Filmhandlung und Hintergrund

Drama um einen jungen Palästinenser, dessen Vater eine Giraffe aus Israel stiehlt, um den größten Wunsch seines Sohnes zu erfüllen.

Der zehnjährige Ziad hilft begeistert seinem Vater Yacine, dem Veterinär im Zoo von Qalqiliya. Im Westjordanland fehlt es am Allernötigsten, weder die israelischen Besatzer noch die einheimischen Bewohner haben viel für die Tiere übrig. Als die Luftwaffe die Stadt bombardiert, stirbt Ziads heißgeliebte Giraffe Brownie und das traumatisierte Weibchen verweigert die Nahrungsaufnahme. Um sie - und seinen daraufhin in den Hungerstreik getretenen Sohn - zu retten, schmuggelt Yacine einen Giraffenbullen über die abgeriegelte Grenze.

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Kritikerrezensionen

  • Giraffada: Drama um einen jungen Palästinenser, dessen Vater eine Giraffe aus Israel stiehlt, um den größten Wunsch seines Sohnes zu erfüllen.

    Drama um einen zehnjährigen palästinensischen Tierfreund und seinen Veterinär-Vater, die eine Giraffe im Zoo von Qalqiliya retten.

    „Gott schuf die Giraffe aus einem Kamel und einem Leoparden.“ In solchen Aperçus vereint der auch mit deutschen Geldern entstandene palästinensische Film „Giraffada“ Humor und Poesie, was durch die Erzählung aus der Perspektive eines zehnjährigen Jungen mit Leichtigkeit gelingt. Beides ist gewiss nötig, um mit einem freundlichen Tonfall die sozialrealistischen Härten des von Entbehrungen und Ungerechtigkeiten geprägten Lebens im Westjordanland abzufedern. Rani Massalha ließ sich von einer betrüblichen Zeitungsmeldung aus dem Jahr 2002 über den Zoo von Qalqiliya inspirieren und schenkt ihr ein märchenhafte Wendung: Die Rettung eines Giraffenweibchens vor ihrem sicheren Tod.

    Aus den Augen des jungen Ziad, der im Zoo mit anpackt und einen Narren an den Giraffen gefressen hat, entwickelt sich kein unbeschwerter Kinderfilm, sondern eine unsentimentale Beschreibung des beschwerlichen Alltags in einer Region, in der es an allem fehlt. Hinzu kommen ungemütliche Schikanen der israelischen Besatzer, die eine riesige Betonmauer durch die Stadt gebaut haben und deren aggressiv auftretende Soldaten ein heftiges Bombardement beginnen. Daran stirbt Brownie, die einzige männliche Giraffe des Tierparks. Seinen Tod spart Massalha aus, so kindgerecht ist seine Regie dann doch, nicht aber die Nahrungsverweigerung von Rita, dem übrig gebliebenen, traumatisierten Weibchen. Aus Zorn und Trauer tritt auch Ziad in den Hungerstreik, was seinen engagierten Vater Yacine, den Tierarzt des Zoos, zu einer kuriosen Schmuggelaktion verleitet. Gemeinsam mit der französischen Reporterin Laura karrt er einen Giraffenbullen aus dem Zoo in Tel Aviv über die abgeriegelte Grenze - womit Massalha ein kleines Wunder für Palästina schildert. Aber er vergisst die Realitäten vor Ort nicht. Es ist ein bittersüßer Sieg, der kein Zweifel an den desolaten Verhältnissen unter einer rücksichtslosen Besatzungsmacht lässt. Den Terrorismus der Hamas unterschlägt er, spart aber nicht an Kritik an der einheimischen Bevölkerung, die untätig und indifferent keinen Anteil am Schicksal der Tiere nimmt, an primitiven Bullys, die Ziad belästigen und nutzlosen Bürgerversammlungen. Die abenteuerliche Schmuggelfahrt ist kein bunter Eskapismus mehr schon lindernder Optimismus. Selbst ein so kleines Stück vom Glück ist sonst weder Kindern noch Tieren im Westjordanland beschieden.

    tk.

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