Glückskind

  1. Ø 5
   2014
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Filmhandlung und Hintergrund

Glückskind: TV-Verfilmung des gleichnamigen Romans von Steven Uhly.

Hans Scholz hat seine besseren Zeiten längst hinter sich. Seit Jahren hat er sich in seine eigene Welt zurückgezogen. Seine sozialen Kontakte beschränken sich auf die Verlängerung seines Sozialhilfeantrags. Als er eines Tages in der Mülltonne ein Baby findet, muss er seine selbstgewählte Isolation beenden, denn er braucht Hilfe. Das Kind ist wie der Weckruf in ein neues Leben. Die Idylle endet jäh, als der Mutter des vermissten Babys eine Mordanklage droht.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Im Grunde ist es eine kleine Geschichte, die Michael Verhoeven mit diesem Film erzählt; aber eine mit ganz großen Emotionen.

    Ein einsamer Arbeitsloser, der nach einem verpfuschten Dasein bloß noch vor sich hin vegetiert, findet eines Tages im Müllcontainer seines Wohnhauses ein Baby. Kurz entschlossen adoptiert er den wenige Monate alten Säugling und ändert sein Leben von Grund auf. Dass überall nach dem Baby gesucht wird, lässt den Mann kalt; bei ihm ist das Kind eindeutig besser aufgehoben. Ein Problem kann er allerdings nicht ignorieren: Der offenbar geistig labilen Mutter (Alice Dwyer) des Babys droht eine Mordanklage.

    Die Handlung ist zwar konsequent auf die zentrale Figur zugeschnitten, doch „Glückskind“ ist alles andere als ein Ein-Personen-Stück; selbst wenn Herbert Knaup naturgemäß aus dem Ensemble herausragt. Die Figur ist aber auch großartig: Anfangs ist Hans Scholz ein völlig verwahrloster alter Kerl mit Zottelhaar, Strubbelbart und rosigen Säuferwangen. Als das Leben dieses Waldschrats durch das Baby wieder einen Sinn bekommt, unterzieht er seine liebevoll vermüllte Wohnung einer Grundreinigung, trennt sich von Haar- und Barttracht und sieht prompt zwanzig Jahre jünger aus. Ganz wunderbare Mitspieler sind Mohammed Ali Behboudi und Naomi Krauss als exil-iranisches Ehepaar. Die beiden wohnen auf der gleichen Etage wie Scholz und bekommen natürlich mit, dass der Nachbar plötzlich Opa geworden ist; aber sie unterstützen ihn nach Kräften. Gleiches gilt für einen Kioskbesitzer, der das kleine Mädchen auch gern adoptieren möchte, weil doch jedes Kind zwei Opas brauche. Thomas Thieme versieht diesen Mann mit einer ruppigen Herzlichkeit, die viel mehr aus der Rolle macht, als eigentlich in ihr steckt.

    Ohnehin ist „Glückskind“ von einer fast schon vorweihnachtlichen frohen Botschaft geprägt. Aus dem verwahrlosten Einzelgänger wird ein kommunikationsfreudiger Zeitgenosse. Selbst potenzielle Antagonisten wie die Polizisten oder die Frau vom Sozialamt meinen es zumindest nicht schlecht mit ihm. Der Titel des Films mag sich vordergründig auf das Kind beziehen, zumal Scholz ihm den Namen Felizia gibt, aber selbstredend ist er der Hans im Glück. Die plötzliche Gutherzigkeit seiner Mitmenschen, die er vorher in Suff und Selbstmitleid gar nicht wahrgenommen hat, verleiht dem Film eine sympathische Märchenhaftigkeit; selbst der von den Nachbarn empfohlene Kinderarzt drängt Scholz nicht, das Baby den Behörden zu übergeben.

    Nach und nach verknüpft Verhoeven, dessen Drehbuch auf dem gleichnamigen Roman von Steven Uhly beruht, die Handlung mit der Vorgeschichte seines verkrachten Helden, der einst seine Familie im Stich gelassen und seither jeden Kontakt zu seiner Tochter verloren hat. Als er am Ende einsieht, dass es nur eine Möglichkeit gibt, Felizias Mutter vor dem Gefängnis zu bewahren, hat er das Ziel seiner ganz speziellen Heldenreise erreicht und endgültig die Voraussetzung für einen Neuanfang geschaffen. tpg.

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