Ava noch immer nicht weiß, in welche Richtung dieser Horizont überhaupt zeigen soll. Schon die ersten Minuten des Films machen klar, welche Stimmung der Film verdeutlicht: Eine lethargisch missmutige junge Frau betritt vollbepackt eine Wohnung, in der keiner auf sie wartet und in der sie nicht sein möchte. Titeleinblendung: GOLDEN TWENTIES. Viel genauer kann ein Blick auf eine Stimmung, auf eine Figur, auf eine Generation nicht sein, wie Sophie Kluge in ihrem Langfilmdebüt unter Beweis stellt. Von Anfang an begleitet die Kamera Ava in vielen Nahaufnahmen und Totalen, der Zuschauer wird so zu Avas Begleiter in einem Lebensabschnitt, der für viele junge Menschen ein entscheidender ist. Dass sich trotz reduzierter Dialoge eine so große Nähe zu Ava einstellt, liegt auch an dem wunderbaren Spiel von Henriette Confurius, die den Film schon allein mit ihrer sanften und doch eindrücklichen Präsenz trägt. Und obwohl der Film selbst eine fast ziellose Leichtigkeit aufweist und wirkt wie eine fast zufällig entstandene Zustandsbeschreibung einer Generation, so ist er doch sehr genau in den kleinen zwischenmenschlichen Beobachtungen und Momenten, die von einem passend stimmungsvollen Soundtrack, einer gut gewählten Großstadtkulisse und einem überzeugenden Cast unterstützt werden. Eine stimmungsvolle Momentaufnahme eines Generationsgefühls und ein starkes Stück Kino.

      Jurybegründung:

      Was macht eine junge Frau Mitte Zwanzig, die gerade die Studienzeit beendet hat und noch keine Perspektive für ihr berufliches wie auch privates Leben sieht? Zurück in den Schoß ihrer Familie? Den Haus-und Zimmerschlüssel hat sie ja noch! Also kommt Ava mit Sack und Pack in der Wohnung ihrer Mutter Mavie an. Avas Jugendzimmer ist zur Rumpelkammer reduziert. Die „very busy“-Mama, schon lange von Avas Vater verlassen, taucht erst nach einigen Tagen zusammen mit ihrem wesentlich jüngeren Lover auf und macht Ava klar, dass sie kein Interesse und keine Zeit hat, ihr auf irgendeine Weise zu helfen. Avas soziales Umfeld aus ihrer Schulzeit hat sich aufgelöst und ihre ehemals beste Freundin hat ihre eigenen Probleme. Der ihr von einem Freund der Eltern versprochene Arbeitsplatz löst sich als Luftnummer auf und mit Glück landet sie als Hospitantin am Theater. Passend zu Avas desolater Situation sind auch die Proben zum neuen Theaterstück und das Verhältnis zwischen dem Regisseur und seinem Team inklusive der Schauspieler mehr als chaotisch. Folgerichtig platzt das Stück und Ava sitzt wieder ohne Job und Perspektive da. Immerhin: Während der kurzen Zeit als Hospitantin verliebt sie sich in den Schauspieler Jonas, der aber einem neuen Engagement nach Prag folgt und keinerlei Ambitionen für eine längere Beziehung zeigt. Die weiteren Jahre der „Golden Twenties“ von Ava können nur noch besser werden, aber über ein gehöriges Stück Erfahrung verfügt sie nun schon mal.

      Mit Henriette Confurius steht und fällt der Film im besten Sinne. Ihr ausdrucksvolles Spiel vermittelt glaubhaft die Leere und die Einsamkeit einer jungen Frau, die nach dem Abschluss der Ausbildung die Orientierung im Leben sucht. Das gilt für Beruf wie auch für ihr Privatleben, das ihr die Erfahrung der ersten großen Liebe im Positiven wie auch Negativen bringt. Ein hervorragendes Drehbuch konzentriert sich, statt rein auf Spannung und Dramatik zu setzen, auf die Verinnerlichung der parallel laufenden Lebensgeschichten. Dies mit der präzisen Charakterzeichnung der Protagonisten und glaubhaften Dialogen. Avas Blick in das Theaterleben und in das chaotische Privatleben ihrer Mutter, ihre konsequente Beendigung ihrer Liebesbeziehung und der Blick auch in das Leben ihrer besten Freundin, die sich, statt sich weiter zu entwickeln, stehen bleibt. Ava weiß am Ende des Films, wie ihr Weg in die Zukunft nur führen kann. Ein Gespräch mit ihrem Vater auf einem Waldspaziergang öffnet ihr die Augen, als er ihr den Rat gab, nur auf sich selbst zu schauen und sich mutig nur selbst zu vertrauen. Neben der hervorragend spielenden und von Regisseurin Sophie Kluge sicher geführten Henriette Confurius spielen Inga Busch als ihre Mutter, Anton von Lucke als deren Lebensgefährte, Max Krause als Avas Liebe und Hanna Hilsdorf als Avas beste Freundin ihre Rollen überzeugend. Das gilt auch für die Randfiguren bis in die kleinsten Rollen hinein. Das gute Szenenbild, die sehr schöne Kameraführung und die perfekte Montage gehören neben dem brillanten Drehbuch und der sicheren Inszenierung zu den weiteren herausragenden Leistungen eines außergewöhnlich gelungenen Films.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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