„Gloria“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Sebastian Lelio gewann erst im Frühjahr 2018 mit „Eine fantastische Frau“ den Auslandsoscar und feierte im selben Jahr in Toronto schon wieder Weltpremiere seines neuesten Films, der im Grunde als dreiste Versuchsanordnung seinen Ausgang nahm und auf wundersame Weise ein weiterer Triumph für den chilenischen Filmemacher geworden ist. „Gloria Bell“ ist nicht nur einfach das Remake von Lelios eigenem „Gloria“, mit dem...

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sebastian Lelio gewann erst im Frühjahr 2018 mit „Eine fantastische Frau“ den Auslandsoscar und feierte im selben Jahr in Toronto schon wieder Weltpremiere seines neuesten Films, der im Grunde als dreiste Versuchsanordnung seinen Ausgang nahm und auf wundersame Weise ein weiterer Triumph für den chilenischen Filmemacher geworden ist. „Gloria Bell“ ist nicht nur einfach das Remake von Lelios eigenem „Gloria“, mit dem der Regisseur 2013 seine internationale Karriere als Publikumsliebling im Wettbewerb der Berlinale begann, wo Hauptdarstellerin Paulina Garcia mit dem Schauspielerpreis belohnt wurde. Es ist ein Remake, das dem Original Szene für Szene nachempfunden ist. Alles ist wieder da, was man am Original bereits mochte. Wie Gloria in der Disco tanzt, wie sie im Auto ihre Lieblingslieder im Radio mitsingt, wie sie ihrem neuen Liebhaber – hier gespielt von John Turturro – den Bauchriemen mit einem Ratsch öffnet, wie er beim ersten Date unentwegt von seinen Töchtern angerufen wird, wie sie sich von ihm das Paintballschießen beibringen lässt, wie sie ihn wissen lässt, er solle sich ein paar neue Eier wachsen lassen. Und natürlich, wie sie sich rächt und wieder weitermacht mit ihrem Leben, sich nicht unterkriegen lässt.

    Mit dem kleinen Unterschied, dass die Handlung jetzt in Los Angeles spielt und Gloria von Julianne Moore gespielt wird, in der vielleicht schönsten und vollkommensten ihrer Darstellungen, die so nackt und roh und faszinierend ist wie der Auftritt in „Short Cuts“ unten ohne, der sie vor 25 Jahren zum Star machte. Es ist faszinierend, wie identisch und doch grundlegend anders dieser „Gloria“ geworden ist, weil die Ausstrahlung von Julianne Moore doch so anders ist als die von Paulina Garcia. Beide sind sie fantastische Frauen in der Hand des des wohl besten männlichen Frauenregisseurs, der gegenwärtig arbeitet: Wie eine lateinamerikanische Antwort auf François Ozon versteht es Lelio, seinen Darstellerinnen genau den Raum zu geben, den sie benötigen, um ihre Figuren erblühen zu lassen und überzeugend zum Leben zu erwecken. Wenn Julianne Moore hier doch nicht aufgibt und sich tanzend und schwingend zu den Klängen von Laura Brannigans Umberto-Tozzi-Cover „Gloria“ wieder in ihr Leben stürzt, das sie aller Niederlagen zum Trotz doch über alles liebt, wird man mit einem wunderbaren Schlussbild aus dem Kino entlassen. ts.

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