Filmhandlung und Hintergrund

Fein beobachtete Kleinstadtmeditation um zwei weibliche Teenager auf dem Wege der Selbstfindung.

Enid und Rebecca wissen nach ihrem High-School-Abschluss nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen - nur Spießer wie ihre Mitbürger wollen sie nicht werden. Sich über letztere zu belustigen, ist eine ihrer Hauptbeschäftigungen. Bei einem solchen Streich entdeckt Enid in dem schüchternen Mittvierziger und Plattensammler Seymour eine verwandte Seele.

Die Kleinstadtgirlies Enid und Rebecca wissen nach ihrem High-School-Abschluss nicht so recht, was sie nun mit ihrem Leben anfangen wollen. Nur eines scheint sicher: Spießer wie ihre Mitbürger wollen sie nicht werden. Sich über letztere zu belustigen, ist eine Hauptbeschäftigung der beiden. Bei einem solchen Streich entdeckt Enid in dem schüchternen Mittvierziger und Plattensammler Seymour eine verwandte Seele. Zwischen den beiden vordergründig so unterschiedlichen Typen entwickelt sich eine spröde Freundschaft, die für beide nicht ohne Folgen bleibt.

Sich über spießige Mitbürger lustig zu machen, ist eine Hauptbeschäftigung der Teenies Enid und Rebecca. Bei einem solchen Streich entdeckt Enid in dem schüchternen Mittvierziger und Plattensammler Seymour eine verwandte Seele. Independent-Starregisseur Terry Zwigoff („Crumb“) präsentiert eine fein beobachtete Kleinstadtmeditation über zwei weibliche Teenager auf dem Wege der Selbstfindung.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ghost World: Fein beobachtete Kleinstadtmeditation um zwei weibliche Teenager auf dem Wege der Selbstfindung.

    Als Vorstadt-„American Beauty“ der exaltierten Art liefert Thora Birch eine hinreißende Version des Highschool-Coming-of-Age-Themas in einer beeindruckenden und äußerst komischen Studie über die Einsamkeit des Teenagers, das Erwachen sexueller Bedürfnisse und die wackligen ersten Schritte in einer aus Teenie-Sicht völlig durchgeknallte Erwachsenen-Welt. „Crumb“-Regisseur Terry Zwigoff ist mit der Verfilmung des weithin verehrten Kultcomics von Daniel Clowes denn auch ein fulminanter erster Spielfilm gelungen, der seinen Weg machen wird.

    Mit umwerfend komischer Leinwand-Präsenz verleiht Birch („The Hole“) ihrer Heldin so viel Sympathie, dass die Welt nach diesem Film um das Verständnis für Teenager-Probleme reicher ist. Regisseur Terry Zwigoff inszeniert mit Empathie, sein Einfühlungsvermögen in die Welt der Teenies und Weirdos scheint grenzenlos. Denn dem jungen Hupfer auf der Suche nach (s)einem Platz im Leben steht der irgendwie aus dem Rahmen gekippte Plattenfetischist Seymour als erwachsenes Pendant zur Seite - eine Paraderolle für Steve Buscemi, der seinen Underdogs stets einen intelligenten Loser-Charme verleiht, dass man hinfort nur noch die Erfolglosen lieben möchte.

    Eröffnet wird der Reigen ums Erwachsenwerden mit einem Knall: einer überdrehten Nightclub-Nummer aus einem Bollywood-Musical von 1965, „Gumnaan“, das Enid auf ihrem Schlafzimmer-TV guckt. Einen besseren Opener kann man sich nicht vorstellen, denn bereits nach drei Minuten weiß man, dass dieses Mädchen sicher nicht scharf auf ein Date mit dem netten Jungen von nebenan ist. Ihr ausgefallener Geschmack offenbart sich in drastisch-komischen Aufmachungen wie ihrem Original Siebziger-Punk-Rock-Look. Angesiedelt zwischen Highschool-Abschluss und ersten eigenen Gehversuchen in der Erwachsenenwelt - die durchweg schräg daherkommt - stolpert Enid (Birch) an der Seite ihres Sidekicks Rebecca (Scarlett Johansson) von einer Erfahrung in die nächste, bis sie sich schließlich so hoffnungslos in ihre kompromisslose „Was kostet die Welt“-Attitüde verrannt hat, dass der Zuschauer voll auf das Mitleiden des Regisseurs an den Teenie-Problemen dieser Welt abfährt.

    Am Anfang der Geschichte nach der Comicbuch-Serie von Daniel Clowes steht eine wahre Mädchenfreundschaft. Die Unzertrennlichen Enid und Rebecca, die beide nicht aufs College wollen, hecken ihre unspektakulären Zukunftspläne aus. Einen Job finden und eine gemeinsame Wohnung, während sie in gefakten Fünfziger-Jahre-Cafés rumhängen, ihren Schulfreund Josh, der an der Theke eines Selbstbedienungsladens jobbt, quälen oder unschuldige Mitmenschen nerven. All das mit einer gehörigen Portion Sarkasmus, aber mit der umwerfenden Unschuld des „Denn sie wissen nicht, was sie tun“. Nachdem sie den exzentrischen Plattensammler Seymour gedemütigt haben, weil sie für ihn ein Blind Date auf eine Bekanntschaftsanzeige arrangieren, drängt sich Enid als Freundin in sein Leben. Fasziniert von seiner exotischen Sammler- und Musikwelt, die ihr neue Horizonte erschließt, und aus sexuellem Frust begehrt sie den unpassenden Liebhaber, der sich dann prompt in sie verliebt. Die völlige Abwesenheit von Romantik bei diesem ersten Liebesabenteuer, das mit bravouröser Abgeklärtheit bestanden wird, zählt zu den Höhepunkten des Films, den Regisseur Zwigoff mit bestechender Leichtigkeit immer wieder vor dem dramatischen Überkochen bewahrt und mit parabelhaften Comic-Blick auf die komischen Seiten des Lebens zurückführt.

    Zwigoff und Buchautor Clowe, die gemeinsam das Drehbuch schrieben, ist es gelungen, die episodenhafte Comic-Serie in eine eigenständige und geschlossene narrative Form zu bringen. Auf wunderbare Art banal sticht „Ghost World“, vollgestopft mit Verweisen und Anspielungen, angenehm aus dem bekannten Hollywood-Konfektionismus à la „American Pie“ heraus und ist mit Sicherheit die scharfsinnigste und unterhaltsamste Zustandsbeschreibung aus dem verzweifelten amerikanischen Teenie-Alltag seit „Heathers“. boe.

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    Kino.de Redaktion  
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