„Gloria“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Neuverfilmung des gleichnamigen chilenischen Originals über eine geschiedene Frau, die sich neu verliebt und eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt.

Gloria (Julianne Moore) ist geschieden, hat zwei erwachsene Kinder und einen etwas langweiligen Bürojob. Eigentlich ist sie recht zufrieden mit ihrem Leben, auch wenn sie sich manchmal etwas einsam fühlt. Doch selbst dann versinkt sie nicht in Selbstmitleid, sondern geht alleine in die Clubs von Los Angeles und tanzt dort ausgiebig.

Eines Abends lernt sie dort einen Mann kennen, Arnold (John Turturro), der ebenfalls geschieden ist und Kinder hat. Die beiden stürzen sich ins Liebesabenteuer, müssen aber feststellen, dass das seelische Gepäck, das jeder in die Beziehung einbringt, schon bald zur Belastungsprobe wird.

Nach einigem Hin und Her entscheidet Gloria, Arnold endgültig den Laufpass zu geben und teilt ihm dies mit, in dem sie sein Haus mit einer Paintball-Pistole beschießt. Im Anschluss lässt sie ihren Alltag einkehren und genießt weiter ihr Leben.

Im Trailer bekommt ihr einen ersten Eindruck, was euch in der Neuverfilmung von „Gloria“ erwartet:

„Gloria“ – Hintergründe

Fünf Jahre nach seinem ersten „Gloria“-Film bringt der chilenische Regisseur Sebastián Lelio eine amerikanische Adaption seines Films in die Kinos. Gewann 2013 Paulina Garcia noch einen Silbernen Bären bei der Berlinale, sehen wir nun Julianne Moore in der Hauptrolle. Sie steht Garcia in nichts nach und versprüht ebenso wie ihr chilenisches Vorbild Energie und Lebensfreude.

Ab 22. August 2019 ist die Neuverfilmung „Gloria: Das Leben wartet nicht“ in den deutschen Kinos zu sehen.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Gloria: Neuverfilmung des gleichnamigen chilenischen Originals über eine geschiedene Frau, die sich neu verliebt und eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt.

    Sebastian Lelio gewann erst im Frühjahr 2018 mit „Eine fantastische Frau“ den Auslandsoscar und feierte im selben Jahr in Toronto schon wieder Weltpremiere seines neuesten Films, der im Grunde als dreiste Versuchsanordnung seinen Ausgang nahm und auf wundersame Weise ein weiterer Triumph für den chilenischen Filmemacher geworden ist. „Gloria Bell“ ist nicht nur einfach das Remake von Lelios eigenem „Gloria“, mit dem der Regisseur 2013 seine internationale Karriere als Publikumsliebling im Wettbewerb der Berlinale begann, wo Hauptdarstellerin Paulina Garcia mit dem Schauspielerpreis belohnt wurde. Es ist ein Remake, das dem Original Szene für Szene nachempfunden ist. Alles ist wieder da, was man am Original bereits mochte. Wie Gloria in der Disco tanzt, wie sie im Auto ihre Lieblingslieder im Radio mitsingt, wie sie ihrem neuen Liebhaber - hier gespielt von John Turturro - den Bauchriemen mit einem Ratsch öffnet, wie er beim ersten Date unentwegt von seinen Töchtern angerufen wird, wie sie sich von ihm das Paintballschießen beibringen lässt, wie sie ihn wissen lässt, er solle sich ein paar neue Eier wachsen lassen. Und natürlich, wie sie sich rächt und wieder weitermacht mit ihrem Leben, sich nicht unterkriegen lässt.

    Mit dem kleinen Unterschied, dass die Handlung jetzt in Los Angeles spielt und Gloria von Julianne Moore gespielt wird, in der vielleicht schönsten und vollkommensten ihrer Darstellungen, die so nackt und roh und faszinierend ist wie der Auftritt in „Short Cuts“ unten ohne, der sie vor 25 Jahren zum Star machte. Es ist faszinierend, wie identisch und doch grundlegend anders dieser „Gloria“ geworden ist, weil die Ausstrahlung von Julianne Moore doch so anders ist als die von Paulina Garcia. Beide sind sie fantastische Frauen in der Hand des wohl besten männlichen Frauenregisseurs, der gegenwärtig arbeitet: Wie eine lateinamerikanische Antwort auf François Ozon versteht es Lelio, seinen Darstellerinnen genau den Raum zu geben, den sie benötigen, um ihre Figuren erblühen zu lassen und überzeugend zum Leben zu erwecken. Wenn Julianne Moore hier doch nicht aufgibt und sich tanzend und schwingend zu den Klängen von Laura Brannigans Umberto-Tozzi-Cover „Gloria“ wieder in ihr Leben stürzt, das sie aller Niederlagen zum Trotz doch über alles liebt, wird man mit einem wunderbaren Schlussbild aus dem Kino entlassen. ts.

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