Gespräch mit dem Biest

  1. Ø 0
   1996
Gespräch mit dem Biest Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Gespräch mit dem Biest: In seinem Regiedebüt nähert sich Armin Mueller-Stahl dem Mythos Hitler, um ihn in einem schwarzhumorigen Kammerspiel nach allen Regeln der Kunst zu entzaubern.

Der amerikanische Historiker Webster trifft in Berlin der Gegenwart einen alten Mann, der behauptet, Adolf Hitler zu sein. Er habe, so erklärt der Greis, zu seiner Sicherheit von Goebbels Doppelgänger erhalten, und einer dieser Männer sei auch für ihn gestorben. Webster verwickelt den Mann in ausführliche Gespräche und kommt zu der Erkenntnis, tatsächlich den „Führer“ vor sich zu haben.

In seinem Regiedebüt nähert sich Armin Mueller-Stahl dem Mythos Hitler, um ihn in einem schwarzhumorigen Kammerspiel nach allen Regeln der Kunst zu entzaubern.

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Kritikerrezensionen

  • Wie kann man sich Hitler filmisch nähern? Soll man ihn als Monster oder Mensch zeigen? Armin Mueller-Stahl begegnet in seinem Regiedebüt dem „Führer“ mit entlarvendem Humor. Er wirft Fragen auf, die Antworten muß sich der Zuschauer, wie bei einem Puzzle, selbst zusammensetzen.

    Die Erinnerung an das Unheil ist vielleicht noch zu frisch, um ihr künstlerisch-analytisch zu begegnen. Als Kniff, diese Figur in den Griff zu kriegen, dienten Brecht, Chaplin, Lubitsch oder Mel Brooks Ironie, tiefschwarzer Humor und bitterböse Komik. Auch Armin Mueller-Stahl begegnet dem „Führer“ mit der Distanz der Komik, einer Mischung aus Fassungslosigkeit, Widerwillen, Chuzpe und psychologischer Sezierungslust. In einem düsteren Kammerspiel konfrontiert er das Publikum mit einer fast lächerlichen, armseligen Gestalt im Rollstuhl, die von einer jungen Frau umsorgt wird und teilweise wirr bramabasiert – über die Frauen, die daran Schuld sein sollen, daß er den Krieg verlor, darüber, daß er es liebt, wenn das Volk Angst hat. Diese makabre Figur soll Hitler sein, der in einer fast unzugänglichen Berliner Wohnung der Vergangenheit nachtrauert und die Welt und CNN davon überzeugen will, daß er noch lebt. Aber niemand nimmt und nahm seine Schreibereien ernst. Der amerikanische Historiker Dr. Arnold Webster (Robert Balaban) will in zehn Tagen herausfinden, ob dieser Mann wirklich Hitler ist oder nur einer seiner Doppelgänger. Auf Goebbels Rat hin hielt sich der „Führer“ sechs Doppelgänger, um omnipräsent zu sein. Einer von ihnen soll an seiner Stelle Suizid begangen haben. In teilweise absurden Gesprächssituationen fragt Webster nach der Triebfeder für Hitlers (Un-)Taten.

    Langsam entsteht ein Mosaik, aus dem der Wissenschaftler das veritable Bild Hitlers filtert. Bewußt quälend und langsam entwickelt der Film das Porträt eines Mannes, der als Mörder von Millionen in die Weltgeschichte eingegangen ist, und vielleicht einen Psychiater statt Panzer brauchte. Erst zum Schluß verdichtet sich die Spannung, die sich in einem Befreiungsschlag Websters entlädt. Die „reale“ Gesprächssituation und die teilweise clownesken schwarz-weiß Rückblenden verursachen Bauchschmerzen, hinterlassen Ratlosigkeit. Die Entmystifizierung des Mannes, der mit seiner Magie die Massen in den Bann zog, ist ein schwieriges Stück Kino, das von zwei außergewöhnlichen Schauspielern, neben Balaban Mueller-Stahl als unbelehrbares Monster mit menschlichen Zügen, getragen wird. Natürlich spricht der Film nur ein kleines politisch interessiertes Publikum an (vielleicht noch AMS-Fans), er ist unbequem und verstörend, hinterläßt Irritationen, reißt eine Wunde auf, die man schon verheilt glaubte. Aber gerade das macht ihn zur spannenden Herausforderung. Man geht aus dem Kino heraus, aber nicht zur Tagesordnung über.mk.

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